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Die finanziellen Auswirkungen der Anpassung an den Klimawandel

Die finanziellen Auswirkungen der Anpassung an den Klimawandel

Timeloc
11. Mai 2011
Washington, DC
Vereinigte Staaten von Amerika

Im Mittelpunkt des ersten "Dinner Dialogs" in Washington DC stand das Thema der Anpassung an den Klimawandel. Er fand am 11. Mai 2011 statt und wurde vom Ecologic Institute und der deutschen Botschaft in Washington DC als Teil der Transatlantischen Klimabrücke, einer Initiative der Bundesregierung, veranstaltet.

Der "Dinner Dialog" – im Berliner Büro des Ecologic Institute bereits eine feste Größe – fand in der US Hauptstadt zum ersten Mal statt, und konnte Herrn Christian Egenhofer, Senior Fellow und Leiter des Energie- und Klima-Programms des Zentrums für Europäische Politikstudien in Brüssel (Center for European Policy Studies, CEPS) für sich gewinnen. Die Teilnehmer des Dialogs setzten sich aus Vertretern sowohl staatlicher als auch unabhängiger Organisationen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zusammen. Herr Egenhofer präsentierte dabei erste Ergebnisse einer CEPS-Studie über die finanziellen Auswirkungen von Anpassungen an den Klimawandel. Marlon Flores, Senior Policy Advisor am Ecologic Institute, moderierte die Diskussion zum Thema in entspannter Atmosphäre.

Die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels ist derzeit zwar eine der meist diskutierten Herausforderungen, doch schließt die Diskussion dabei oft die finanziellen Auswirkungen auf die Betroffenen aus. In seinem eindringlichen Vortrag beleuchtete Herr Egenhofer das beträchtliche Ausmaß der finanziellen Folgen für einige Länder, in denen der Klimawandel wirtschaftliche Aktivitäten, Landnutzung, Artenvielfalt, öffentliche Gesundheit und Wasserversorgung beeinflussen wird. Zum ersten Mal, so Herr Egenhofers Folgerung, werden große Teile der Fiskalpolitik und Gesetzgebung mit Umweltbelangen auf lokaler, nationaler und supranationaler Ebene in Einklang gebracht werden müssen.

Sein Vortrag stellte die wichtigsten kostentreibenden Kräfte (hinter direkten und indirekten Kosten) in den Mittelpunkt, wie zum Beispiel den Grad der Belastung durch schrittweise zunehmende und extreme Klimaereignisse, das Ausmaß bestehender Schutzmaßnahmen in gefährdeten Gebieten, oder den Umfang der Staatshaftung. Im Anschluss stellte Herr Egenhofer verschiedene Empfehlungen vor, mit denen die beschriebenen finanziellen Auswirkungen verringert werden könnten. Seine Empfehlungen umfassten die Auswahl des richtigen Schutzniveaus mit passenden Formen der Kosten-Nutzen-Analyse, Investitionen in Forschung und Entwicklung, die Bereitstellung von Informationen für die Öffentlichkeit und schließlich die Verringerung der Staatshaftung durch Public-Private-Partnerships mit der Versicherungsindustrie.

Dem Vortrag von Herrn Egenhofer folgte eine lebhafte Diskussion, die sich unter anderem mit den möglichen Folgen für Gebäudeversicherungen in der Nähe von Flüssen und Küsten, dem Wert nachhaltigen Managements von Ökosystemen bei der Anpassung an den Klimawandel, den Auswirkungen auf auswärtige Politik und Finanzhilfen für Entwicklungsländer, sowie der Möglichkeit der Schaffung von "grünen Arbeitsplätzen" im Bereich der Anpassung an den Klimawandel, befasste. Als Resultat der Diskussion konnte festgehalten werden, dass – trotz des wichtigen Beitrags der CEPS-Studie zur Schließung von Wissenslücken über die Folgen des Klimawandels – der Mangel an Informationen und empirischen Daten immer noch ein erhebliches Hindernis für den Fortschritt umfassender Entscheidungsfindung im Gebiet des Klimawandels darstellt. Es wird in naher Zukunft interessant sein zu verfolgen, wie die Ergebnisse der Studie in Deutschland, der EU und möglicherweise auch den USA, aufgenommen und diskutiert werden.

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Sprecher
Christian Egenhofer
Datum
11. Mai 2011
Ort
Washington, DC, Vereinigte Staaten von Amerika