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Umweltveränderungen, menschliche Unsicherheit und Umweltforschung

Umweltveränderungen, menschliche Unsicherheit und Umweltforschung

Timeloc
15. Februar 2011
Berlin
Deutschland

Wir Menschen haben die Umwelt so weitgehend verändert, dass wir in einem neuen geologischen Zeitalter leben: dem Anthropozän. Das war eine der zentralen Thesen, die Dr. Simon Dalby, Professor für Geographie und Umweltforschung an der Carleton University (Ottawa) während des Dinner Dialogs am 15. Februar 2011 vorstellte. Der Dinner Dialog wurde von Ecologic Institut organisiert und von der kanadischen Botschaft unterstützt.

Menschen verursachen durch ihr Verhalten Umweltphänomene wie den Klimawandel; diese haben wiederum negative Auswirkungen auf den Menschen, beispielsweise in Gestalt von Hochwasser, Dürren oder Unwettern. Der Begriff der Umweltsicherheit weist darauf hin, dass ungünstige Umweltbedingungen die körperliche Unversehrtheit, die Lebensgrundlagen und die persönliche Sicherheit von Menschen gefährden können. Ein angemessenes Verständnis von Umweltsicherheit ist jedoch wichtig, so Simon Dalby. Umweltsicherheit darf nicht als Frage äußerer Bedrohungen verstanden werden. Risiken wie z.B. der Klimawandel kommen nämlich nicht von "außen", sondern sind durch Menschen verursacht, die ein integraler Bestandteil des Ökosystems Erde sind.

Vertreter der Bundesregierung, des Bundestags, der EU-Kommission, von Botschaften, Think Tanks und akademischen Einrichtungen nahmen an dem Dinner Dialog teil. Die Anwesenden diskutierten unter anderem, inwieweit die Verwendung des Konzepts "Sicherheit" zu besserer Umweltpolitik beitragen kann. Weitgehende Einigkeit bestand darüber, dass die Verwendung des Begriffs "Sicherheit" Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit richtet, auf Umweltveränderungen und ihre Auswirkungen auf Menschen politisch zu reagieren. Dennoch, so der Kommentar einer Teilnehmerin, ist die Bezugnahme auf Sicherheit zweischneidig: Politische Ansätze, die auf einem traditionellen Verständnis nationaler Sicherheit beruhen, sind im Bereich der Umweltpolitik nicht immer hilfreich, weil Umweltprobleme häufig Grenzen überschreiten und internationale Kooperation erfordern. Diskutiert wurden ebenfalls die Rolle militärischer Institutionen bei der Hilfe nach Umweltkatastrophen; die Einbeziehung aller gesellschaftlichen Akteure in die Vorbereitung auf und die Prävention von Umweltkatastrophen hielten die Teilnehmer des Dinner Dialogs für wichtig.

Der Dialog wurde von R. Andreas Kraemer, Direktor von Ecologic Institut moderiert und von der kanadischen Botschaft Berlin unterstützt. Der Dinner Dialog fand im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt CLICO zu Klimawandel, Wasserkonflikten und menschlicher Sicherheit statt, welches aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU gefördert wird.

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Sprecher
Simon Dalby
Datum
15. Februar 2011
Ort
Berlin, Deutschland