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Überlegungen zur Rolle von Stiftungen bei der Förderung von erneuerbaren Energien

Überlegungen zur Rolle von Stiftungen bei der Förderung von erneuerbaren Energien

TimeLoc
2. Oktober 2009
Anchorage, Alaska
Vereinigte Staaten von Amerika

Das Potential der erneuerbaren Energien ist in den USA größer als in Deutschland, und Stiftungen können viel tun, um Wachstum und Arbeitsplätze zu fördern, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und die Nutzung fossiler Energieträger sowie der Atomkraft zu beenden. R. Andreas Kraemer vom Ecologic Institut berichtete über die deutschen Erfahrungen auf der EGA Herbstklausur in Anchorage, Alaska am 2. Oktober 2009.

In einem Workshop zu "Investitionen in erneuerbare Energien – Welche Politiken wirken?" unter der Leitung von Arne Jungjohann von der Heinrich Boell Foundation, erläuterte R. Andreas Kraemer das Wachstum der erneuerbaren Energien in Deutschland in den letzten Jahrzehnten wie auch den Ausblick bis zum Jahre 2050.  Die Mischung von Politikinstrumenten in Deutschland fördert Innovationen, Neugründungen von Unternehmen, Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Breite, vor allem bei kleinen Wasserkraftwerken, in der Wind- und Solarenergie, dem Anbau von Bioenergien und ihrer Umwandlung in Strom und nutzbare Wärme, sowie der Nutzung von Erdwärme. Marktanalysen und Demonstrationsprojekte haben gezeigt, dass Deutschland bis zum 2050 auf 100 Prozent erneuerbaren Strom umstellen kann; wobei dies mit Smart Grid, Elektroautos, lastabhängigen Tarifen und Nutzung der zeitlichen Flexibilität der Stromnachfrage wohl auch früher möglich ist. Wilson Rickerson von Meister Consulting präsentierte die Thematik aus US-Perspektive.

Die Skalen für die Potentiale von Wind- und Sonnenenergie in den Legenden der Karten von Deutschland hören auf, wo sie in den Karten der USA beginnen.  Sogar in Alaska sind die Potentiale an Wind und Sonne so groß wie in Deutschland; in den "Lower 48-Staaten" sind die Voraussetzungen erheblich günstiger.  Es wird deutlich, dass die USA vom Ausbau der erneuerbaren Energien einen noch größeren Vorteil hat als Deutschland mit seinen 280.000 neuen Arbeitsplätzen und 29 Milliarden Jahresumsatz in der Branche (2008).

US-amerikanische (und kanadische) Stiftungen – Stiftungen mit eigenem Vermögen aber auch Bürgerstiftungen – können viel tun, um dieses Potential zu erschließen:

  • Ausrichtung der Vermögensverwaltung am Stiftungszweck durch Investitionen in erneuerbare Energien, Smart Grid und Batterietechnologien, bei Ausschluss von Investitionen in Unternehmen der Kohle-, Öl- und Gas- sowie der Atomkraftbranche, wobei hierdurch das Investitionsrisiko genauso gemindert wird wie das Risiko eines rufschädigenden Skandals;
  • Unabhängige, neutrale Analyse der Hindernisse für eine weitere Akzeptanz für erneuerbare Energien, die in Nordamerika oft als große Projekte von externen Investoren daherkommen, bei denen lokale Investoren ausgeschlossen sind;
  • Erhöhung der Akzeptanz durch lokale Beteiligung an den Investitionen, Mechanismen für eine Teilhabe von Kommunen und Bürgern am wirtschaftlichen Erfolg, sowie Beteiligung an der Entschdeidungsfindung;
  • Beteiligung von Stiftungen zur Bündelung von kleineren Beteiligungen lokaler Investoren, auch zur Abfederung von Risiken für Groß- und Kleininvestoren;
  • Unterstützung für wirksame Politiken, Regulierungen, Planung und Verwaltung auf örtlicher, staatlicher, föderaler und internationaler Ebene;
  • Thematisierung der Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel sowie des Nutzens einer Transformation der Energieversorgung für die Begrenzung der Erderwärmung.

Die Präsentation [pdf, 5,23 MB, Englisch] kann herunter geladen werden.

Der Artikel "Security Through Energy Policy: Germany at the Crossroads" von R. Andreas Kraemer im eJournal USA, September 2009 (S. 19-21) enthält weitere Hintergrundinformationen.


Veranstalter
Datum
2. Oktober 2009
Ort
Anchorage, Alaska, Vereinigte Staaten von Amerika
Schlüsselwörter
erneuerbare Energien, Potentiale, Deutschland, USA, Politik, Regulierung, Akzeptanz, Investititonen, Risiko, Stiftungen, Vermöge