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Erweiterte Herstellerverantwortung und ökologische Gestaltung von Beteiligungsentgelten

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Erweiterte Herstellerverantwortung und ökologische Gestaltung von Beteiligungsentgelten

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Die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) ist ein umweltpolitisches Instrument, das Hersteller*innen die Verantwortung für das Management der Nachnutzungsphase eines Produkts überträgt. Die Hersteller*innen zahlen EPR-Gebühren auf der Grundlage der in Verkehr gebrachten Mengen an Verpackungen oder Produkten (z. B. elektrische und elektronische Geräte und Textilien). Gegenwärtig decken die EPR-Gebühren in den meisten europäischen Mitgliedsstaaten in erster Linie die nachgelagerten Kosten des Abfallmanagements ab, insbesondere Sammlung, Transport, Sortierung und Recycling/Behandlung. Vorgelagerte Prozesse zur Erleichterung des Übergangs zu einer Kreislaufwirtschaft, wie z. B. Design für Recyclingfähigkeit, Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit, werden jedoch selten berücksichtigt. Daher unterscheiden die EPR-Gebühren (noch) nicht zwischen einerseits Produkten und Verpackungen, die nur schwer wiederverwendet, repariert und recycelt werden können, und andererseits solchen, die für Wiederverwendung, Wiederaufbereitung, Reparatur und Recycling ausgelegt sind. Somit gibt es für einen Hersteller*innen keinen Anreiz, vorgelagerte Designänderungen vorzunehmen, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken.

In diesem Zusammenhang kann die ökologische Gestaltung der EPR-Gebühren (Ökomodulation) Anreize für vorgelagerte Designänderungen schaffen, indem die Gebühren für solche Produkte oder Verpackungen reduziert werden, die für die Kreislaufwirtschaft konzipiert sind. Produkte oder Verpackungen mit zirkulärem Design (z.B. ein Mindestprozentsatz an recycelten Materialien, hohe Reparaturfähigkeit, eine Verringerung des Materialgewichts, eine Verlagerung von wenig zu leicht recycelbaren Materialien) könnten von reduzierten Gebühren profitieren, während für Produkte oder Verpackungen mit Designbarrieren, die zudem häufig zur End-of-Life-Behandlung in Entwicklungsländer exportiert werden, höhere Gebühren anfallen könnten. Somit kann die Ökomodulation eine wichtige Rolle bei der Priorisierung von zirkuärem Design für Abfallvermeidung, Wiederverwendung, Reparatur und Rezyklierbarkeit spielen.

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich dieses Projekt des Ecologic Instituts auf die Produktströme Batterien, Kunststoff/Verpackungen, Textilien und Elektro- und Elektronikaltgeräte (WEEE) und untersucht die folgenden vier Aspekte:

  1. Kriterien, die von der Ökomodulation sektorspezifisch abgedeckt werden sollen
  2. Höhe der Gebühren und Ökomodulation
  3. Kosten, die durch das EPR-System gedeckt werden sollten
  4. Verwendung und Aufteilung der EPR-Einnahmen

Ein Abschlussbericht und eine Web-Seminar-Präsentation sind für Juni 2021 geplant.

Ökomodulaton von EPR-Gebühren kann die Abfallvermeidung stärken.

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Projekt-ID
Schlüsselwörter
EPR, Ökomodulation, Gebühren, Kosten, Einnahmen, Abfallvermeidung, Design
EU
Literaturanalyse, Expert*innen-Interviews, Web-Seminar