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Konferenz zu "KlimaWandel in der Landwirtschaft"

Konferenz zu "KlimaWandel in der Landwirtschaft"


Dr. Norbert Röttgen, Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Welche Verantwortung kommt der Landwirtschaft im Klimaschutz zu und wie kann sie sich an den Klimawandel anpassen? Welche Lösungsansätze gibt es in der Wissenschaft und Politik und welchen Beitrag kann die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) hier leisten? Diese und andere Fragen diskutierten mehr als 100 Experten aus Wissenschaft, Fachbehörden, Politik und Verbänden in der von Frau Prof. Dr. Beate Jessel moderierten Konferenz "KlimaWandel in der Landwirtschaft", die am 20. Januar 2011 in der Vertretung des Saarlandes in Berlin stattfand. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen eröffnete die Konferenz, welche vom Bundesamt für Naturschutz und unter Mitwirkung des Ecologic Instituts organisiert und mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert wurde.

Der Klimawandel gehört zu den wichtigsten umwelt-, gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit auf globaler als auch regionaler Ebene. Die Landwirtschaft nimmt eine dreifache Rolle im Klimawandel ein. Als Verursacher trägt sie durch die intensive Landnutzung, Tierhaltung und Landnutzungsänderungen zur Freisetzung von Treibhausgasemissionen bei. Als Betroffener ist die Landwirtschaft unmittelbar den Folgen des Klimawandels wie bspw. Dürren, Wassermangel aber auch Starkregenereignissen ausgesetzt und somit in ihrer Produktivität gefährdet. Allerdings trägt die Landwirtschaft auch als Bewahrer der natürlichen Ressourcen und gewachsenen Kulturlandschaften durch Humusanreicherung und angepasster Bewirtschaftung zum Erhalt von Kohlenstoffsenken bei.


Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)

Bei der Entwicklung von Lösungsansätzen für die europäische und nationale Ebene sind Politik, Wissenschaft, Landwirtschaft und Umwelt- und Naturschutz gemeinsam gefordert. Eine grundlegende Frage ist dabei, welchen Beitrag die zukünftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) leisten kann, um die europäische Landwirtschaft in die Lage zu versetzen, der Herausforderung Klimawandel nachhaltig zu begegnen.
Gleich zu Beginn wies Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass es das gemeinsame Ziel sein muss, von einer verbrauchenden, zerstörenden Wirtschaftsweise zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise (und damit auch nachhaltigeren Landwirtschaft) sowie zu Ressourcenschutz und Energieeffizienz zu kommen. Nur auf diese Weise ist es möglich, der Verantwortung für die nächste Generation gerecht zu werden.


Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV)

In den Vorträgen zur Herausforderung Klimawandel aus Sicht der Wissenschaft, Landwirtschaft sowie Natur- und Umweltschutz von Prof. Dr. Heinz Flessa (vTI), Gerd Sonnleitner (Präsident des DBV) und Prof. Dr. Hubert Weiger (Präsident des BUND) wurde deutlich, dass das Thema Effizienz eine wichtige Rolle spielt. Die Schwerpunktsetzung reichte dabei von Stickstoff- und Flächeneffizienz der Reduktionsmaßnahmen, über die Effizienzsteigerung in der Produktion im Rahmen von Flächenknappheit und Versorgungssicherung hinzu sogenannten Low-Input-Produktionssystemen als Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise.
Die zweite Vortragsreihe präsentierte Antworten auf den Klimawandel in der europäischen Agrarpolitik, in der nationalen Agrarpolitik und in der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, vorgetragen von Dr. Peter Wehrheim (GD Klima, EU-Kommission), Clemens Neumann (BMELV) und Andreas Vetter (UBA). Dabei wurde deutlich, welche tragende Rolle der Ausgestaltung der zukünftigen GAP beim Klimaschutz zukommt. Zugleich wurden auch Vorschläge für die konkrete Umsetzung gemacht und die Option einer obligatorischen Ökologisierungskomponente in der 1. Säule der GAP diskutiert.

Die Beiträge zeigten ebenso, dass die Landwirtschaft eine Querschnittsfunktion in den Zeiten der Transformation einnimmt und sich neue Perspektiven eröffnen. Die Bioenergieförderung stellt beispielsweise ein Nebeneinkommen für Landwirte bereit, während den Herausforderungen des Klimawandels mit verbessertem Wassermanagement, einer angepassten Sorten- und Kulturwahl sowie optimierten Produktionsverfahren begegnet werden kann.


Podiumsdiskussion mit Reinhild Benning (BUND), Prof. Dr. Heinz Flessa (Johann Heinrich von Thünen-Institut), Friedhelm Decker (Deutscher Bauernverband), Prof. Dr. Beate Jessel (BfN), Dr. Peter Wehrheim (EU-Kommission), Ursula Heinen-Esser (BMU) und Clemens Neumann (BMELV) (von links nach rechts)

In der Abschlussdiskussion wurde von vielen Teilnehmern die Schlüsselrolle des Verbraucherverhaltens hervorgehoben. Es wurde festgestellt, dass der Konsum von tierischen Produkten und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen einen Dialog mit den Verbrauchern erforderlich macht, um über die Folgen für den Klimawandel aufzuklären und damit eine Änderung des Konsumverhaltens zu bewirken.

Die Präsentationen sowie eine Bildergalerie zur Konferenz stehen zum Download bereit.