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Energieeffizienz - kann sie die Lücke bei der Erreichung der Klimaziele schließen?

Energieeffizienz - kann sie die Lücke bei der Erreichung der Klimaziele schließen?

TimeLoc
21. März 2011
Berlin
Deutschland

Fukushima hat es schmerzhaft vor Augen geführt: es gibt keine Energiequelle ohne Nebenwirkungen. Um unsere ambitionierten Klimaziele zu erreichen, müssen wir vor allem eines tun: Energie wesentlich sinnvoller und effizienter einsetzen als bisher und Energieverschwendung abstellen. Diese Erkenntnis ist nicht neu – leider hapert es bislang an der Umsetzung. Wie die bestehenden Hindernisse bei der Umsetzung behoben werden können, und welche Initiativen in Deutschland und Großbritannien bisher erfolgreich waren, war das Thema einer Fachkonferenz in der Britischen Botschaft, moderiert von Benjamin Görlach, Senior Fellow am Ecologic Institut.

Energieeffizienz ist ein verwirrendes Thema. Einerseits haben zahllose Studien die riesigen Potenziale für Energieeffizienz identifiziert und den volkswirtschaftlichen Nutzen beziffert. In allen langfristigen Energiestrategien nimmt Energieeffizienz eine Schlüsselrolle ein. Andererseits sind eben diese Einsparpotenziale – und ihre Vorteile – meist schon seit langem bekannt. Und trotzdem geschieht zu wenig: So stellte die EU-Kommission kürzlich fest, dass die EU ihr Energieeffizienzziel (Steigerung um 20% bis 2020) mit den bisher beschlossenen Maßnahmen verfehlen wird – als einziges der drei Klima- und Energieziele.

Wie können wir also vorankommen bei der Steigerung der Energieeffizienz? Dies war Thema einer Fachkonferenz der britischen Botschaft in Berlin, die Perspektiven aus Wirtschaft und Politik aus Deutschland und Großbritannien zusammenbrachte. Rund 70 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und der Zivilgesellschaft besuchten die Veranstaltung, die die Botschaft gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Rahmen der britischen Klimawoche organisierte.

Die Sicht der Politik skizzierten zunächst die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Katharina Reiche sowie Greg Barker, State Minister for Climate Change im britischen Department of Energy and Climate Change. Deutschland und Großbritannien zählen sich beide zu den klimapolitischen Vorreitern in der EU, und beide haben die Bedeutung der Energieeffizienz für sich erkannt. Dabei setzen sie auf unterschiedliche Instrumente. Deutschland vertraut eher den klassischen Instrumenten – u.a. der Energieeinsparverordnung (EnEv) und dem KfW-Gebäudesanierungsprogramm, und hat mit diesen Instrumenten einige Erfolge vorzuweisen. Großbritannien dagegen hat noch einiges aufzuholen – der britische Gebäudebestand gehört zu den ineffizientesten in Europa. Die neue Regierung hat das Thema jedoch für sich entdeckt, und will mit einer Reihe von intelligenten Maßnahmen vorgehen. Ein zentraler Bestandteil ist der Green Deal, der private Hauseigentümer und Mieter ansprechen soll. Der Green Deal soll Hausbesitzern helfen, gleich mehrere Hürden zu nehmen, an denen Investitionen in Energieeffizienz bisher gescheitert sind: er soll die Information verbessern, er soll Finanzierungsmöglichkeiten schaffen, und er soll – im Fall von Mietwohnungen – die unterschiedlichen Anreize für Mieter und Vermieter zusammenbringen.

Energieeffizienz ist aber nicht nur eine Aufgabe für die Politik, sondern auch ein mögliches neues Geschäftsfeld für Unternehmen. Die Wachstumsaussichten sind dabei durchaus gut, solange das regulatorische Umfeld stimmt. Dies wurde deutlich aus den Beiträgen von Martin Bornholdt, Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) und Graham Kirby vom Energieversorger E.On UK. Graham Kirby stellte am Beispiel der britischen „Supplier Obligation“ dar, wie E.On UK als Energieversorger Einsparmaßnahmen in britischen Haushalten fördert.

Eine Paneldiskussion mit Teilnehmern aus Wirtschaft und Politik rundete die Veranstaltung ab.

Weiterführende Links:


Veranstalter
Datum
21. März 2011
Ort
BerlinDeutschland