• English
  • Deutsch
Facebook icon
LinkedIn icon
Twitter icon
YouTube icon
Header image Ecologic

Bedürfnisse und Wirkungen eines Umweltinformationssystems von Arzneimitteln

Presentation

Bedürfnisse und Wirkungen eines Umweltinformationssystems von Arzneimitteln

TimeLoc
20 November 2012
Osnabrück
Deutschland
Die Informationsbedürfnisse der Stakeholder in ihrer täglichen Arbeit zeigen, dass ein Informationssystem zu Arzneimittel in der Umwelt ambitioniert sein muss, um eine breite Wirkung entfalten zu können.

Im Rahmen der 3. Internationalen Konferenz "Nachhaltiger Pharmazie" hielten Rodrigo Vidaurre (Ecologic Institut) und Konrad Götz (ISOE) einen gemeinsamen Vortrag zu Bedürfnissen und Wirkungen eines Umweltinformationssystems von Arzneimitteln. In den letzten Jahren wuchsen die Bedenken bezüglich der Präsenz von Human- und Tierarzneimitteln in der Umwelt, insbesondere in Gewässern. Ein System, das umweltrelevante Informationen zu diesen chemischen Verbindungen für verschiedene Stakeholder bereitstellt, ist ein möglicher Ansatz, den Eintrag dieser Stoffe in die Umwelt zu mindern.

Rodrigo Vidaurre stellte die Ergebnisse qualitativer Interviews mit relevanten Stakeholdern vor, die vor allem auf deren Bedürfnisse von einem solchen Informationssystem zu Arzneimittel in der Umwelt fokussierten – insbesondere deren Informationsbedürfnisse. Ein wichtiger Befund ist, dass die Anforderungen ihrer alltäglichen Arbeit nur durch ein ambitionierteres Informationssystem erfüllt werden können. Stakeholders bedürfen umfangreiche und detaillierte Hintergrundinformationen und "rohe" Daten – und  keine generelle, aggregierte Informationen. Konrad Götz (ISOE) präsentierte die Ergebnisse einer Delphi-Analyse, in der die Befragten ihre Meinung zur Wirkung und zur relativen Bedeutung eines solchen Informationssystems in Vergleich zu weiteren Management-Optionen kundgaben. Diese Forschungen wurden im Rahmen des EU-finanzierten Forschungsprojektes PHARMAS durchgeführt.

Arzneimittel sind vielleicht die bedeutendste Gruppe chemischer Verbindungen unter den sehr zahlreichen Stoffen, die man als "neue Schadstoffe" (emerging pollutants) bezeichnet. Im Jahr 2012 gab es intensive Diskussionen zur Aufnahme von 3 Arzneimitteln in der Liste der prioritären Schadstoffe der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Allerdings muss die Regulierung dieser Verbindungen der Tatsache gerecht werden, dass sie zu Zwecken der menschlichen Gesundheit eingesetzt werden. Eine Möglichkeit, die in der Bekämpfung dieses Problems helfen kann, ist ein System, das Informationen zu den Eigenschaften und dem Umweltverhalten dieser Stoffe zur Verfügung stellt. Somit kann das Bewusstsein dieses Problems gefördert werden, wie auch der Eintrag in die Umwelt gemindert und das gesamte Management des Problems verbessert werden.


Organizer
Date
20 November 2012
Location
Osnabrück, Deutschland
Keywords
Wasser, Verschmutzung, neue Schadstoffe, Arzneimittel, nachhaltige Pharmazie, Umweltinformationssystem, Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)