Direkt zum Inhalt

Grenzüberschreitendes Flussgebietsmanagement in Usbekistan

Grenzüberschreitendes Flussgebietsmanagement in Usbekistan
Print

Grenzüberschreitendes Flussgebietsmanagement in Usbekistan

News

Nicole Kranz und Antje Vorwerk von Ecologic besuchten im Mai 2006 das Einzugsgebiet des Amudarya in Usbekistan. Das Hauptforschungsinteresse galt dem Informationsaustausch beim grenzüberschreitenden Flussgebietsmanagement sowie der Koordination internationaler Geberorganisationen im Amudarya Einzugsgebiet bei der Unterstützung einer regionalen Wassermanagementstrategie. Zusammen mit dem Tashkent Intitute for Irrigation and Agricultural Mechanisation (TIIM) wurde in Urgench ein Workshop zu Informationsaustausch im grenzüberschreitenden Flussgebietsmanagement veranstaltet. Dazu reisten Fachkräfte und Wissenschaftler aus den drei wichtigsten Anrainerstaaten Usbekistan, Tajikistan und Turkmenistan im Amudarya Flussgebiet an.

Hintergrund

Die Amudarya Fallstudie in Zentralasien ist eines von drei Testforschungsgebieten für den Forschungsschwerpunkt „Grenzüberschreitendes Flussgebietsmanagement“ des Arbeitspakets 1.3 innerhalb des Projektes: Neue Ansätze für ein nachhaltiges Wasserresourcenmanagement (NeWater). Weitere Fallstudiengebiete in diesem Arbeitspaket sind der Orange im südlichen Afrika sowie der Rhein in Westeuropa.

Forschungsaktivitäten

Die Forschungsreise von Ecologic steht im Zusammenhang mit zahlreichen weiteren Aktivitäten. Erste Konsultationen im Juni 2005 mit Stakeholdern aus Wasserwirtschaft und anwendungsorientierter Wissenschaft ergaben im wesentlichen zwei Forschungsschwerpunkte für das Arbeitspaket 1.3 im Amudarya Einzugsgebiet:

  • die Bedeutung eines effektiven Informationsaustausches in der Wasserwirtschaft,
  • die Koordination von Beiträgen Internationaler Geldgeberorganisationen bei der Unterstützung einer regionalen Strategien für das Wassermanagement.

Auf der Basis intensiver Literaturauswertung ist im August 2005 ein erstes Hintergrundpapier zur aktuellen Praxis im grenzüberschreitenden Flussgebietsmanagement im Amudarya entstanden, welches die beiden genannten Forschungsfragen eingehender untersucht. Dieser Bericht lieferte eine gute Grundlage für weiteren Arbeiten mit verschiedenen Stakeholder-Gruppen am Amudarya.

Eduard Interwies (Ecologic) diskutierte und konkretisierte diese Themen mit relevanten Stakeholdern in zwei separaten Workshops im Oktober 2005 in Taschkent, die in Zusammenarbeit mit dem Taschkenter Institut für Bewässerung und landwirtschaftliche Mechanisierung (TIIM) durchgeführt wurden.

Der Aufenthalt von Nicole Kranz und Antje Vorwerk im Mai 2006 galt der praktischen Überprüfung der bis dahin gewonnenen Erkenntnisse, ersten Schritten bei der empirischen Bearbeitung der identifizierten Forschungsfragen, sowie der Schaffung konstruktiver Arbeitsbeziehungen und Synergien sowohl mit den lokalen zentralasiatischen Partnern, als auch mit Mitarbeitern aus anderen NeWater-Arbeitspaketen, die sich zeitgleich in Usbekistan aufhielten.

Neben gemeinsamen Aktivitäten mit den NeWater-Partnern, die eine Geländeexkursion an den Amudarya und einen internen Workshop mit einschlossen, konzentrierte sich die Arbeit von Ecologic auf folgende Punkte:

  • Experteninterviews mit Vertretern Internationaler Geberorganisationen;
  • Experteninterviews mit Vertretern wissenschaftlicher Institutionen und Wasserexperten aus dem Amudarya Einzugsgebiet;
  • Durchführung eines Workshops in Urgench (Usbekistan) zum Thema Informationsaustausch im Flussgebietsmanagement mit Wissenschaftlern aus Tajikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Ergebnisse

Anhand der Experteninterviews ist es gelungen ein vertieftes Verständnis für die tatsächliche Situation des grenzüberschreitenden Flussgebietsmanagements am Amudarya zu erlangen. Während die vorhergehende Literaturauswertung zwar wichtiges Hintergrundwissen liefern konnte, gelang es erst durch die persönlichen Gespräche mit den relevanten Experten auch sensitive Fragen in Zentralasien besser einschätzen und beurteilen zu können.

Im Bereich Informationsmanagement konnte mit der Durchführung des internationalen Workshops noch wesentlich mehr erreicht werden. Die interaktiven Diskussionen in den Arbeitsgruppen erbrachten eine weitaus vielschichtigere Situationsanalyse, als Einzelgespräche dies ermöglichen könnten. Darüber hinaus bot der Workshop die Chance, mit den notwendigen Stakeholderprozessen zu beginnen. Die Diskussionen in den Arbeitsgruppen und im Plenum ermöglichten es, ein gegenseitiges Problemverständnis zu entwickeln und gemeinsam erste Lösungsansätze zu suchen.

Die Gespräche mit Vertretern internationaler Geldgeberorganisationen ergaben einen aktuellen Überblick über die derzeitigen Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit in Zentralasien im Wassersektor. Darüber hinaus konnten in den Gesprächen Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen von NeWater und Geberorganisationen identifiziert werden. Diese Optionen werden im Verlauf der kommenden Aktivitäten weiter konkretisiert werden.

Ausblick

Die Ergebnisse der Aktivitäten im Mai 2006 sind in einem internen Bericht zusammengefasst, der mit den Stakeholdern gemeinsam diskutiert wird. In weiteren Aktivitäten Ecologics im Amudarya Flussgebiet werden die Gespräche mit den Partnern intensiviert und die im Oktober 2005 und Mai 2006 begonnen grenzüberschreitenden Stakeholderprozesse fortgesetzt.

Schlüsselwörter