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Das Ende der Ölzeit

Publikation

Das Ende der Ölzeit

Erdöl ist in Industriegesellschaften entscheidend für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliches Wohlergehen. Doch die Ausbeutung der letzten Reserven des "schwarzen Goldes" führen zunehmend zu Kriegen. Gleichzeitig macht der Klimawandel einen effizienteren Umgang mit Erdöl notwendig. Während die Menschen sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts auf diesen Rohstoff als bequeme und selbstverständliche Quelle ihres Wirtschaftens verlassen haben, wird dies zukünftig nicht mehr möglich sein.

Helen Lückge und Markus Knigge zeigen in diesem Buchkapitel Möglichkeiten auf, wie dem kommenden Ende der Ölzeit entgegenzutreten ist, und wie der Wechsel zu alternativen Energiequellen möglich ist. Eines ist jedoch klar: Angesichts des derzeitigen Lebensstils, der stark auf der Nutzung von Erdöl basiert sowie langer Investitionszyklen wird dieser Wechsel lange Zeiträume in Anspruch nehmen.

Tatsächlich ist der Ölverbrauch  vor allem aufgrund unserer Abhängigkeit schon jetzt mit hohen und in Zukunft vermutlich drastisch steigenden Kosten verbunden. Angesichts erhöhtem Verbrauch in Schwellenländern wie China und Indien, rechnen Experten von einem Ende des Öl bereits im Jahr 2040.
Daher ist vor allem eine Steigerung der Energieeffizienz nötig und auch finanziell attraktiv. So wird eine verbesserte Gebäudeisolierung noch viel zu wenig genutzt. Auch das Energiesparen in größeren Gebäuden, z.B. durch bedarfsgerechte Lüftung, birgt noch große Potentiale - manchmal bis über 50%.

Ein noch so effizienter Einsatz des Erdöls wird allerdings nicht zum Nullverbrauch führen. Daher müssen die alternativen Energien weiter gefördert werden. Gas und Kohle besitzen die gleichen Probleme wie Öl, daher erscheint langfristig nur eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen sinnvoll. Diese können nicht nur die Abhängigkeit vom Erdöl reduzieren, sondern stellen gleichzeitig einen Jobmotor für die deutsche Wirtschaft dar. Auf der Straße bieten Hybridfahrzeuge eine Lösung, allerdings ist dort die Versorgungsstruktur noch nicht genug ausgebaut und problematischer Weise bedingen sich Kraftstoffnachfrage und das Angebot der Tankstellen.

Die Abkehr vom Öl ist jedoch nur möglich, wenn die Bevölkerung stärker sensibilisiert wird und alle gesellschaftlichen Gruppen mitgenommen werden. Die Verbraucher müssen stärker sensibilisiert werden und jeder Haushalt muss gemäß der Idee der "2000-Watt-Gesellschaft" motiviert werden, den Energieverbrauch zu senken. Nur so kann mittelfristig der Wandel weg vom Öl vollzogen werden.

Dieses Kapitel von Helen Lückge und Markus Knigge ist Teil des Buches "Unterm Strich. Erbschaften und Erblasten für das Deutschland von morgen. Eine Generationenbilanz", das im Projekt "Beiträge zu einer Generationenbilanz Nachhaltigkeit" entstand.


Zitiervorschlag

Helen Lückge und Markus Knigge 2006: "Das Ende der Ölzeit", in: Volker Hauff und Günther Bachmann (Hg.): Unterm Strich. Erbschaften und Erblasten für das Deutschland von morgen. Eine Generationenbilanz.]. München: oekom Verlag, 83-94.

Sprache
Deutsch
Finanzierung
Verlag
Jahr
2006
ISBN
3-86581-041-1
Umfang
13 S.
Projektnummer
1887
Inhaltsverzeichnis
  • Süchtig nach Erdöl
  • Wie lange reichen die Reserven?
  • Gleicher Nutzen – Weniger Energie
  • Sparen -  aber wie und wo?
  • Nicht nur sparen sondern ersetzen
  • Investitionskosten und Pfadabhängigkeiten
  • Jobmotor erneuerbare Energien
  • Hohe Trittschäden
  • Die Gesellschaft mitnehmen – Mut zu einem ehrgeizigen Ziel
Schlüsselwörter
Öl, Eröl, Klimawandel, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, nachhaltige Entwicklung, demographischer Wandel,