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CLICO-Treffen in Berlin: Diskussionen zu menschlicher Sicherheit

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Das Konzept "Sicherheit" wird heutzutage viel weiter definiert als noch vor einigen Jahrzehnten. Es bezieht es sich nicht nur auf neue, diffuse militärische Bedrohungen, wie den weltweiten Terrorismus, sondern bezieht auch zusätzliche Bereiche, wie Ernährung, Wasser, Gesundheit und andere umweltbezogene Aspekte ein. Aber hilft diese veränderte Sichtweise auf die Umwelt und/oder die bedrohte Bevölkerung? Welche Auswirkungen hat ein neues Verständnis von Sicherheit auf konfliktreiche und durch Umweltprobleme am stärksten beeinträchtigte Gebiete? Diese Fragen wurden beim CLICO-Projekttreffen, welches vom Ecologic Institut vom 16. bis 18. Februar 2011 in Berlin organisiert wurde, diskutiert.

Traditionell wird es als eine Aufgabe des Staates verstanden, Bürger und das Staatsgebiet vor externen Bedrohungen zu schützen. Doch während im Jahr 2009 42 Millionen Menschen durch bewaffnete Konflikte aus ihren Häusern vertrieben wurden, waren mehr als 200 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen. Entsprechend besteht ein Bedarf nach Sicherheit und Schutz zu vor dem breiten Spektrum an Naturkatastrophen, die der Klimawandel mit sich bringt.

Ein denkbarer Ansatzpunkt ist es, sich diesen Herausforderungen aus dem Blickwinkel der "menschlichen Sicherheit" zu nähern. Das Konzept der menschlichen Sicherheit beinhaltet eine weite, entwicklungsbezogene Sichtweise auf den Begriff Sicherheit. Es umfasst Aspekte des traditionellen Sicherheitsbegriffs wie Frieden und Stabilität sowie weitere, wie Menschenrechte und die Verringerung von Anfälligkeit für natürliche und menschgemachten Gefahren. Im Gegensatz zu traditionellen militärischen Interventionen, die überwiegend reaktiv sind, können Interventionen aus der Perspektive der menschlichen Sicherheit vorbeugend ansetzen, indem sie langfristig die menschliche Anpassung an den Klimawandel und dessen Auswirkungen unterstützen.

Obwohl das Konzept der menschlichen Sicherheit die traditionellen Vorstellungen von Sicherheit in Frage stellt, schließen sich beide Konzepte nicht gegenseitig aus. Ohne menschliche Sicherheit kann traditionelle staatliche Sicherheit nicht erreicht werden und umgekehrt. Frühwarnsysteme und Notfallpläne zum Schutz der Menschen in besonders gefährdeten Gebieten sind ein wichtiger Aspekt der Katastrophenvorsorge. Dabei spielt das Militär bei der Durchführung dieser Strategien immer noch eine wichtige Rolle. Auf Regierungsebene hingegen wird gerade erst begonnen, die möglichen Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Sicherheitspolitik, deren Entwicklung und Finanzierung, einzubeziehen.

Der Zusammenhang zwischen menschlicher Sicherheit, hydroklimatischen Veränderungen und Konflikten stand im Mittelpunkt der Diskussion auf dem jüngsten Treffen der Mitglieder des CLICO Forschungskonsortiums, welches vom Ecologic Institut vom 16. bis 18. Februar in Berlin veranstaltet und durch das 7. Rahmenprogramm der EU für Forschung finanziert wurde. CLICO Forschungspartner aus mehr als 10 Ländern nahmen an dem Treffen teil und präsentierten erste Forschungsergebnisse.

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Schlagwörter: Sicherheit, Klimawandel, Wasser, hydroklimatischer Konflikt, Konflikt, Frieden

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Source URL: https://www.ecologic.eu/4016