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Evidenzbasierte Verbesserungen bei der Umsetzung der Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie: eine systematische Überprüfung (E-BIND)

Projekt

Evidenzbasierte Verbesserungen bei der Umsetzung der Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie: eine systematische Überprüfung (E-BIND)

Die europäischen Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien – die zusammen als Naturschutzrichtlinien bezeichnet werden - sind zentrale Regulierungsinstrumente zur Erreichung des Hauptziels der EU-Biodiversitätsstrategie: Dazu beizutragen, den Verlust von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen in der EU, und darüber hinaus den weltweiten Verlust an Biodiversität, bis 2020 aufzuhalten. Eine kürzlich durchgeführte Evaluierungsstudie der Europäischen Kommission hat ergeben, dass die Naturschutzrichtlinien zwar nach wie vor hoch relevant sind, ihre Umsetzung jedoch verbessert werden muss, um die angestrebten Ziele erfolgreich zu erreichen. Das Projekt "Evidenzbasierte Verbesserungen bei der Umsetzung der Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie: eine systematische Überprüfung (E-BIND)" reagiert auf diese Forderung die Richtlinien wirksamer umzusetzen, indem es für die wichtigsten Interessengruppen Informationen sammelt und Empfehlungen für eine bessere Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Netzwerke entwickelt.

Hintergrund

Die europäischen Naturschutzrichtlinien bieten ein umfassendes rechtliches Schutzsystem für seltene und bedrohte Arten und wertvolle Habitate in der EU. Sie sind daher von entscheidender Bedeutung, um das Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie zu erreichen, den Verlust von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen in der EU aufzuhalten. Im Jahr 2016 schloss die Kommission eine umfassende Bewertung der Richtlinien - einen sogenannten "Fitness-Check" - ab und hob hervor, dass die Naturschutzrichtlinien zwar noch zweckmäßig sind, Verbesserungen in Bezug auf Wirksamkeit und Effizienz sowie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Stakeholder-Gemeinschaften in Mitgliedstaaten der EU und in der gesamten EU erforderlich sind, um praktische Ergebnisse vor Ort zu liefern. Zu den Schlüsselfaktoren, die diesen Mängeln zugrunde lagen, gehörten unzureichendes Wissen und Zugang zu Daten sowie eine zu geringe Einbindung der Interessengruppen. Als Reaktion auf diese Debatte und auf der Grundlage der Gesamtergebnisse des Fitness-Checks entwickelte die Kommission einen Aktionsplan zur Verbesserung der Umsetzung der Naturschutzrichtlinien, sowie deren Kohärenz mit den sozioökonomischen Zielen und der Zusammenarbeit mit nationalen, regionalen und lokalen Behörden, Interessengruppen und Bürgern.

Ziele und Vorgehensweise

Das Hauptziel von E-BIND besteht darin, die Kommission, die Behörden der Mitgliedstaaten und andere Interessengruppen über die bessere Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse und wissenschaftlicher Netzwerke zu beraten, um eine wirksamere Umsetzung der Naturschutzrichtlinien zu unterstützen. Dies wird wiederum die Priorität A des Aktionsplans und insbesondere seine dritte Maßnahme unterstützen: "Verbesserung des Wissens, durch eine verbesserte und effizientere Überwachung und durch eine Gewährleistung des öffentlichen Online-Zugangs zu den für die Umsetzung der Richtlinien erforderlichen Daten". Das Projektteam wird eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Beweise durchführen und Ergebnisse an der Schnittstelle Wissenschaft-Politik präsentieren, um politische Entscheidungsträger zu erreichen, die an Natura 2000-Gebieten und dem in Management der im Anhang der Naturschutzrichtlinien genannten Arten beteiligt sind, sowie lokale Anwender und Wissenschaftler aus verschiedenen Gemeinschaften.

Ecologic in E-BIND

Das Ecologic Institut wird die Entwicklung von Online-Handbüchern leiten, die Akteure bei der Verbesserung ihrer Umsetzung der Naturschutzrichtlinien unterstützen sollen. Informationen, Erkenntnisse und Lehren, die aus den Forschungsaktivitäten des Projekts gewonnen werden, werden für Zielgruppen von Interessengruppen zusammengestellt, wie z. B. Natura 2000-Wissens- und Datenanbieter, Akteure aus wissenschaftlichen Netzwerken und Gemeinschaften, Schutzgebiet-Manager, Privatwirtschaft usw. Die Handbücher enthalten auch Empfehlungen zur Förderung einer besseren Nutzung vorhandener Informationen und Datenbanken, zur Steigerung der Kohärenz, der Kostenwirksamkeit und der Qualität der Datennutzung und der Methodik sowie zur Erarbeitung von Lösungen zur Behebung anhaltender Wissenslücken.


Finanzierung
Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt (GD Umwelt)
Partner
Wageningen University (Wageningen UR), Holland
Partner
Milieu, Belgien
Ecologic Institut, Deutschland
Projektdauer
Juli 2018 bis Dezember 2020
Projektnummer
3544
Schlüsselwörter
Biodiversität, Natura2000, Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien, Naturschutzrichtlinien, EU-Aktionsplan, EU-Biodiversitätsstrategie, Handbuch, Europa