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Adapting/Adopting: Perspektiven Internationaler Kooperation bei der Klimaanpassung

Adapting/Adopting: Perspektiven Internationaler Kooperation bei der Klimaanpassung

Timeloc
6. Mai 2008

Nicole WilkeAlina BokdeAm 6. Mai 2008 fand in Berlin ein internationaler Riverside Chat mit Alina Bokde und Nicole Wilke statt, auf dem "Anpassung und Annahme" von Herausforderungen im Kontext des Klimawandels diskutiert wurden. Alina Bokde ist Vizepräsidentin der Umweltkommission der Stadt Los Angeles, Nicole Wilke ist Referatsleiterin "Internationaler Klimaschutz" im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Rollen von Anpassung (Adaptation) und Abmilderung des Klimawandels (Mitigation) hoben die Rednerinnen die Bedeutung von Informationsgewinnung und den internationalen Lern- bzw. Erfahrungsaustausch hervor.

In ihren einleitenden Bemerkungen lieferte Alina Bokde einen kurzen Überblick über die Anstrengungen und Herausforderungen der Stadt Los Angeles hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels. Sie betonte dabei die Raumordnungsplanung als eine wichtige Massnahme der Anpassung. Flächennutzungsplanung könne unter anderem die Entwicklung von Nahverkehr berücksichtigen, um den „Carbon footprint“ der Stadt und ihrer Einwohner zu senken. Alina Bokde betonte außerdem, wie wichtig für Los Angeles der Informationsaustausch und die Informationsgewinnung sei. Auf eine daran anknüpfende Frage hin nannte sie die Befürchtungen der Stadt hinsichtlich eines möglichen Meeresanstiegs als Motivations-bzw. Druckmittel, um den Menschen die Dringlichkeit des Klimaproblems nahe zu bringen.

Nicole Wilke ging eher grundsätzlich auf die Themen Anpassung und Klimaschutz ein. Sie betonte, dass beides eng miteinander verbunden sei. Anpassung sei ohne Emissionssenkung nicht finanzierbar, aber Anpassung setze einen eher regionalen Ansatz voraus, im Gegensatz zu globalen Klimaschutzstrategien. Anschließend erläuterte sie die Entwicklung der deutschen und EU-weiten Anpassungskonzepte, wobei sie das derzeitige Fehlen von Strategien im großen Maßstab bemängelte.

In der anschließenden Diskussion mit allen Gästen präsentierten einige Teilnehmer die Initiativen zur Klimaanpassung, die in ihren jeweiligen Ländern umgesetzt werden (u.a. Ägypten), erläuterten die Schwierigkeiten bei der Umsetzung und stellten ihre Prioritäten dar. Ein weiterer Aspekt in der Diskussion betraf die Kluft hinsichtlich der Dringlichkeit von Anpassung, die in Entwicklungsländern bisher deutlich höher bewertet werde als in den Industriestaaten. Auch in diesem Zusammenhang wurde auf die Notwendigkeit des gegenseitigen Erfahrungsaustauschs zwischen den unterschiedlichen Regionen verwiesen.

Der Internationale Riverside Chat fand im Rahmen einer Themenreise der Bundesregierung zum Thema "Klimaschutz – Internationale Zusammenarbeit in Klima- und Energiefragen" statt, die von Ecologic konzipiert und durchgeführt wurde. An der einwöchigen Themenreise nahmen Teilnehmer aus Ägypten, Algerien, Australien, Brasilien, Kambodscha, Pakistan, Russland, Ukraine und den USA teil, bei der in einer Reihe von Gesprächen und Exkursionen die deutsche und europäische Klima- und Energiepolitik im internationalen Kontext vermittelt und diskutiert wurde.