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Culture and Climate Resilience: Perspectives from Europe

Culture and Climate Resilience: Perspectives from Europe

Es gibt einen wachsenden Impuls unter politischen Entscheidungsträgern und Praktikern, die Kapazitäten von Gemeinschaften unter sich verändernden klimatischen Bedingungen zu unterstützen und zu stärken. Trotzdem gibt es wenig systematisches Verständnis darüber, warum Ansätze auf lokaler Ebene funktionieren oder nicht und was einige Gemeinschaften widerstandsfähig macht und andere weniger. Die Autoren adressieren dieses Manko, indem sie illustrative Fallstudien und Bewertungsinstrumente aus Europas Norden, Osten und Süden zur Verfügung stellen, die helfen, die Kluft zwischen Klimawandelpolitik, Entscheidungsfindung und den kulturellen Merkmalen von Gemeinschaften in Europa zu überbrücken.

In der Regel geht man davon aus, dass Europa gut gerüstet ist, um mit den Auswirkungen des Klimawandels umzugehen - aufgrund seines gemäßigten Klimas, seiner vielfältigen urban-industrialisierten Regionen, seiner typischerweise hoch qualifizierten Bevölkerung, seiner Erfolge in Wissenschaft und Technologie und seiner fortschrittlichen Klimaschutzpolitik. Dennoch sind konkrete Anpassungsmaßnahmen oft ausschließlich mit ökonomischen Mitteln, spezifischen Politiken, Regierungsvereinbarungen, sektoraler Stadt- und Regionalplanung und -entwicklung verbunden. Lokale oder regionale Kulturen werden eher selten angesprochen, da sie aus unserem überwiegend gesellschaftlichen Denken in Kosten-Nutzen-Relationen weniger wichtig zu sein scheinen.  Obwohl und gerade weil die Beteiligung lokaler Stakeholder bei Anpassungs- und Resilienzprogrammen und -projekten eine Rolle spielt, werden Werte, Überzeugungen, Wissen und Verhalten von Gemeinschaftsgruppen sowie kulturhistorische Kontexte und Eigenschaften einer Region in der Klimaanpassungs- und Resilienzpolitik viel zu wenig beachtet. Dies scheint überraschend zu sein, da die Verbindungen, die Menschen mit Orten haben, und die Art und Weise, wie diese Orte ihre Empfindlichkeit gegenüber Klimastressoren sowie ihre Fähigkeiten, sich an diese anzupassen, formen und verändern, gut bekannt ist. Seit Jahrzehnten dokumentieren Sozial- und Geisteswissenschaftler, dass die soziale Verwundbarkeit einer Gemeinschaft an einem bestimmten geografischen Ort durch Besonderheiten der Geschichte, der Werte, der Überzeugungen, des Wissens, des Vertrauens und der sozialen Beziehungen innerhalb und zwischen Gruppen, aber auch der politischen und rechtlichen Traditionen und der institutionellen und sozioökonomischen Strukturen geprägt ist, in denen sich spezifische Auswirkungen des Klimawandels manifestieren und auftreten.

Die Fähigkeit einer sozialen Gruppe, langfristig mit den Auswirkungen klimatischer Erfahrungen umzugehen und sich an zukünftige Belastungen, Störungen oder Schocks anzupassen, wird als Resilienz bezeichnet. Kulturelle Werte beeinflussen die Art und Weise, wie Entscheidungsträger und Gemeindemitglieder klimatische Erfahrungen interpretieren, insbesondere wie sie den Wert ihres geografischen Ortes wahrnehmen, das Ausmaß der Risiken, die sie mit den klimatischen Veränderungen verbinden, und die Überzeugungen, die sie über die Kontrolle und die Verantwortung für die Anpassung und Abschwächung der Auswirkungen haben. Resilienz und Kultur sind also untrennbar miteinander verbunden. 

Das vorliegende Werk dokumentiert diesen Zusammenhang und präsentiert empirische Erfahrungen aus vier Regionen Europas, die sich intensiv mit der Anpassung an den Klimawandel auseinandersetzen müssen: Die Irischen Midlands, die nordfriesische Küste, die Gebirgsregion Sloweniens und die Küste des Schwarzen Meeres. Die Autoren beleuchten das Zusammenspiel von kulturellen Einflüssen und Prägungen, von Anpassungspolitik und dem Verhalten der Einwohner und Entscheidungsträger in diesen Regionen. Ein vergleichendes Kapitel analysiert die Erfahrungen und Praktiken in den vier Fallstudien und vergleicht und kontrastiert sie.

Der Band, wurde von Dr. Grit vom Ecologic Institut herausgegeben, und ist 2021 bei palgrave macmillan in der Reihe "Studies in Climate Resilient Societies" erschienen.


Zitiervorschlag

Martinez, Grit (Hrsg.) 2021: Culture And Climate Resilience. Perspectives from Europe. London: Palgrave Macmillan.

Sprache
Englisch
Autor(en)
Dr. Nataliya K. Andreeva (Institute of Oceanology Varna)
Dr. Aparajita Banerjee (University College Dublin)
Caitriona Devery (University College Dublin)
Petya T. Eftimova (Institute of Oceanology Varna)
Dr. Kira Gee (Helmholtz Centre Geesthacht)
Dr. Simo Häyrynen (University of Eastern Finland)
Dr. Mateja Šmid Hribar (Slovenian Academy of Sciences and Arts)
Dr. Daniela Siedschlag (Helmholtz Centre for Environmental Research, Germany)
Dr. Mimi Urbanc (Slovenian Academy of Sciences and Arts)
Dr. Nikolay N. Valchev (Institute of Oceanology-BAS Varna, Bulgaria)
Finanzierung
Verlag
Jahr
2021
ISBN
978-3-030-58402-3 (Hardcover), 978-3-030-58403-0 (eBook)
ISSN
2523-8124
Umfang
136 S.
Projektnummer
2729
Inhaltsverzeichnis

Introduction: The Fruit of Approaching Climate Resilience Through Culture
Cultural Analysis and Climate Resilience
Cultural Insights into Coastal Risks and Climate Change Resilience of a Society 'in Transition'
Livek: A Mountainous Border Area’s Transformation from a Ski Paradise to a Resilient Community
Contested Bogs in Ireland: A Viewpoint on Climate Change Responsiveness in Local Culture
Climate Resilience on the Island of Pellworm: Balancing Multiple Layers in the Context of Climate Change
Culture and Climate Resilience: A Comparative Analysis of Experiences and Practices in Four Case Studies Across Europe

Schlüsselwörter
Klimawandel, Resilienz, Kulturen, Werte, Wissen, Identität, Kontext, Bottom-up, Partizipation, Europa, Irland, Island, Slowenien, Fallstudie, Bewertungsinstrument