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Marktbasierte Instrumente für Ökosystemleistungen

Marktbasierte Instrumente für Ökosystemleistungen

Ökosystemleistungen bezeichnen den vielfältigen Nutzen, der den Menschen von der Natur gestiftet wird. Innerhalb eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojektes untersucht eine interdisziplinäre Nachwuchsgruppe die Auswirkungen des Einsatzes marktbasierter Instrumente in der Klima- und Naturschutzpolitik auf die Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Als Untersuchungsgebiete dienen mitteleuropäische Kulturlandschaften.

Hintergrund

Neben der Bereitstellung von Nahrung oder Nutzholz erbringen die Kulturlandschaften Mitteleuropas weitere Leistungen, deren Nutzen nicht oder nur teilweise von unserer Gesellschaft wahrgenommen, anerkannt und entgolten wird. Hierzu zählen zum Beispiel die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, die Regulierung des Klimas durch die Speicherung von CO2, oder aber die Bereitstellung von Naherholungsmöglichkeiten.

In jüngerer Zeit haben Ideen, diese Leistungen zu messen und monetär zu bewerten, umfassende Aufmerksamkeit erfahren. Weltweit entstanden Initiativen, die auf die Sicherung der Funktionsfähigkeit von Ökosystemen über marktbasierte Instrumente und insbesondere Zahlungs- und Honorierungsleistungen abzielen. Hierzu gehören Abgaben, Subventionen oder handelbare Zertifikate.

Ziele & Methodik

Die Analyse der Beziehungen von marktbasierten Instrumenten, Ökosystemleistungen und der Lebensqualität der Menschen stehen im Mittelpunkt des Forschungsinteresses der Nachwuchsgruppe.

Für eine systematische Erfassung werden

  • die Wirkungen marktbasierter Instrumente auf die Landnutzungspraxis und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen analysiert;
  • die intendierten und nicht-intendierten Effekte von Landnutzungsänderungen auf ausgewählte Ökosystemleistungen sowie die Interaktionen, Konflikte und Synergien zwischen Ökosystemleistungen untersucht;
  • die Bestimmung des Verhältnisses zwischen Ökosystemleistungen und Lebensqualität sowie ökonomischer Wohlfahrt angestrebt.

Das Vorhaben konzentriert sich beispielhaft auf die Bereiche Klima- und Naturschutz in der Landnutzung. Die Nachwuchsgruppe wird ihre Untersuchungen exemplarisch in den Biosphärenreservaten Oberlausitz und Schwäbische Alb durchführen.

Konkrete Optionen zu einer Abstimmung von Klimaschutz-, Naturschutz- und weiteren Zielen der Landnutzung sollen ein Ergebnis der gemeinsamen Arbeit sein. Besonderes Anliegen ist auch, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Anreizinstrumente nachhaltig zu gestalten sind.

Rolle des Ecologic Instituts

Holger Gerdes, Fellow im Bereich Umweltökonomie am Ecologic Institut, strebt im Rahmen der Nachwuchsgruppe eine Promotion zum Thema „Naturbewertung“ an. Dabei wird er die Kosten und Nutzen verschiedener Landnutzungsentwicklungen im Rahmen einer integrativen volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) ermitteln. Hierbei plant er, Bewertungsmethoden aus der traditionellen ökonomischen Theorie mit einer multikriteriellen Analyse (MKA) zu kombinieren.

Dieses Projekt gehört zum Beitrag des Ecologic Instituts zum internationalen Jahr der Biodiverstität 2010.


Finanzierung
Partner
Ecologic Institut, Deutschland
Partner
Öko-Institut, Deutschland
Universität Freiburg, Professur für Landespflege, Deutschland
Projektdauer
Mai 2009 bis April 2013
Projektnummer
2203
Schlüsselwörter
Ökosystemleistungen, Marktbasierte Instrumente, Umweltökonomie, Europa