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Sustainable and Ecosystem-based Approach For Fisheries through the Utilization of Technology to Uphold Resilient Environments
SEA4FUTURE
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Das Horizon Europe-Projekt SEA4FUTURE (Sustainable and Ecosystem-based Approach for Fisheries through the Utilization of Technology to Uphold Resilient Environments (Nachhaltiger und ökosystembasierter Ansatz für die Fischerei durch den Einsatz von Technologie zur Erhaltung widerstandsfähiger Lebensräume)) widmet sich der Förderung einer blauen Transformation des mediterranen Fischereisektors. Das Projekt greift zentrale Herausforderungen der Mittelmeerregionen auf, darunter Umweltzerstörung, überfischte Bestände und die sozioökonomische Verwundbarkeit der Küstengemeinden.
Koordiniert von der Universität Alicante (Spanien) bringt das Projekt 22 Partner aus acht Ländern zusammen – Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich, Deutschland, Türkiye und das Vereinigte Königreich.
Das Ecologic Institute leitet die sozialwissenschaftliche Forschung, die sich auf die Integration des Wissens und der Expertise von Fischern in neue nachhaltige Fischereimonitoring-Prozesse konzentriert, und eine Strategie zur Einbindung von Interessengruppen, um die gesellschaftliche Akzeptanz und Unterstützung für die vom Projekt geförderten nachhaltigen Meeresfrüchteprodukte und -praktiken zu fördern, implementiert. Ecologic koordiniert außerdem die Entwicklung umsetzbarer politischer Empfehlungen und den Aufbau von Kapazitäten für Entscheidungsträger, unterstützt die Einführung eines Ökosystem-basierten Fischereimanagements (EBFM) innerhalb der EU und darüber hinaus.
SEA4FUTURE ist ein Projekt, das gemeinsam mit Fischer:innen im gesamten Mittelmeerraum daran arbeitet, die Fischerei nachhaltiger zu gestalten, während Arbeitsplätze und lokale Traditionen geschützt werden. Das Meer verändert sich, und einige Fischbestände stehen unter Druck, daher testet das Projekt neue Fanggeräte und -methoden, die Beifang reduzieren, sensible Lebensräume schützen und die Fangmengen langfristig verbessern können. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen und Fischer:innen soll das Projekt wissenschaftliches Wissen mit Ihrer Erfahrung auf See verbinden. Das Projekt untersucht auch, wie Meeresschutzgebiete und selektive Fischerei besser für sowohl die Natur als auch die Fischereigemeinschaften funktionieren können.
Testen und Skalieren lokal angepasster Lösungen
SEA4FUTURE ist in acht miteinander verknüpfte Arbeitspakete organisiert und wird seine Werkzeuge und Ansätze in sieben Living Labs testen, die sich über das Mittelmeer und angrenzende Regionen verteilen. Dazu gehören die Mittelmeerküsten von Spanien und Frankreich, Sizilien, Kreta, die türkische Ägäis- und Mittelmeerküste sowie die Insel Madeira. Zusammen decken diese Standorte eine breite Palette an Fanggeräten ab, von Schleppnetzen bis hin zu Kleinfischereinetzen und Langleinen. Jedes Living Lab wird genutzt, um praktische, lokal angepasste Lösungen gemeinsam zu entwickeln und zu verfeinern, bevor sie im gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus skaliert werden.
Durch die Kombination von Wissenschaft, Technologie und der Erfahrung derjenigen, die täglich auf See arbeiten, möchte SEA4FUTURE zeigen, dass mediterrane Fischerei sowohl ein Motor für lokale Lebensgrundlagen als auch ein Hüter der marinen Biodiversität sein kann. Das Projekt versucht praktisch zu zeigen, dass ein gerechteres, umweltfreundlicheres System für Meeresfrüchte keine ferne Vision ist, sondern etwas, das Netz für Netz aufgebaut werden kann.
Fischer:innen im Mittelpunkt der Innovation
SEA4FUTURE stellt die Fischer:innen in den Mittelpunkt der Innovation und macht sie zu aktiven Datensammelnden, Mitgestaltenden neuer Fanggeräte und Mitverwaltenden lokaler Maßnahmen. Das Projekt kombiniert Ansätze der Bürgerwissenschaft, einschließlich eDNA- und Genomik-Untersuchungen, mit Praxistests auf See von selektiveren Schleppnetzen und Netzen sowie mit Beifangreduktionsvorrichtungen für Haie, Rochen, Meeresschildkröten und Delfine. Diese technischen Innovationen werden mit Entscheidungsunterstützungsmodellen kombiniert, die es Wissenschaftler:innen, Entscheidungstragenden und Fischer:innen ermöglichen, Management-Szenarien gemeinsam zu testen. Parallel dazu wird das Projekt Zertifizierungssysteme bewerten und verbessern und den Aufbau neuer Märkte für nachhaltige Meeresfrüchte unterstützen, einschließlich Produkte, die aus invasiven Arten gewonnen werden. Das Projekt untersucht auch, wie Meeresschutzgebiete (MPAs) und selektives Fischen sowohl für die Natur als auch für die Fischergemeinschaften besser funktionieren können.
Das Konsortium umfasst Universitäten, nationale Meeresforschungsinstitute, KMU, NGOs, regionale Behörden und Fischereigenossenschaften. Es wird durch das Nationale Institut für Ozeanographie und Fischerei (NIOF) in Ägypten ergänzt, das als externe Forschungseinrichtung beiträgt und die Kartierung von Verschmutzungsschwerpunkten sowie den regionalen Kapazitätsaufbau unterstützt.