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Die Stabilisierung der Resilienz von Küsten gegen Klimawandel und anderen Umweltrisiken

Die Stabilisierung der Resilienz von Küsten gegen Klimawandel und anderen Umweltrisiken

Timeloc
24. April 2012
Berlin
Deutschland

Am 24. April 2012 veranstaltete das Ecologic Institut einen Dinner Dialog mit Dr. Michael Beck, um seine Arbeit im Bereich der Stabilisierung der Resilienz von Küsten gegen Klimawandel und anderen Umweltrisiken zu diskutieren. Dr. Beck ist leitender Wissenschaftler des Global Marine Team bei The Nature Conservancy und Adjunct Faculty Member der University of California, Santa Cruz. Im Moment ist er Pew Fellow bei der Vereinigung Marine Conservation in Bonn.

Die Veranstaltung fand im Café Lina in Berlin statt und unter den geladenen Gästen waren viele Akteure der Berliner Politikszene. Die Diskussion wurde von R. Andreas Kraemer, Direktor des Ecologic Instituts, moderiert. Zu Beginn des Dialogs wurde die korrekte Terminologie der unterschiedlichen Risiken identifiziert, denen Küstenregionen ausgesetzt sind. "Meeresspiegelanstieg" wurde als unzulänglicher Begriff eingestuft, da "Anstieg" in unserer Gesellschaft mit positiven Begebenheiten in Verbindung gebracht wird. Schließlich einigte man sich auf den Ausdruck "Küsten-Umweltrisiken".

Dr. Beck beschrieb, wie er versucht, die ökologische und soziale Vulnerabilität von Küstenregionen in seine tägliche Arbeit zu integrieren. Die Erfahrung habe bisher gezeigt, dass Umweltsanierung und Raumplanungsmaßnahmen zum Schutz der Küsten und Küstengemeinden einfach und kostengünstig implementiert werden können, die Politik jedoch noch nicht begonnen hat, diese innovativen Ansätze zu fördern.
Dr. Becks Arbeit konzentriert sich auf die USA und die Karibik und einige regionale Fallstudien. Besonders kleine Inselstaaten haben entlang ihrer Küsten viel Infrastruktur errichtet und das Bevölkerungsaufkommen dort erhöht. Sie sind somit durch die Umweltrisiken an den Küsten besonders gefährdet.

Harte bautechnische Lösungen, wie die Errichtung von Dämmen, wurden oft zur Reduzierung dieser Risiken gewählt, doch Dr. Beck argumentiert, dass man vielen Risiken durch die Wiederherstellung von Ökosystemen einfacher und kosteneffektiver begegnen kann, wie er am Beispiel der Zerstörung von Riffen und deren Funktion der Wellendämpfung erklärte. Die Hauptauslöser der Riffzerstörung in der Karibik sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt Nährstoffüberschüsse und Sandgewinnung; in Zukunft könnte jedoch die Versauerung des Ozeans zusätzlich eine Rolle spielen.

Was braucht es also, um die Implementierung dieser Maßnahmen in großem Rahmen Realität werden zu lassen? Dr. Beck erklärte, dass Naturschutzverbände bisher typischerweise in Gebieten, außerhalb menschlicher Siedlungen, tätig waren; will man jedoch ökologische und soziale Risiken gemeinsam angehen, wird es auch nötig sein Restaurierungen in besiedelten Gebieten durchzuführen.

Gruppen, die sich mit der Minderung der Gefahren durch Naturkatastrophen beschäftigen, legen verständlicherweise ihren Fokus auf die Katastrophenabwehr. Daher ist es nötig zu erkennen, dass Investitionen in Restaurierungen und angepasste Raumplanung einen besseren Beitrag zum Risikomanagement und zur nachhaltigen Entwicklung leisten können. Auch Versicherungsunternehmen könnten einen Beitrag leisten, indem der Anteil vorhandener Ökosystemdienstleistungen in der Risikoanalyse stärker berücksichtigt wird, beispielsweise das Entgegenwirken und Abschwächen von Fluten durch natürliche Flussläufe.

Weiterführende Links:

Schlüsselwörter: Klimawandel, Klimaanpassung, Küsten-Umweltrisiken, Umweltschutz


Sprecher
Michael Beck
Datum
24. April 2012
Ort
Berlin, Deutschland