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Klimaresiliente kritische Infrastrukturen (KRITIS)

Klimaresiliente kritische Infrastrukturen (KRITIS)

Management und Prozessdesign unter Berücksichtigung des Vorrangs für naturbasierte Lösungen

Projekt
Dauer
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Der Klimawandel erhöht in Deutschland die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse, darunter Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Überschwemmungen. Diese Ereignisse setzen kritische Infrastrukturen (KRITIS), etwa in den Bereichen Energie, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, zunehmend unter Druck. Ausfälle können sich dabei über Sektorengrenzen hinweg ausbreiten – beispielsweise wenn anhaltende Trockenheit die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren mehrere sich überschneidende Rahmenwerke geschaffen: die Deutsche Resilienzstrategie, das seit März 2026 geltende KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen (CER-Richtlinie) sowie das Bundes-Klimaanpassungsgesetz. Letzteres räumt naturbasierten Lösungen, bspw. grüner und blauer Infrastruktur, einen besonderen Stellenwert ein. 

Die verschiedenen Rahmenwerke sind jedoch nicht immer aufeinander abgestimmt. Zuständigkeiten sind teilweise unklar, zentrale Begriffe wie Schutzziele werden nicht einheitlich definiert, und Kommunen nehmen als Betreiber und Akteure von KRITIS oft eine Doppelrolle ein.

Das Projekt unterstützt das Umweltbundesamt (UBA) bei der Entwicklung eines integrierten Prozessrahmens für die Klimaresilienz kritischer Infrastrukturen von kommunaler und regionaler Bedeutung. Dieser soll als praxisorientierter Leitfaden ausgestaltet und gemeinsam mit ausgewählten Modellkommunen entwickelt werden. Das Projekt identifiziert Schnittstellen und Lücken zwischen verschiedenen Politikfeldern, entwickelt Ansätze zur Definition von Schutzzielen und Schutzniveaus und erarbeitet Empfehlungen für Governance-Strukturen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene.

Die Arbeiten folgen einem transdisziplinären Ansatz: Behörden, Betreiber, Kommunen und Wissenschaft wirken nicht lediglich als konsultierte Stakeholder mit, sondern als aktive Koproduzenten von Wissen.

Arbeitspakete

Das Projekt gliedert sich in vier Arbeitspakete:

  • Prozessgestaltung und Leitfaden (AP1): Analyse der rechtlichen und strategischen Rahmenbedingungen sowie Entwicklung eines praxisorientierten Leitfadens zur Integration von Klimaresilienz in das Management kritischer Infrastrukturen. Der Leitfaden wird gemeinsam mit Modellkommunen erprobt.
  • Multi-Level-Governance (AP2, Leitung: Ecologic Institut): Entwicklung von Empfehlungen dazu, wie Klimaanpassung und der Schutz kritischer Infrastrukturen von der Bundes- bis zur kommunalen Ebene besser miteinander verzahnt werden können. Grundlage sind internationale Best Practices sowie partizipative Workshops.
  • Fachkonferenz (AP3, Leitung: Ecologic Institut): Vorstellung und Diskussion der Projektergebnisse mit einem breiteren Fachpublikum. Dabei werden auch andere Forschungsprojekte sowie Erkenntnisse aus der nationalen Krisenmanagementübung LÜKEX 2026 einbezogen.
  • Projektmanagement (AP4, Leitung: Ecologic Institut): Sicherstellung der Projektkoordination, des Berichtswesens und der Kommunikation.

Rolle des Instituts Ecologic 

Das Ecologic Institut leitet das Projekt in einem Konsortium mit der Rebel Deutschland GmbH und dem United Nations University Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS). Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Gesamtprojektleitung: Gesamtverantwortung für das Projekt einschließlich Projektmanagement und Qualitätssicherung.
  • Leitung von AP2, AP3 und AP4: Erarbeitung der Empfehlungen zur Multi-Level-Governance, Durchführung der Fachkonferenz sowie Projektmanagement einschließlich Berichtswesen und Kommunikation.
  • Mitwirkung an AP1: Federführung bei der Analyse der rechtlichen und strategischen Rahmenbedingungen sowie bei der Erarbeitung von Policy Papern.
  • Workshops und Veranstaltungen: Das Veranstaltungsteam des Ecologic Instituts führt die Online-Workshops durch und organisiert die Fachkonferenz.

Rebel Deutschland leitet AP1. UNU-EHS unterstützt alle Arbeitspakete und übernimmt die Federführung bei der Analyse internationaler Best Practices.

Klimaresiliente kritische Infrastrukturen brauchen mehr als technische Lösungen: Naturbasierte Lösungen können helfen, Risiken durch Hitze, Dürre und Starkregen zu reduzieren.

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Finanzierung
Partner
Team
Dauer
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Projekt-ID
Schlüsselwörter
Klimaanpassung, kritische Infrastrukturen, Klimaresilienz, naturbasierte Lösungen, Infrastrukturresilienz, Mehrebenen-Governance, Kaskadeneffekte, Krisenmanagement, LÜKEX, kommunale Klimaanpassung
Deutschland; kommunale, regionale, Landes- und Bundesebene
Literatur- und Dokumentenanalyse, Rechts- und Politikanalyse, Governance-Analyse, Akteursanalyse, leitfadengestützte Interviews, qualitative Inhaltsanalyse, transdisziplinäre Forschung, partizipative Workshops, szenariobasierte Erprobung