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Wissenschaftliches Statement warnt vor Pestizid-Änderungen im Entwurf des Omnibus-Pakets
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- Berlin, Deutschland
Ein unabhängiges wissenschaftliches Statement, koordiniert von Dr. Lindsey Hendricks-Franco (Ecologic Institut) und von mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Medizinerinnen und Medizinern aus ganz Europa unterzeichnet, wurde an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gerichtet. Darin wird davor gewarnt, dass geplante Änderungen an der EU-Pestizidverordnung (EG) Nr. 1107/2009, die im Entwurf des Omnibus Simplification Package vorgesehen sind, zentrale Schutzmechanismen der Risikobewertung schwächen könnten – mit potenziellen Folgen für Umwelt, Biodiversität und die menschliche Gesundheit.
Die Unterzeichnenden erkennen den Bedarf an Vereinfachung grundsätzlich an, betonen jedoch, dass Vereinfachung die Umsetzung stärken muss, ohne die wissenschaftlichen Grundlagen der Regulierung auszuhöhlen. Kritisch gesehen werden insbesondere die mögliche Abschaffung verpflichtender periodischer Überprüfungen zugelassener Wirkstoffe, verlängerte Grace Periods für die weitere Nutzung als besonders schädlich eingestufter Substanzen sowie eine geringere Verpflichtung zur Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in den Mitgliedstaaten. Das Statement fordert stattdessen eine Stärkung des bestehenden Rechtsrahmens, unter anderem durch die bessere Einbindung unabhängiger Forschung, robuste Monitoring- und Datensysteme sowie realitätsnähere und sensiblere Risikoprüfungen, etwa zu Pestizidmischungen und langfristiger Exposition.
Zu den Unterzeichnenden zählen Christoph Heinrich (Direktor, Ecologic Institut) sowie Dr. Josselin Rouillard und Antonia Riedel (Ecologic Institut).
Künftige Aktualisierungen des Statements finden Sie hier: https://sites.google.com/view/scientificstatementpesticides/home