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Wirtschaftliche Bewertung der Bodenverschlechterung

Wirtschaftliche Bewertung der Bodenverschlechterung

Boden ist die Grundlage aller kulturellen und wirtschaftlichen Tätigkeiten des Menschen. Diese "fundamentale" wirtschaftliche Bedeutung des Bodens wird jedoch selten wahrgenommen. Im Rahmen des Vorhabens entwickeln Ecologic und das Bureau de recherches géologiques et minières (BRGM) daher eine Abschätzung, welche wirtschaftlichen Folgen jährlich von der anhaltenden Verschlechterung der europäischen Böden ausgehen.

Bislang zählte der Bodenschutz nicht zu den Gebieten, auf denen die EU-Umweltpolitik eine starke Rolle spielte. Dies wird sich ändern, wenn im Jahr 2004 eine gemeinschaftliche Strategie für den Bodenschutz verabschiedet wird. Im April 2002 veröffentlichte die EU-Kommission eine Mitteilung "Hin zu einer spezifischen Bodenschutzstrategie", in der die Bandbreite einer zukünftigen Strategie umrissen wird. Die Mitteilung stellt damit das erste Dokument der Kommission dar, in der das Thema Bodenschutz umfassend dargestellt wird. Die Hauptbedrohungen und Probleme, die in der Mitteilung identifiziert werden, sind Erosion, Rückgang der organischen Substanz, Bodenkontamination, Bodenversiegelung, Bodenverdichtung, Rückgang der biologischen Vielfalt im Boden, Versalzung, Überschwemmmungen sowie Erdrutsche. Im Rahmen der spezifischen Bodenschutzstrategie sind unter anderem eine Gesetzesinitiative für die Überwachung des Bodenzustands vorgesehen, sowie eine Mitteilung der Kommission zu Erosion, Verlust der organischen Substanz und Bodenkontamination. Es kann daher angenommen werden, dass die bodenspezifischen Initiativen, die für 2004 vorgesehen sind, nur eine Ausgangsbasis für eine spätere, gemeinschaftliche Bodenschutzpolitik sowie weitere Gesetzgebung in diesem Bereich darstellen.

Im Entscheidungsprozess über Form, Ziele und Inhalt einer zukünftigen Bodenschutzstrategie sind sozioökonomische Überlegungen von entscheidender Bedeutung. So müssen die wirtschaftlichen Auswirkungen zukünftiger Verschiebungen in Folge des Klimawandels ebenso betrachtet werden,  wie Veränderungen der Landnutzung und der wirtschaftlichen Struktur im ländlichen Raum, oder auch die Entwicklung neuer Ansätze zum Schutz und zur Wiederherstellung der Böden. Auf diese Weise soll nicht nur erreicht werden, dass Bodenschutz so kosteneffizient wie möglich gestaltet wird und so die wirtschaftlichen Auswirkungen für betroffene Nutzer in Grenzen gehalten werden. Zudem kann auch gezeigt werden, dass Boden als eine "fundamentale" und nicht-erneuerbare Ressource einen hohen ökonomischen Wert hat, der sich auf viele verschiedene Sektoren auswirkt, und dass daher ein vorsorgender Ansatz im Bodenschutz auch aus wirtschaftlicher Sicht geboten ist.

Als Beitrag zur Entwicklung einer Europäischen Bodenschutzstrategie sind Ecologic und das französische geologische Institut BRGM von der Europäischen Kommisson beauftragt worden, die Kosten der Bodenverschlechterung in Europa abzuschätzen. Zu diesem Zweck erstellt zunächst Ecologic eine Übersicht der einschlägigen agro-ökonomischen Literatur durch. Das BRGM trägt in einer zweiten Phase des Projekts fünf Fallbeispiele vor, die beispielhaft die Kosten von Erosion, Kontamination und von Versalzung darstellen sollen. Auf Grundlage der Literaturrecherche und der Fallstudien soll schließlich im letzten Teil des Projekts eine Abschätzung der Gesamtkosten der Bodenverschlechterung in Europa vorgenommen werden.

Die Ergebnisse des Projekts können in vier Einzelberichten heruntergeladen werden:


Finanzierung
Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt (GD Umwelt)
Partner
Ecologic Institut, Deutschland
Projektdauer
September 2003 bis April 2004
Projektnummer
1962Weitere Projekte: Wirtschaftliche Bewertung des Grundwasserschutzes
Schlüsselwörter
Boden, Bodendegradation, Bodenerosion, Erosion, Kontamination, Verdichtung, Versiegelung, Flächenverbrauch, Versalzung, Bodenschutz, Bodenschutzstrategie, Benjamin Görlach, Eduard Interwies, Ruta Landgrebe, BRGM, Umweltökonomie, Bewertung, Monetarisierung, Umweltgüter, externe Effekte, wirtschaftliche Analyse, Europa