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Ökonomische Implikationen der Marktregulierung am Kohlenstoffmarkt

Ökonomische Implikationen der Marktregulierung am Kohlenstoffmarkt

In den letzten Jahren hat sich die Regulierung der Finanzmärkte in der EU fortentwickelt – insbesondere durch die Verabschiedung der zweiten Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) und weitere Richtlinien, etwa zu Marktmissbrauch und Geldwäsche. Einige dieser Richtlinien haben auch Auswirkungen auf den Europäischen Handel mit Emissionsberechtigungen im Rahmen des EU-Emissionshandels. In diesem Projekt untersucht das Ecologic Institut mit zwei Partnern – FutureCamp und Professor Weber, Universität Zürich – wie genau die Regulierung des Finanzmarktes sich fortentwickelt, wie diese Änderungen sich auf die Marktzugangskanäle der Akteure am Kohlenstoffmarkt auswirken, und wie sich das tatsächliche Verhalten der Anlagenbetreiber in Reaktion auf die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen ändert.

Die Analyse erfolgt in drei Schritten:

  1. Der erste Schritt dient der Bestandsaufnahme und der systematischen Beschreibung der Fortentwicklungen in der Finanzmarktregulierung. Er beschreibt umfassend, welche marktaufsichtsrechtlichen Vorgaben mit Relevanz für den Kohlenstoffmarkt sich in den vergangenen Jahren geändert haben, bzw. welche Änderungen absehbar sind. Dabei wird auch darauf eingegangen, welche Akteure am Kohlenstoffmarkt von den geänderten Rahmenbedingungen betroffen sind, und welche Arten von Verpflichtungen sich daraus ergeben;
  2. Der zweite Schritt kategorisiert zunächst die Handelsplätze im Kohlenstoffmarkt, beschriebt sie und vergleich sie hinsichtlich ihrer Bedeutung. Teil dessen ist auch eine Erfassung, welche Akteure an welchen dieser Handelsplätze tätig sind, und welche Dienstleistungen sie dort anbieten. Auf diese Weise soll die Analyse ein besseres Verständnis ermöglichen, welche Bedeutung die neuen finanzmarktrechtlichen Anforderungen für die jeweiligen Handelsplatzbetreiber, Intermediäre und deren Zielgruppen haben, und welche Konsequenzen daraus für ihre jeweilige Geschäftstätigkeit entstehen. Die Erhebung wird ergänzt durch eine Umfrage unter Marktteilnehmern, um zu erfahren was deren Kenntnisstand zur Fortentwicklung der Finanzmarktregulierung ist, und ob sie sich bereits auf die geänderten Rahmenbedingungen einstellen.
  3. Im dritten Schritt werden schließlich die Handelsstrategien und Marktzugangskanäle der emissionshandelspflichtigen Anlagenbetreiber näher untersucht, vor allem mit Blick auf die Organisation des Zukaufsbedarfs der Anlagenbetreiber, bzw. den Verkauf etwaiger Überschüsse. Mittels einer repräsentativen Umfrage wird zunächst das tatsächliche Handelsverhalten der Anlagenbetreiber dargestellt, und in der Folge die Stärken und Schwächen der einzelnen Zugangskanäle aus Sicht der Anlagenbetreiber untersucht.

Mittels dieser drei Analyseschritte soll das Projekt dazu beitragen, übergeordnete Fragen zum Sinn, Zweck und Wirksamkeit der Finanzmarktregulierung im Bezug auf den Kohlenstoffmarkt analytisch zu unterfüttern:

  • Sind die Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen zur Finanzmarktregulierung geeignet, die Regulierungsziele insbesondere für den Kohlenstoffmarkt zu erreichen?
  • Inwiefern treffen die allgemeinen Ziele der Finanzmarktregulierung auf den Kohlenstoffmarkt zu? Inwiefern sind die veränderten Rahmenbedingungen der allgemeinen Finanzmarktregulierung geeignet, um den speziellen Herausforderungen der Marktaufsicht für den Kohlenstoffmarkt zu begegnen?
  • Wie sind die erwünschten Auswirkungen der veränderten Finanzmarktregulierung im Verhältnis zu den unerwünschten Nebenwirkungen (Transaktionskosten, Verwaltungsaufwand etc.) zu beurteilen? Besteht ein Risiko, dass die Finanzmarktregulierung über das Ziel hinausschießt, und bspw. die Liquidität und die Ausgeglichenheit des Kohlenstoffmarktes leidet, weil sich wesentliche Akteure in Reaktion auf den zusätzlichen Regulierungsaufwand vom Kohlenstoffmarkt zurückziehen? Wie ist dieses Risiko zu bewerten, und kann es ggf. durch Anpassungen und Ausnahmen gemindert werden?

Finanzierung
Umweltbundesamt (UBA), Deutschland
Partner
Ecologic Institut, Deutschland
Partner
Projektdauer
Oktober 2015 bis August 2019
Projektnummer
2570
Schlüsselwörter
Emissionshandel, ETS, Kohlenstoffmarkt, Finanzmarkt, Finanzmarktregulierung, Marktaufsicht, MiFID II, Deutschland, Europa