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Ökodörfer als Pioniere des gesellschaftlichen Wandels

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Ökodörfer als Pioniere des gesellschaftlichen Wandels

Eine explorative Arbeit für ein Framework zur Einschätzung ihres transformativen Einfluss

Publikation
Zitiervorschlag

Albrecht, Stefanie (2016): Ecovillages as Change Agents of Societal Transformation - Exploring a framework to assess their transformative impact. Humboldt-Universität zu Berlin. Faculty of Life Science. Master thesis supervised by the German Environment Agency. Department on Fundamental Issues, Sustainable Strategies and Scenarios.

Ökodörfer sind Pioniere des Wandels, die als Modelle gelebter Nachhaltigkeit ein politisches Statement beabsichtigen und strukturellen Wandel umsetzten. Es sind intentionale Gemeinschaften mit größeren Siedlungsstrukturen die sich im Besitz ihrer Bewohner/innen befinden. Sie orientieren sich an planetaren Grenzen und zielen auf die Erfüllung sozial-kultureller Bedürfnisse nach Gemeinschaft, Autonomie, Partizipation und persönlicher Entwicklung. Als komplexe sozial-ökologische Systeme zeigen sich hier unterschiedlichste innovative nachhaltige Praktiken und Institutionen: Sie teilen Gemeingüter, Eigentum und manchmal Einkommen sowie Werte und Normen eines nachhaltigen Lebensstils. Etablierte Ökodörfer zeigen, dass eine nachhaltige Gesellschaft möglich ist.

Diese Pioniere zeigen Potential, das 'Mainstream' Regime zu verändern. Ökodörfer entwickelten sich aus der Zivilgesellschaft und sind mittlerweile formal und international organisiert, interagieren vermehrt mit Politik und Wissenschaft und bieten der Öffentlichkeit zunehmend beliebtere Seminare an. Durch die immateriellen Aspekte um Gemeinschaft und Autonomie sowie die Vielzahl an Ansätzen für ein nachhaltiges Leben ist die Einschätzung des Einfluss von Ökodörfern komplex zu erheben. Neuste Studien zeigen Ökodörfer als Pioniere des Wandels durch eine "stillen Revolution" hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft, da sie kleine Orte der Resilienz schaffen (KUNZE 2015). Allerdings fehlt ein Framework um ihren Einfluss auf den Wandel etablierter Systeme zu untersuchen, wobei sie selbst als komplexe sozial-ökologische Systeme im Fokus stehen und damit ihre Barrieren und Chancen diagnostiziert werden können.

Diese Masterarbeit entwickelt ein solches Framework unter Nutzung von Konzepten zu mehreren Ebenen von Veränderung (GEELS 2011), komplexen sozial-ökologischen Systemen (OSTROM 2006, POTEETE et al. 2010) und Praktiken als Entitäten (SHOVE et al. 2012). Das entwickelte Konzept betrachtet die stabilen, wertgeschätzten Praktiken des Pioniers und ihren Einfluss auf Institutionen (Regeln, Normen, Organisationsformen), und vice versa. Der transformative Einfluss eines Pionier des Wandels wird als Diffusionsprozess (SCHOT et al. 2008) seiner innovativen sozial-ökologischen (ZAPF 1989, CAULIER-GRICE et al. 2012) Praktiken und Institutionen konzeptionalisiert. Abschließend wird das Ökodorf Sieben Linden in einem Methoden-Mix untersucht um das erklärende Potential des entwickelten Konzepts zu prüfen.

Sprache
Englisch
Autorenschaft
Stefanie Albrecht
Jahr
Umfang
102 S.
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselwörter
Transformation, Übergang, sozio-ökologische Systeme, Theorien zu sozialen Praktiken , change agents, Ökodörfer