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Post-fossile Zukunftsstädte in Deutschland (POCACITO in Deutschland)

Post-fossile Zukunftsstädte in Deutschland (POCACITO in Deutschland)

Das Projekt "Post-fossile Zukunftsstädte in Deutschland - POCACITO in Deutschland" bringt urbane Multiplikatoren aus den USA und Deutschland zusammen, um gemeinsam voneinander zu lernen, welche Ansätze für die Dekarbonisierung unterschiedlicher Städte in unterschiedlichen Situationen erfolgversprechend sind. Neben konkreten Maßnahmen beinhaltet der Austausch auch ein Lernen über erfolgreiche formelle und informelle Organisationsformen sowie Finanzierungsansätze, die Umsetzung der Dekarbonisierung befördern.

Mit dem Übergang zu einer post-fossilen und nachhaltigen Gesellschaft werden Städte mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. POCACITO unterstützt Städte dies- und jenseits des Atlantiks dabei, die Widerstandsfähigkeit von Städten und Regionen insbesondere gegenüber gesellschaftlichen Megatrends, Umweltzerstörungen und dem globalen Klimawandel zu verbessern.

Sowohl deutsche als auch amerikanische Städte sind dank ihrer Innovationskraft und Dynamik wesentliche Katalysatoren für die globale Transformation zu einer postfossilen Gesellschaft. Integrierte urbane Netzwerke verknüpfen Städte als Wissens- und Lernzentren sowohl regional als auch international.  Der Erfolg der globalen postfossilen Transformation hängt entscheidend von den Fortschritten in den USA und Deutschland ab, da andere Nationen den Vorreitern folgen. 

Das Vorhaben besteht aus drei Jahrgängen. Jedes Jahr hat einen spezifischen Schwerpunkt, der die Auswahl der Teilnehmer und der zu besuchenden Städte bedingt. Folgende Themenschwerpunkte sind vorgesehen:

  • Jahr 1: Energiewende in der Stadt  (Erneuerbare Energien, Energieeffizienz in Gebäuden)
    Hamburg: Hamburg Energie, Energiebunker und Nahwärmeversorgung, Internationale Bauausstellung
    Bottrop/Essen: Innovation City Ruhr, Hybridkraftwerk Emscher, Supraleiter AmpaCity, Bürgersolarkraft
  • Jahr 2: Nachhaltige Mobilität (Elektromobilität, ÖPNV, Fuß- und Radverkehr)
    Hannover: Induktives Laden, Pilotversuch Elektrobus, eCarsharing, Fahrradparkhaus RadStation Step
    Dresden: CarGoTram, Elektrobusse, kommunale e-Wirtschaftsfahrzeuge, Radstation adfc Dresden
  • Jahr 3: Anpassung an den Klimawandel (Hochwasser, Starkregen, Hitze)
    München: Renaturierung der Isar, Stadtwerke München Förderprogramm Ökobauern
    Essen: European Green Capital 2017, Renaturierung der Emscher, Coolcity Essen

Im ersten Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Umsetzung der Energiewende in Städten. Erstes Besuchsziel für zwei Tage ist Hamburg die European Green Capital 2011. Hamburg Energie ist ein Musterbeispiel für einen innovativen kommunalen Energieversorger. Hamburg Energie Solar, der größte Solarstromerzeuger in Hamburg, bietet eine Bürgeranleihe als Einstieg in die Energiewende für Jedermann an. Darüber hinaus werde hier auch Lösungen erprobt, wie Mieter an der Installation von Solarzellen beteiligt werden können. Im Stadtteil Wilhelmsburg ist der ‚Energiebunker‘ das markanteste Zeugnis für das Vorhaben 'Erneuerbares Wilhelmsburg'. Der ehemalige Bunker dient als Wärmespeicher für ein Nahwärmenetz und verbindet Solar, Biomethan, Holzpellets und industrielle Abwärmenutzung in einem intelligenten Kraftwerk. Unweit finden sich etliche Gebäude der IBA: neben einem Algenhaus auch schwimmende Häuser, flexible Hybridhäuser sowie Häuser mit ökologischen Materialien.

Von Hamburg geht es an die Emscher: Essen – European Green Capital 2017 – und Bottrop. Am Mittwoch folgt nach der Zugfahrt nach Essen ein Besuch der Zeche Zollverein mit Führung, Kulturprogramm und Abendessen. Am Donnerstag besuchen die Teilnehmern die Innovation City Ruhr in Bottrop: hier werden Bestandsgebäude in Energieplushäuser umgebaut: ein Wohnhaus, ein Wohn- und Geschäftshaus und eine reine Gewerbeimmobilie. Weitere Projekte in Bottrop umfassen Smart Grid-Pilotanlagen, Mikro-KWK und Vertikalwindkraftanlagen, sowie das Hybridkraftwerk Emscher Mitte, in dem Strom und Wärme aus Klärgas gewonnen werden. In Essen wird die Stadtverwaltung die energetischen Vorhaben im Rahmen der Green Capital 2017 darstellen. Schließlich folgt die Besichtigung des 1km Supraleiters in der Essener Innenstand – AmpaCity Essen, der Strom nahezu verlustfrei transportiert, sowie die Präsentation des Essener Vorhabens Bürgersolarstrom- Solarenergie für Jedermann durch die Nutzung städtischer Dachflächen.

Im zweiten Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Thema nachhaltiger Mobilität. Die erste Stadt im Programm ist Hannover, Koordinationspunkt des Schaufensters Elektromobilität Metropolregion Hannover. Programmpunkte sind direkt am Hauptbahnhof Hannover das Fahrradparkhaus Radtstation Step, der Pilotbetrieb mit drei Elektrobussen bei der üstra, eCarsharing für Gewerbekunden bei der stadtmobil, sowie das Induktive Laden für Busse und Taxis am Hauptbahnhof Braunschweig.

Von Hannover geht es per Bahn nach Dresden. Im Anschluss an die Bahnfahrt folgt eine geführte Besichtigung der Dresdner Innenstadt inklusive Abendessen in einem Traditionsrestaurant. Am Donnerstag besucht die Gruppe die CarGoTram, die den Zulieferverkehr für das VW-Werk in der Dresdner Innenstadt leistet. Dresden ist ebenfalls Teil der Schaufenster für Elektromobilität und bietet folgende Projekte zur Besichtigung an: Elektrobuslinie 79 der Dresdner Verkehrsbetriebe samt Schnelladesystem, elektrische Fahrzeuge in der Stadtreinigung Dresden. Darüber hinaus ist Dresden auch eine Fahrradfreundliche Stadt. Neben der adfc Radstation am Hauptbahnhof können der Elberadweg sowie die Fahrradverleihsysteme RollOn Dresden, MietStation und die automatisierte sz-bike begutachtet werden.

Im dritten Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Anpassung an den Klimawandel in der Stadt und im städtischen Raum. Die Besuchsgruppe beginnt in München. Der erste Programmtag hier ist ganz der Renaturierung der Isar gewidmet, einem internationalen Vorzeigevorhaben, das Hochwasserschutz, Wasserschutz und Erholungsleistung verbindet. Am zweiten Tag besucht die Gruppe Teilnehmer des Förderprogramms Ökobauern der Stadtwerke München, die Bauern finanziell unterstützt, wenn diese wasserfreundliche Anbaumethoden umsetzen.

Von München geht die Reise nach Essen. Im Anschluss an die Zugfahrt besucht die Gruppe die Zeche Zollverein, inklusive Führung und Abendessen sowie ggf. Kulturprogramm. Essen setzt im Rahmen der European Green Capital  2017 eine Reihe von Anpassungsprojekten um, die von Interesse sind. Daneben sind auch bereits fortgeschrittene Vorhaben relevant: die Renaturierung der Emscher, die intelligente Vernetzung von Grünflächen und Parks im Rahmen des Projektes Cool City und Neue Wege sowie die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach Forest Stewardship Council (FSC) unter dem Leitbild des Erholungs-Dauerwaldes.

POCACITO in Deutschland ermöglicht der nächsten Generation urbaner Nachhaltigkeitspraktiker, sich transatlantisch zu vernetzen und beruflich und kuturell auszutauschen, auf dem Weg hin zu einer post-fossilen Gesellschaft. Sie sind herzlich eingeladen, dem Projekt im POCACITO Blog zu folgen und sich an der Diskussion zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung auf Twitter zu beteiligen.

POCACITO in Deutschland ist eine Initiative des Ecologic Institute in Washington, DC, und wird finanziell durch das European Recovery Program (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.


Finanzierung
Partner
Projektdauer
November 2015 bis August 2018
Projektnummer
502