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Die Rolle ökonomischer Bewertungsmethoden in der Wasserrahmenrichtlinie

Project

Die Rolle ökonomischer Bewertungsmethoden in der Wasserrahmenrichtlinie

Im Auftrag des Umweltforschungszentrums für Schottland und Nordirland (SNIFFER) hat Ecologic praxisnahe Vorschläge entwickelt, wie die ökonomischen Aspekte der Wasserrahmenrichtlinie in Schottland und Nordirland umgesetzt werden können, und welche Rolle ökonomische Bewertungsverfahren dabei spielen können. Dabei ging es um die Bestimmung unverhältnismäßiger Kosten (im Rahmen des Art.4), aber auch um die Auswahl kosteneffizienter Maßnahmenkombinationen (Art.11). Der online verfügbare Bericht schlägt eine angepasste Vorgehensweise vor, die den spezifischen Gegebenheiten in Schottland und Nordirland Rechnung trägt.

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat zahlreiche Politikinnovationen in den Europäischen Gewässerschutz eingeführt. Am bedeutendsten ist dabei der integrierte Flußgebietsansatz, wonach Gewässerschutz auf der Ebene von Flußeinzugsgebieten organisiert werden soll. Eine weitere wesentliche Neuerung sind die ökonomischen Aspekte: mit der WRRL hat erstmals eine bedeutende Europäische Umweltrichtlinie ökonomische Betrachtungen systematisch in den Umsetzungsprozess einbezogen, um sicherzustellen dass aufgewendete Ressourcen effizient eingesetzt werden, dass die Ziele zu möglichst niedrigen Kosten erreicht werden, und dass das Verursacherprinzip im Gewässerschutz gilt. Die wichtigsten ökonomischen Elemente der WRRL sind die Auswahl kosteneffizienter Maßnahmenkombinationen, mit dem Ziel bis 2015 den guten ökologischen Zustand / Potenzial in allen Wasserkörpern zu erreichen, die Umsetzung des Kostendeckungsprinzips für Wasserdienstleistungen, und die Entscheidung über Ausnahmetatbestände, falls die Ziele nur zu unverhältnismäßig hohen Kosten zu erreichen sind.

Ziel des Vorhabens

Das Vorhaben basiert auf dem Entwurf für eine Methodik zur Kosten-Effektivitäts-Analyse, der von RPA Ltd im Auftrag von Defra entwickelt wurde, und der eine Vorgehensweise für die Auswahl von Maßnahmenkombinationen und die Bewertung von unverhältnismäßigen Kosten vorschlägt. Vor diesem Hintergrund soll die Ecologic-Studie darstellen, wie Verfahren zur ökonomische Bewertung von Umweltgütern Entscheidungsprozesse unterstützen können, und welche Rolle diese Bewertungsstudien für Methoden wie die Kosten-Nutzen-Analyse oder die Kosten-Effektivitäts-Analyse spielen. Die Studie diskutiert auch verschiedene alternative Verfahren, die die Entscheidungsfindung in der WRRL-Umsetzung unterstützen können, besonders für vergleichsweise einfache Entscheidungssituationen. Darauf aufbauend werden Vorschläge entwickelt, wie die Entscheidungsfindung an die spezifischen Gegebenheiten in Schottland und Nordirland angepasst werden kann, wie z.B. die begrenzte Kapazität der Verwaltung und die geringe Anzahl bereits vorhandener ökonomischer Bewertungsstudien, aber auch die  übersichtlichere Belastungssituation der Gewässer in Schottland und Nordirland. Schließlich wird erörtert, in welchem Umfang Kosten und Nutzen von Gewässerschutzmaßnahmen monetär bewertet werden müssen, um eine effiziente Umsetzung der WRRL zu gewährleisten.

Wesentliche Ergebnisse und Empfehlungen

Für diejenigen Entscheidungsschritte in der WRRL-Umsetzung, bei denen wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle spielen, stehen eine Reihe von Methoden zur Verfügung. Dies reicht von Experteneinschätzungen in einfachen Fällen bis hin zu Kosten-Nutzen-Analysen oder multikriteriellen Analysemethoden für die komplexeren Fälle. Nur wenige dieser Methoden erfordern die monetöre Bewertung von Kosten und Nutzen. Insgesamt wird die Beurteilung unverhältnismäßiger Kosten im Zusammenhang mit Ausnahmetatbeständen eine der kompliziertesten Entscheidungen darstellen, die auch auf monetäre Bewertung zurückgreifen muss. Eine vollständige Kosten-Nutzen-Analyse wird jedoch nur in einer kleinen Anzahl von Fällen nötig. Die Herausforderung besteht daher darin, ein Raster zu entwickeln, mit dem unterschiedliche Entscheidungssituationen nach ihrer Komplexität sortiert werden können, um den Einsatz ökonoischer Analysemethoden auf eine kleine Anzahl von Fällen zu beschränken. Für die Auswahl kosteneffizienter Maßnahmen wird davon ausgegangen, dass ökonomische Bewertungsverfahren keine große Rolle spielen werden - mit Ausnahme der nicht-wasserbezogenen externen Effekte, die ggf. durch eine Nutzenwertübertragung (benefits transfer) bewertet werden könnten.

Hier können die Projektergebnisse heruntergeladen werden:


Partner
Partner
VU University Amsterdam, Institute for Environmental Studies (IVM), Netherlands
Team
Duration
November 2004 to May 2005
Project ID
1954
Keywords
Wasser, Wasserrahmenrichtlinie, Gewässerqualität, Kosteneffizienz, Maßnahmenprogramm, unverhältnismäßige Kosten, Bewertung, monetäre Bewertung, Ökonomie, wirtschaftliche Bewertung, Ausnahmetatbestände, Schottland, Nordirland