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Naturschutzrechte: Rechtsperspektiven aus Amerika und ihre Auswirkungen auf das internationale Umweltrecht

© Ecologic Institute

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Naturschutzrechte: Rechtsperspektiven aus Amerika und ihre Auswirkungen auf das internationale Umweltrecht

Präsentation
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Vortrag

In diesem Vortrag erörtert Mario Alejandro Delgado Galarraga, International Climate Protection Fellow des Ecologic Instituts, ob die Entwicklung der Naturschutzrechte in Amerika das internationale Umweltrecht, insbesondere auf regionaler Ebene, beeinflusst hat. Er bewertet und kontrastiert das nationale Rechtsverhalten mit dem Gutachten "OC-23/17" des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte (Umwelt und Menschenrechte). Im Mittelpunkt stehen somit die Rechtsvergleichung und das internationale Umweltrecht. Die Präsentation wurde während des IUCN World Conservation Congress 2021 gehalten.

Die Relevanz dieser Studie ergibt sich aus der dringenden Notwendigkeit, einen alternativen Ansatz zu finden, um Umweltschäden und deren Folgen zu stoppen. Heutzutage ist es zum Beispiel mehr als offensichtlich, dass sich das unangenehme Szenario des Klimawandels nicht ändert, obwohl die Staaten verschiedene internationale Verpflichtungen eingegangen sind.

In diesem Zusammenhang sind die Rechte der Natur als ein rechtliches Instrument entstanden, das in erster Linie Umweltschäden vermeiden soll. Eine der wichtigsten Grundlagen dieser Rechte beruht auf der Idee, das übliche Paradigma über die Umwelt zu ändern, d.h. sie von einem Objekt zu einem Rechtssubjekt werden zu lassen.

Die Rechte der Natur sind jedoch nicht nur innerhalb der rechtlichen Grenzen geblieben. In ihre Entstehung sind zahlreiche Ansätze eingeflossen, nämlich philosophische Überlegungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, kulturelles Erbe, Rechtsentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe, die darauf abzielen, bestimmte Regeln für eine harmonische Koexistenz zwischen Mensch und Natur zu schaffen.

Im rechtlichen Bereich haben zahlreiche Staaten weltweit diese Rechte anerkannt, wobei dieses Konzept in den amerikanischen Staaten mehr Bedeutung erlangte. Sie haben die Rechte der Natur auf unterschiedliche Weise in ihr Rechtssystem aufgenommen, z. B. in ihren Verfassungen (Ecuador, Mexiko), Rechtsakten (Belize, Bolivien, Ecuador) und Gerichtsentscheidungen (Kolumbien, Guatemala).

Am wichtigsten ist, dass der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte in seinem Gutachten über Umwelt und Menschenrechte die Grundlagen von Rechten der Natur bei der Entwicklung des Konzepts und des Umfangs des Rechts auf eine gesunde Umwelt bestätigte.  Kurz gesagt, erklärte der Gerichtshof unter anderem, dass der Umweltschutz nicht vom Nutzen der Natur für den Menschen abhängt, sondern dass er aufgrund des Eigenwerts der Umwelt und ihrer Bestandteile erfolgen sollte.

In diesem Zusammenhang werden im ersten Teil der Präsentation die rechtlichen Grundlagen und Grundrechte untersucht, die die Rechte der Natur prägen. Im zweiten Teil wird kurz auf das Gutachten OC-23/17 des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte eingegangen, indem eine alternative Interpretation des Inhalts gegeben wird. Die Präsentation wird sich vor allem auf die Konzeption des Rechts auf eine gesunde Umwelt und die Grundlage, die der Gerichtshof diesem Recht gegeben hat, konzentrieren.

Schließlich wird die Diskussion die Grundlage der Rechte der Natur (faktische Beweise, rechtliche Entwicklung und sogar einige tradierte Überzeugungen) mit der Auslegung des Textes im Gutachten vergleichen.

Die Schlussfolgerung wird zeigen, ob es einen Einfluss der Länder, die Rechte der Natur anerkannt haben, auf die Entscheidung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte gab. Diese Untersuchung könnte eine neue Frage aufwerfen, die es zu diskutieren gilt: Inwieweit kann das gegenwärtige Panorama die Anerkennung der Rechte der Natur auf internationaler Ebene beeinflussen?

Mario Delgado ist internationaler Klimaschutzstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung. Der Vortrag wurde von der Stiftung unterstützt.

Warum sollten das Völkerrecht und alle anderen Rechtssysteme die Rechte der Natur in ihre Rechtsstruktur aufnehmen? Lassen Sie es uns einfach ausdrücken: Um das Leben selbst zu schützen!

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Veranstaltung
veranstaltet von
Vortrag
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-
Ort
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Sprache
Englisch
Schlüsselwörter
Internationales Umweltrecht, Naturschutzrechte, Interamerikanischer Gerichtshof für Menschenrechte, Recht auf eine gesunde Umwelt
Lateinamerika, Ecuador, Mexiko, Belize, Bolivien, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Guatemala