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Nachhaltigkeitsforschung stärker in die Hightech Agenda integrieren

© Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), Hightech Agenda Deutschland, 2026

Nachhaltigkeitsforschung stärker in die Hightech Agenda integrieren

Ecornet-Stellungnahme

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Datum
Ort
Berlin, Deutschland

Die Hightech Agenda Deutschland mit ihrem Fokus auf sechs Schlüsseltechnologien ist der Mittelpunkt der bundesdeutschen Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik. In seiner heute veröffentlichten Stellungnahme empfiehlt das Ecological Research Network (Ecornet), das Netzwerk von acht führenden Instituten der Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland, die Agenda und ihre Roadmaps stärker als bisher an zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen und der Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Daher muss die Agenda um Perspektiven der Resilienz- und Nachhaltigkeitsforschung ergänzt werden. Die Stellungnahme wurde als Beitrag zur derzeit laufenden Agenda-Konsultation eingereicht. Das Ecologic Institut ist Mitglied im Ecornet und unterstützt die Empfehlungen des Netzwerks.

Konsequente Nachhaltigkeitsorientierung notwendig

Es reicht nicht aus, Nachhaltigkeit in der Agenda nur am Rande zu erwähnen, sondern sie muss in jeder Phase von Forschung, Entwicklung und Implementierung von Technologien verankert werden. Wettbewerb und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze, betont Ecornet: In vielen Technologie- und Industriebranchen ist eine Nachhaltigkeitsorientierung bereits jetzt ein klarer Wettbewerbsvorteil. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Risiken.

Das Netzwerk empfiehlt, die Hightech Agenda mit Kernelementen und Erkenntnissen aus der Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit“ (FONA) des Bundesforschungsministeriums anzureichern. Die mittlerweile fünfte Auflage der FONA-Strategie wurde vergangene Woche vom Ministerium vorgestellt.

Gesellschaftlichen Nutzen von Hightech sichtbar machen

Bisher zielt die Agenda hauptsächlich auf Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologische Souveränität. Ecornet empfiehlt, dass sie jedoch stärker als bisher auch auf die Lösung gesellschaftlicher und alltagsweltlicher Probleme fokussieren muss. Die Berücksichtigung sozialer Dimensionen wie Arbeit oder Gerechtigkeitsfragen ist unerlässlich, damit Innovationen besser gesellschaftliche Wirkung entfalten. Darüber hinaus kann der selbst gesetzte Anspruch auf eine „Mitmach-Agenda“ insbesondere erst durch die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure erfüllt werden. Erst dann wird die Hightech Agenda zu einer gemeinsamen Anstrengung vieler Akteursgruppen.

Zentral dafür ist auch ein erweitertes Innovationsverständnis. Der Fokus der Agenda auf technologische Innovationen muss ergänzt werden um soziale, kulturelle und institutionelle Innovationen, die alle miteinander in Wechselwirkung stehen. Erst dieses Zusammenspiel erzeugt eine lebendige Innovationskultur, wie sie die Agenda anstrebt, so Ecornet.

Transdisziplinarität als Hebel für Innovationsprozesse

Das Netzwerk betont in seiner Stellungnahme vor allem die Hebelwirkung, die die transdisziplinäre Forschung für technologische Innovationen haben kann. Der von den Ecornet-Instituten früh mitentwickelte Forschungsansatz ermöglicht eine breite Akteursbeteiligung für eine große Perspektivenvielfalt in Forschung und Innovation. Zudem sind Innovationsprozesse komplexe Gefüge, die mithilfe transdisziplinärer Methoden für verschiedene Akteursgruppen verständlich aufbereitet werden können.

Über das Ecological Research Network (Ecornet)

Im Ecornet arbeiten mehr als 1.000 Mitarbeiter*innen in acht Instituten an konkreten Vorschlägen für Wege in ökologisch tragfähige und sozial gerechte Zukünfte. Die Arbeit der Institute zu sozial-ökologischen Transformationen ist stets mit Vorstellungen von einer demokratischen, lebendigen Gesellschaft verbunden. Mit ihrer Forschung und ihrem transdisziplinären Forschungsansatz tragen sie aktiv zur Gestaltung der notwendigen Transformationen bei.

Die Agenda braucht eine konsequente Nachhaltigkeitsorientierung. Denn Nachhaltigkeit ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit und schon jetzt ein klarer Wettbewerbsvorteil.

Kontakt

Prof. Dr. Flurina Schneider (Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE))
Thomas Korbun (Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW))
Roy Schwichtenberg (Leiter der Ecornet-Geschäftsstelle)