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Trends und Entwicklungen in der Ressourcennutzung

Trends und Entwicklungen in der Ressourcennutzung

TimeLoc
4 September 2014
Leipzig
Deutschland

Auf der Degrowth Konferenz vom 2. bis 6. September 2014 in Leipzig wurde intensiv über ein neues ökonomisches Paradigma in all seinen gesellschaftlichen und politischen Facetten debattiert. Das Ecologic Institut trug mit Präsentationen, Workshops und Moderationen zum Gelingen der Konferenz bei. Dr. Martin Hirschnitz-Garbers und Susanne Langsdorf präsentierten Ergebnisse einer Trendanalyse, die im Rahmen des SimRess-Projekts durchgeführt wurde.

Eine Reihe globaler Megatrends stellt eine Herausforderung für die Gestaltung einer Postwachstumsökonomie dar: eine wachsende Weltbevölkerung und zunehmende Wohlstandsniveaus, die Verbreitung westlicher Lebensstile einschließlich westlicher Produktions- und Konsummuster führen zu höherem Ressourcenbedarf und negativen Umweltauswirkungen. "Postwachstum" im Sinne einer nachhaltig und sozial gerechten Reduktion des Material- und Energieverbrauchs sowie der Übergang eines auf das Wohlergehen fokussierten Wirtschaftssystems können erheblich dazu beitragen, innerhalb der Planetaren Grenzen zu bleiben.

Im Rahmen des Forschungsprojekts "SimRess – Modelle, Potenziale und Langfristigszenarien für Ressourceneffizienz" führten Susanne Langsdorf und Dr. Martin Hirschnitz-Garbers eine Trendanalyse durch. In der Trendanalyse wurden Trends und Entwicklungen, die sich auf Ressourcennutzung und letztlich Ressourcenpolitik auswirken, analysiert. Wissen über relevante Trends und deren Kausalzusammenhänge ist der Schlüssel zur Identifizierung vielversprechender Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Unterstützung der Ressourcenpolitik und einer Postwachstumsökonomie. Einige der Trendthemen, beispielsweise die sozioökonomische Beschleunigung, wirken höherer Ressourceneffizienz entgegen. Andere Trendthemen, wie neue, auf Teilen, Entschleunigung und Nachhaltigkeit ausgerichtete Weltbilder und Geschäftsmodelle ebnen den Weg zu höherer Ressourceneffizienz.

Methodisch wurde die Trendanaylse mittels eines "Horizon Scanning" durchgeführt. Der Fokus lag dabei auf neueren (Sub-)Trends und Trendthemen, die bisher begrenzte wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren haben. Statt der Analyse wissenschaftlicher Zeitschriften, wurden daher Online-Quellen und Zeitungsartikel analysiert. Die Trends wurden gebündelt, die so entstandenen Trendthemen wurden in einem Expertenworkshop und Interviews diskutiert. Nach der Identifikations- und Verifikationsphase wurden die Trendthemen überarbeitet und mit wissenschaftlicher Literatur substantiiert. Des Weiteren wurden das Zusammenwirken und die Interaktion zwischen Trends und Trendthemen betrachtet.

Trendanalyse kann als Frühwarnsystem dienen und hilft Ansatzpunkte für vorausschauende Politikmaßnahmen zu identifizieren. Die Ergebnisse der Trendanalyse wurden mit 50 TeilnehmerInnen der Degrowth-Konferenz diskutiert. Unter anderem wurde die Rolle und Reformierbarkeit des kapitalistischen Wirtschaftssystems diskutiert – stellen doch viele der neuen Trends, die höherer Ressourceneffizienz entgegenstehen, nur neue Spielarten älterer Trends dar, die im Kapitalismus und den Zwängen zur Profitmaximierung wurzeln.

Mit über 3000 Teilnehmern und einem gesteigerten Medieninteresse wurde die Konferenz von den Organisatoren als großer Erfolg gewertet.