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Wirtschaftliche Evaluation von Hochwasserschutzmaßnahmen

Wirtschaftliche Evaluation von Hochwasserschutzmaßnahmen
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Wirtschaftliche Evaluation von Hochwasserschutzmaßnahmen

Projekt
Dauer
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Spätestens das Hochwasser an Donau und Elbe im Sommer 2002 hat die enormen wirtschaftlichen Schäden durch Hochwasser vor Augen geführt, ein Trend der sich durch den Klimawandel noch verstärken könnte. Vor diesem Hintergrund haben Office International de l'Eau und Ecologic im Auftrag der EU-Kommission untersucht, welche Rolle ökonomische Ansätze für die Gestaltung eines vorausschauenden Hochwasserschutzkonzepts spielen können. Der Endbericht kann heruntergeladen werden.

Das Vorhaben hat dabei vor allem die Einzugsgebiete von Rhein und Loire betrachtet, zudem wurden auch Erfahrungen aus Großbritannien und anderen europäischen Staaten herangezogen. Ziel des Vorhabens war es, den gegenwärtigen Erfahrungsstand bei der ökonomischen Bewertung von Hochwasserschutzmaßnahmen darzustellen, zukünftige Herausforderungen zu beschreiben und mögliche Lösungsansätze zu skizzieren.

Das Projektteam, bestehend aus dem französischen Office International de l'Eau (OIEAU) und Ecologic, kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Verwendung ökonomischer Methoden und Herangehensweisen in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich gehandhabt werden. Während Kosten-Nutzen-Analysen als Bestandteil der Hochwasserschutzplanung in Großbrittanien weitgehend instutionalisiert sind, ist dies auf dem Kontinent weniger der Fall. So bestehen in Deutschland einige Beispiele von lokalen Kosten-Nutzen-Analysen auf der Ebene einzelner Maßnahmen, aber keine großräumigen, strategischen Untersuchungen. In Frankreich dagegen lässt sich - sowohl auf der strategischen als auch auf der lokalen Ebene - ein Trend hin zu erweiterten Methoden betrachten, die neben monetären Angaben zu Kosten und Nutzen auch "weichere" Auswirkungen in qualitativer Form einbeziehen.

Dabei lassen sich in allen untersuchten Fällen Beschränkungen feststellen, die den weiteren Einsatz von ökonomischen Methoden behindern: so werden Kosten-Nutzen-Analysen in der Regel eher für klassische, technische Hochwasserschutzmaßnahmen angestellt. Präventive Maßnahmen, wie etwa Flächenbewirtschaftung, Renaturierung und Erhöhung der Absorptionsfähigkeit von Böden, werden dagegen selten mitbetrachtet. Gleiches gilt für Maßnahmen und Instrumente, die auf Verhaltensänderungen abzielen, wie etwa verbesserte Information über Hochwasserrisiken und Selbstschutzstrategien.

Die Studie empfiehlt daher unter anderem, diesen engen Fokus zu erweitern und künftig verstärkt Hochwasservorsorgemaßnahmen und Informationsmaßnahmen zu betrachten. Zum einen stoßen "klassische", technische Hochwasserschutzmaßnahmen häufig an ihre Grenzen, weshalb viele Europäische Staaten eine Hochwasserstrategie verfolgen, die den Flüssen mehr Raum gibt. Zum anderen sind Vorsorge- und Informationsmaßnahmen vielfach besser mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie vereinbar. Schließlich zeichnen sich solche Maßnahmen häufig durch eine hohe Wirksamkeit bei verhältnismäßig geringen Kosten aus. So können etwa Maßnahmen, die die Vorwarnzeit bei Überschwemmungen erhöhen, das Schadenspotenzial um 20 - 40% verringern.

Die Ergebnisse des Vorhabens unterstützen die Entwicklung eines Europäischen Aktionsplans zum Hochwasserschutz und werden gegebenenfalls in die Folgenabschätzung einer zukünftigen Hochwasserrichtlinie einfließen.

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Finanzierung
Partner
Team
Eduard Interwies
Thomas Dworak
Cornelius Laaser
Dauer
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Projekt-ID
Schlüsselwörter
Wasser, Hochwasser, Hochwasserschutz, Wirtschaft, Ökonomie, Kosten-Nutzen-Analyse, KNA, Multikriterienanalyse, Rhein, Loire, Vidourle, Überschwemmung, Schaden, Abschätzung
Europa