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Die Geisteswissenschaften im Klimawandel

Die Geisteswissenschaften im Klimawandel

TimeLoc
18. August 2017
München
Deutschland

Die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel erfordert ein Nachdenken über Entscheidungsfindungen, unabhängig davon ob diese von Individuen oder in Institutionen getroffen werden. Im Workshop "Communicating the Climate in a controversial time" (Klimakommunikation in einer konfliktbehafteten Zeit) sprach Dr. Grit Martinez vom Ecologic Institut über Akzeptanz des Klimawandels und Governance unter verschiedenen soziokulturellen Rahmenbedingungen. Die Tagung wurde vom Rachel Carson Center for Umwelt und Gesellschaft veranstaltet – einem internationalen, interdisziplinären Zentrum für Forschung und Bildung in den Umweltgeisteswissenschaften – welches vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird.

Bei der Diskussion um den Klimawandel ist die Art und Weise, wie eine Situatuion interpretiert wird, wichitger als die Richtigkeit der Interpretation: "Wenn man Situationen als echt definiert, sind ihre Folgen auch echt." Mit anderen Worten: Es ist die Interpretation der Situation, die uns dazu führt, zu handeln.

Mehrere Faktoren wirken auf die Interpretation von Klimawandel ein – eine von ihnen ist Kultur. Folgende Fragen untersuchte Dr. Martinez in ihrer Präsentation: Warum ist der Klimawandel noch eine hartnäckige Herausforderung? Wie wird diese Herausforderung unter verschiedenen soziokulturellen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen definiert, beispielsweise in den USA und in Deutschland? Wie kann die Wahrnehmung einer Situation bestimmte Zielgruppen falsch unterrichten und beeinflußen wie zum Beispiel das "Meeresspiegelgesetz" im Staat North Carolina? Zuletzt thematisierte Dr. Martinez die Rolle der Geisteswissenschaften in der Klimaforschung und der klimawissenschaftlichen Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Akteuren.

Drei weitere Beiträge behandelten folgende verwandte Themen:

  • (1) Rolle und Wahrnehmung der Geschichte in den Klimawissenschaften (Dr. Dania Achermann, Excellenzcluster CLISAP);
  • (2)  Unwissbarkeit und Ungewissheit in der Klimaforschung (Dr. Christoph Baumberger, Environmnetal Philosophy Group Zurich) and
  • (3) Verantwortung und soziale Faktoren in einem sich ändernden Klima (Prof. Dr. Helmuth Trischler, Rachel Carson center)

Während mehrerer Diskussionsrunden unter den Workshop-Teilnehmern untersuchten Akademiker und Akteure aus aller Welt, wie die Menschen den Klimawandel aus verschiedenen Perspektiven betrachten und welche Rolle die Geisteswissenschaften bei der Kommunikation von klimarelevanten Erkenntnissen leistet: Als interpretative Wissenschaften stellen die Geisteswissenschaften sogenannte "Warum-Fragen" und leiten Schlussfolgerungen durch das Erwägen von Kontext- und Pfadabhängigkeiten innerhalb ihrer Analysen ab. Dies ist u.a. die Voraussetzung für Akzeptanz und für einen transformativen, zu Nachhaltigkeit führenden Regierungsstil sowie für effektive Kommunikation und Handlungen gegen den Klimawandel.

In seiner zugangsfreien Onlineserie von Artikeln aus relevanten Fachzeitschriften, genannt "RCC Perspectives: Transformations in Environment and Society," wird das Rachel Carson Center eine auf die Workshop-Diskussionen basierte Ausgabe veröffentlichen, zu der das Ecologic Institut einen Artikel beiträgt. Die "RCC Perspectives"-Zeitschrift versteht sich als Forum zur Untersuchung der Verflechtung zwischen Umweltveränderungen und sozialen Veränderungen und versucht die Kommunikationslücke zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Zielgruppen zu überbrücken.


Veranstalter
Datum
18. August 2017
Ort
München, Deutschland
Sprache
Englisch
Schlüsselwörter
Kultur, Natur, Geisteswissenschaften, Klimawandel, Klimawissenschaft, Klimakommunikation, Klimawandel, Akzeptanz, Governance, Transformation, Nachhaltigkeit, Deutschland, USA