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Klimaschutzverträge für die Industrietransformation

Kurzfristige Schritte auf dem Pfad zur Klimaneutralität der deutschen Grundstoffindustrie

Publikation
Zitiervorschlag

Agora Industrie, FutureCamp, Wuppertal Institut und Ecologic Institut (2021): Klimaschutzverträge für die Industrietransformation: Kurzfristige Schritte auf dem Pfad zur Klimaneutralität der deutschen Grundstoffindustrie

Klimaschutzverträge sind nötig, um Investitionen in klimafreundliche Industrieproduktion zu beschleunigen

Die Grundstoffindustrien – Stahl, Zement und die chemische Industrie – müssen sich der Transformation stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben in einer Weltwirtschaft, die sich auf Klimaneutralität ausrichtet. Um die Sektorziele zu erreichen, dürfen Investitionen nur noch in solche Anlagen fließen, die mit dem Pfad zur Klimaneutralität vereinbar sind. Die Technologien dafür existieren bereits – sie sind aber noch teurer und mit größeren Risiken behaftet als herkömmliche Alternativen. Mit Klimaschutzverträgen kann die öffentliche Hand einen Teil des Risikos und der Kosten übernehmen, solange klimafreundliche Investments sich noch nicht am Markt durchsetzen können. Dieser Bericht von Agora Industrie, FutureCamp und dem Ecologic Institut untersucht das Instrument der Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference) genauer – wie sie funktionieren, welche Rolle sie für die Transformation spielen sollten, und wie sie am besten mit anderen Politikinstrumenten wie dem Emissionshandel kombiniert werden können.

Die wichtigsten Ergebnisse

  1. Die Transformation der Grundstoffindustrie ist dringend erforderlich, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und den Pfad zur Klimaneutralität bis 2045 zu öffnen. Klimaschutzverträge nach dem Vorbild der Carbon Contracts for Difference (CCfD) erlauben einen raschen Einstieg in die notwendigen Investitionen und sichern die Mehrkosten einer klimafreundlichen Produktion ab.
  2. Klimaneutrale Produktionsanlagen sind der Anker für den Aufbau der Infrastruktur für Wasserstoff und Carbon Capture, Utilisation and Storage (CCUS). Klimaschutzverträge dienen somit auch als Absicherungsinstrument für die anfängliche Auslastung von strategisch wichtigen Infrastrukturen, ohne die Klimaneutralität nicht erreicht werden kann.
  3. Klimaschutzverträge beschleunigen die Transformation und können die Emissionen der Grundstoffindustrie noch in dieser Dekade nachhaltig um über zwanzig Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr senken. Mit staatlichen Sicherheiten und einer geeigneten Reform der deutschen und europäischen Klimapolitik kann der Bedarf an staatlichen Zuschüssen für die Transformation auf unter 10 Milliarden Euro sinken. Zur Finanzierung kommen eine Kombination aus existierenden Förderinstrumenten mit Garantien durch den Bundeshaushalt oder den Energie- und Klimafonds infrage.
  4. Klimaschutzverträge müssen durch andere Politikinstrumente ergänzt werden, um den Übergang in ein marktbasiertes System sicherzustellen. Über die Reform des EU-Emissionshandels, der Instrumente zum Carbon-Leakage-Schutz sowie den Aufbau von grünen Leitmärkten können Klimaschutzverträge abgelöst und klimafreundliche Produkte als Standard am Markt etabliert werden.
Die Grundstoffindustrien müssen sich der Transformation zur Klimaneutralität stellen – Klimaschutzverträge können ein wichtiges Instrument sein, um Investitionen in klimafreundliche Produktionsweisen zu beschleunigen und die Zusatzkosten abzufedern.

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Sprache
Deutsch
Autorenschaft
Philipp D. Hauser (Agora Industry)
Paul J. Münnich (Agora Industry)
Helen Burmeister (Agora Industry)
Andreas Kohn (FutureCamp)
Finanzierung
Verlag
Jahr
Umfang
120 S.
Projekt
Projekt-ID
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselwörter
Deutschland

Source URL: https://www.ecologic.eu/18466