• English
  • Deutsch
Facebook icon
LinkedIn icon
Twitter icon
YouTube icon
Header image Ecologic

Zukunftsgemeinde Ahrensfelde 2030 & darüber hinaus – gemeinsam nachhaltig leben

Zukunftsgemeinde Ahrensfelde 2030 & darüber hinaus – gemeinsam nachhaltig leben

Wie kann die Stadt von morgen aussehen? Wie sehen Visionen für eine nachhaltige, lebenswerte und zukunftsfeste Stadt aus? Im Rahmen des Wettbewerbes "Zukunftsstadt" förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung 52 Kommunen bei der Entwicklung ihrer Vision 2030+. Dabei sollten die Bevölkerung sowie weitere Akteure des Stadtgeschehens wie z. B. Initiativen und Vereine frühzeitig und umfassend an den Prozessen beteiligt werden. Die erste Phase des Wettbewerbs endete mit einer ganzheitlichen, partizipativ entwickelten Vision für die zukünftige Entwicklung der Kommune inklusive Handlungsempfehlungen und Umsetzungsvorschlägen. Die Vision zur nachhaltigen Gestaltung der Kommunen wurde mit Bürgerinnen und Bürgern grafisch visualisiert.

Ahrensfelde – Herausforderungen einer Gemeinde in der Peripherie zu Berlin

Die brandenburgische Gemeinde Ahrensfelde mit 13.100 Einwohner/innen liegt am nord-östlichen Rande von Berlin. Ahrensfelde ist durch weiträumige Agrarlandschaften, erholungsnahe Räume und eine verkehrs­günstige Anbindung zu Berlin geprägt. Diese Faktoren begünstigten eine starke Bevölkerungs­zunahme durch Zuzüge. Seit 1990 erhöhte sich die Wohnbevölkerung in der Gemeinde um ca. 260%, wobei bis 2020 weiterer, wenn auch verlangsamter Zuwachs prognostiziert wird. Ahrensfelde gehört damit zu den stark wachsenden Gemeinden Brandenburgs und hat sich zu einem interessanten Wirtschafts- und Wohnstandort in der Übergangszone zum ländlichen Raum entwickelt. Das stetig wachsende Pendleraufkommen lässt darauf schließen, dass der Arbeitsort vieler Pendler/innen Berlin ist. 2013 pendelten etwa ein Drittel der Einwohner/innen nach Berlin. Weiterhin zeigen Prognosen, dass der Anteil der Wohnbevölkerung im arbeitsfähigen Alter im Zeitraum 2000 bis 2030 um ca. 30% abnehmen und der Anteil der Wohnbevölkerung im Rentenalter um fast 300% zunehmen wird.

Die zunehmende Überalterung der Wohnbevölkerung, das stetig wachsende Verkehrsaufkommen und die kulturellen Differenzen der Bewohner/innen sind nur einige der Herausforderungen vor denen Ahrensfelde steht. Resultierender Flächendruck, Zersiedelung und Umweltbelastung sowie der Anspruch auf erneuerbare Energien und die Umsetzung der Energiewende sind wichtige Themen, mit denen die Ahrensfelder/innen sich bei der Visionsbildung beschäftigten. Wie bleibt Ahrensfelde lebenswert und zukunftsfähig? Wie soll sich das Landschaftsbild entwickeln? Wie kann flächenschonend neuer Wohnraum entstehen? Bestehen ausreichend (genutzte) Erholungs- und Gemeinschaftsräume? Wie wird die Gemeinde dem demografischen Wandel gerecht? Welche Infrastruktur braucht Ahrensfelde? Und welche Rolle spielt die Landwirtschaft in Zukunft?

Gemeinsam für eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft

Das Ecologic Institut unterstützte zusammen mit Prof. Dr. Hans-Peter Piorr von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) die Gemeinde Ahrensfelde im Wettbewerb "Zukunftsstadt". Die HNEE konnte bereits auf eine Partnerschaft mit der Gemeinde bauen und war insbesondere im Arbeitskreis Energie engagiert. Das Ecologic Institut unterstützte das Projekt durch die Prozessgestaltung, Moderation, (möglichst ausgeglichene) Beteiligung aller Akteure, Protokollierung und Gewährleistung des Informationsflusses. Zu Beginn des Wettbewerbs sollten Bürger/innen während einer Sensibilisierungsphase zur Beteiligung am Wettbewerb animiert werden. Darauf folgten zwei Arbeitstreffen – eins je Ortsteil und ein weiteres als Weltcafé zur Zusammenführung einer gemeinsamen Vision für ein nachhaltiges Ahrensfelde 2030+. Visuell unterstützt wurde die Visionsbildung durch topografische Karten der HNEE. Zum Ende der ersten Wettbewerbs-Phase wurde die Vision dem Bürgermeister überreicht.

Forschung für Nachhaltige Entwicklung

Der Wettbewerb "Zukunftsstadt" war Teil des Rahmenprogramms "Forschung für Nachhaltige Entwicklungen" (FONA3) und des Wissenschaftsjahrs 2015 – Zukunftsstadt. In einer zweiten Phase des Wettbewerbs wurden 20 Kommunen gefördert, um die entwickelten Ideen wissenschaftlich zu prüfen und weiter zu entwickeln und in einer dritten Phase wurden Reallabore in ausgewählten Kommunen gefördert.