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Förderung der Mehrebenen-Governance im Bereich Energieeffizienz – multEE-Abschlusskonferenz

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Förderung der Mehrebenen-Governance im Bereich Energieeffizienz – multEE-Abschlusskonferenz

Veranstaltung
Datum
Ort
Wien, Österreich

Am 29. Juni 2017 hielt das multEE-Konsortium gemeinsam mit dem Sekretariat der Energiegemeinschaft ihre Abschlusskonferenz im Sofitel in Wien ab. Die Veranstaltung diente als interaktives Forum für Austausch und gemeinsames Lernen. Es wurde ein lebendiger partizipativer Ansatz gewählt, um die bisherigen Ergebnisse und Auswirkungen des Projektes zu diskutieren und den Weg für die künftige Zusammenarbeit zu ebnen. Die Vortragsfolien stehen als Download zur Verfügung.

Ziel des multEE-Projektes – Förderung der Mehrebenen-Governance im Bereich Energieeffizienz war es, die Qualität bei der Planung und Implementierung von Energieeffizienzmaßnahmen zu verbessern. MultEE wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) über den Energieeffizienzfond Südosteuropa geleitet und brachte zehn führende Institutionen an der Schnittstelle von Energieeffizienzforschung, Politikgestaltung und Umsetzung aus neun europäischen Ländern zusammen. Die Abschlusskonferenz wurde gemeinsam mit dem dreijährlichen Treffen der Koordinationsgruppe Energieeffizienz der Energiegemeinschaft organisiert, um die EU und ihre Nachbarstaaten zusammenzubringen und zur Entwicklung eines gesamteuropäischen Energiemarktes beizutragen.

Das multEE-Projekt verfolgte zwei Handlungsstränge:

  1. Konzepte zur Entwicklung und Einführung von innovativen Monitoring- und Verifikationssystemen (M&V Systeme) und
  2. die Verbesserung der Koordination im Design und der Einführung von Energiepolitiken, sowohl horizontal zwischen nationalen Behörden als auch vertikal zwischen den verschiedenen administrativen Ebenen.

Die EU-Mitgliedsstaaten und die Länder der Energiegemeinschaft müssen an diesen beiden Handlungssträngen arbeiten, um den vorgeschlagenen Regulierungsrahmen der Energie Union erfolgreich umzusetzen zu können. Um dies zu erreichen, leistet das multEE-Projekt einen wichtigen konzeptionellen und praktischen Beitrag.

Aufgrund dieses aktuellen Themas, zog die Konferenz Experten aus allen neun multEE-Partnerländern, sowie Vertreter von allen neun Unterzeichnern des Vertrags zur Gründung der Energiegemeinschaft an.

Die Konferenz wurde von Dirk Buschle, dem stellvertretenden Direktor des Sekretariats der Energiegemeinschaft, mit einer Willkommensrede eröffnet. Hierbei erläuterte er, dass die Energiegemeinschaft das Ziel habe, der EU auf ihrem Weg zur Bekämpfung des Klimawandels zu folgen und sie sich zur Transformation des Energiesystems in derselben Geschwindigkeit wie der Rest Europas verpflichte. Buschle verwies darauf, dass eine effektive horizontale und vertikale politische Steuerung der Schlüssel für die Erreichung dieser Ziele sei.

Der Fachreferent der energiepolitischen Koordinationsabteilung von DG Energy der Europäischen Kommission, Leonardo Zannier, gab einen Überblick über die Vorschläge der Kommission für die politische Steuerung der Energie Union. Ein besonderer Schwerpunkt waren dabei die integrierten Energie- und Klimapläne, die ein Schlüsselelement der Vorschläge darstellen und die Anforderungen an die Klima- und Energieberichterstattung zusammenführen sollen. Das Publikum war besonders an den Methoden der Berichterstattung und den Datenanforderungen interessiert. Ferner wurde der vorgeschlagene Zeitplan für die Abgabe der ersten Berichte Ende 2018 diskutiert.

Danach führte Benjamin Struss von der GIZ und Koordinator von multEE, die aus der Governance-Verordnung zur Energie Union resultierenden Anforderungen mit den Ergebnissen des multEE-Projektes zusammen und erläutert, dass Mehrebenen-Governance im Bereich Energieeffizienz nicht nur ein Schlagwort darstelle, sondern auch ein essentieller Beitrag zur Verbesserung der Beständigkeit und Qualität von Politikplanung und –umsetzung sei. Weiterhin gab Benjamin Struss einen Einblick in die wichtigsten Projektergebnisse in Bezug auf die erwähnten zwei Handlungsstränge und zeigte auf, wie diese tatsächlich zu einer vollständigen Umsetzung der Energieeffizienzrichtline und des Winterpakets "Saubere Energie für alle Europäer" beitragen können.

Armin Teskeredzic von der GIZ stellte im Anschluss ein konkretes Ergebnis des Projektes vor, die Monitoring- und Verifikationsplattform (MVP), eine App, die basierend auf der Erhebung von bottom-up Daten dabei hilft, Fortschritte auf dem Weg zu den Energieeffizienzzielen auf allen administrativen Ebenen zu messen. Die Plattform wird momentan in Kroatien, Mazedonien, Griechenland, Litauen, Lettland und in der Slowakei eingeführt und ist eine intelligente und innovative Lösung, um die Probleme hinsichtlich der Effizienz, Kohärenz und Transparenz der Überwachung und Berichterstattung von Energieeffizienzmaßnahmen zu lösen.

Neben den zentralen Inputs, bot die Konferenz vor allem viel Zeit für den interaktiven Austausch und gemeinsames Lernen unter den nationalen Experten in Form von beteiligungsorientierten Tischdiskussionen. Die Moderatoren der Tischrunden gaben dabei eine kurze Einleitung zu vorher bestimmten Themenbereichen. Die Runden wurden in Bezug auf die beiden Handlungsstränge von multEE strukturiert und beinhalteten weitgefächerte Themen. So konnten wichtige Aspekte mit den anderen Teilnehmern aus der EU und der Energiegemeinschaft diskutiert werden. Die Tischrunden führten zu mehreren Schlüsselbotschaften aus jedem Themenbereich, welche anschließend gesammelt und von den jeweiligen Moderatoren präsentiert und visualisiert wurden.
Im Nachgang wurden diese Schlüsselbotschaften in die breite Diskussion mit allen Teilnehmern, als auch in die Podiumsdiskussion getragen. Das Podium bestand aus Dean Smolar vom Zentrum für Überwachung von Geschäftsaktivitäten im Energiesektor und Investitionen aus Kroatien, Violeta Kogalniceanu vom Sekretariat der Energiegemeinschaft, Tadas Norvydas von der litauischen Energieagentur und Benjamin Struss.

Eine wesentliche Schlussfolgerung der Podiumsdiskussion war, dass das MVP-Tool den Mitgliedstaaten die Möglichkeit biete, ihre Energieeffizienzpolitik durch standardisierte, kohärente und effiziente M&V zu gestalten. Es bleibe die Frage offen, wie man diese in bestehende Prozesse und in das Rechtssystem einbetten kann und gleichzeitig sicherstellt, dass es Kapazitäten zur Nutzung gibt. Diesbezüglich stehe die Arbeit von multEE zum Thema Koordinationsmechanismen erst am Anfang.

Ein weiterer angesprochener Aspekt der Diskussion war, dass die Länder "Vorreiter" oder "Champions", z.B. in Form von innovativen Kommunen oder Regierungsbehörden, benötigen, um Fortschritt anzustoßen. Zudem solle nicht nur über die Kosten, sondern auch vertieft über die wirtschaftlichen Vorteile von Energieeffizienzmaßnahmen gesprochen werden.

Die Diskussionsteilnehmer stimmten überein, dass die derzeitige politische Dynamik für eine verbesserte Mehrebenen-Governance im Bereich Energieeffizienz auf Grund der Einführung des Winterpakets auf EU-Ebene sehr positiv sei. Zudem war man sich einig, dass noch viel Arbeit vor uns liege.


"Die Energiegemeinschaft wird zu einer Energiewendegemeinschaft."

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Finanzierung
veranstaltet von
Partner
Team
Datum
Ort
Wien, Österreich
Sprache
Englisch
Participants
75
Projekt
Projekt-ID
Schlüsselwörter
Energieeffizienz, Multi-Level-Governance, vertikale Koordination, Monitoring, Indikatoren
Europa
Kommunikation, Verbreitung