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Globale Umweltziele und Verpflichtungen: Die Herausforderungen und Möglichkeiten der Umsetzung von Umweltkonventionen

Globale Umweltziele und Verpflichtungen: Die Herausforderungen und Möglichkeiten der Umsetzung von Umweltkonventionen

Timeloc
8. Juni 2015
Berlin
Deutschland

Verschiedene internationale Umweltabkommen regeln  die Verwendung natürlicher Ressourcen und den Schutz der Umwelt verschiedener Länder. Die Verträge stellen unterschiedliche Anforderungen an die Parteien, damit Sie über den Fortschritt der Umsetzungen von  Bestimmungen, Richtlinien, Strategien und ähnlichem Bericht zu erstatten. Allerdings gibt es bis heute auf nationaler Ebene noch keine umfassenden Bewertungen hinsichtlich der Umsetzung dieser Abkommen. Das, von Prof. Dr. Maria Ivanova, Professorin an der McCormack Graduate School of Policy and Global Studies der University of Massachusetts Boston eingeführte Global Environmental Governance-Projekt hat als Ziel, diese Wissenslücke zu füllen.

Das Ecologic Institut veranstaltete, gemeinsam mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), am 8. Juni 2015 einen Dinner Dialogue mit dem Titel "Globale Umweltziele und Verpflichtungen: Die Herausforderungen und Möglichkeiten der Umsetzung von Umweltkonventionen". Prof. Dr. Ivanova skizzierte den Hintergrund und die Methodik ihrer umfangreichen Studie. Die Studie wird international Rechtsinstrumente untersuchen, um kollektive Handlungen zur Lösung globaler Umweltprobleme zu mobilisieren.  Die Studie wird unter anderem einen Index enthalten, welcher die Umsetzung der Umweltkonventionen verschiedener Länder im Laufe der Zeit misst.  Weltweit wurde eine Vielzahl planetarischer Grenzen überschritten, was sich durch Veränderungen in Klima und Land, Verlusten von biosphärischer Integrität und veränderten biogeochemischen Zyklen bemerkbar macht. Jedoch haben die Länder sehr wenige systematische, komparative Informationen über ihren Arbeitsbeitrag zu globalen Umweltzielen und Verpflichtungen.

Daraus ergibt sich, dass politische Entscheidungsträger ihren Beitrag weder analysieren und einschätzen können, noch klare Ziele, Strategien und Aktionen formulieren und so keine notwendigen finanziellen, humanitären und institutionellen Ressourcen mobilisieren.

Das Global Environmental Governance-Projekt

Bei dem Global Environmental Governance-Projekt werden Einreichungen verschiedener Vertragspartner zu zehn globalen Umweltvereinbarungen analysiert und nach deren Einhaltung der Berichtserstattungsanforderungen einheitlich eingestuft. Die Informationen werden in dem Umweltkonventionen-Index eingearbeitet. Prof. Dr. Ivanova betonte, dass es sich bei dem Index um keine "name and shame"-Strategie handle. Außerdem wird es in diesem Stadium keine Bewertung darüber geben, ob die Berichte der Vertragspartner mit der aktuellen Situation übereinstimmen oder die Bestimmungen vor Ort einhalten.

Stattdessen will sich die Studie den Berichten über die Durchführungen von einem  informatorischen Standpunkt nähern, um herauszufinden, wo die Länder momentan bei der Einhaltung von internationalen Umweltübereinkommen stehen. So soll versucht werden, wodurch die Unterschiede in den Berichten ausgelöst werden und welche Schlussfolgerungen sich daraus ziehen lassen.

Ergebnisse des laufenden Projekts

In den Ergebnissen zeigten sich interessante und teilweise überraschende Tendenzen. Die Art und Weise der Berichterstattung und die Umsetzung stand nicht immer in Beziehung zu der Landesgröße, der Anzahl der Fragen in den zu erfüllenden Pflichten, dem Leistungsniveau oder Ähnlichem. Beispielsweise lieferten, entgegen erster Annahmen, manche Länder mit sehr niedrigen Umsetzungsquoten trotz umfangreicher Berichtspflichten in der Konvention (z. B. die Ramsar Konvention), eine sehr hohe Regeltreue. Unterschiedlichste Faktoren können beeinflussen, ob eine Regierung Regeltreue bei verschiedenen Konventionen priorisiert. Dazu gehören zum Beispiel Investoren, Probleme vor Ort, die individuelle Motivation der nationalen Berichterstattung und Weitere. Zusätzlich betonte Prof. Dr. Ivanova, dass die Reaktionen auf, und das bekundete Interesse an der Studie sehr positiv ausgefallen sein, da Sie als unparteiische, akademische Forschungsstudie außerhalb des Bereichts Politik durchgeführt wird.

Der Dinner Dialog

Die Gäste des Dinners kamen aus unterschiedlichen Erfahrungshintergründen, Politik, Akademie, Wirtschaft, Diplomatie, NGOs und Forschung eingeschlossen. Die unterschiedlichen Perspektiven und Einsichten innerhalb der Gruppe regten eine lebhafte Diskussion an, welche sich nicht nur auf die, durch den Index für Umweltkonventionen übermittelten Informationen, sondern auch auf die zukünftige Nachhaltigkeit und den Wert des Projekts konzentrierten.  Prof. Dr. Ivanova ist nicht nur Professorin an der UMass, sondern auch Fakultätsmitarbeiterin an der Initiative für Steuerung, Umwelt und Vertrieb der Yale Universität.


Veranstalter
Datum
8. Juni 2015
Ort
Berlin, Deutschland
Sprache
Englisch
Teilnehmerzahl
15
Schlüsselwörter
Globale Umweltpolitik, Umsetzung, international Vereinbarungen, Konventionen, Recht, Index, Performance, Dinner Dialog, Diskussion, Berlin