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Potenziale von Seegrasökosystemen als Kohlenstoffspeicher
Modellierung, Eutrophierung und Übertragbarkeit von Ergebnissen
- Veranstaltung
- Datum
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- Ort
- Berlin, Deutschland
- Aktive Rolle
Am 12. Oktober 2026 fand im Ecologic Institut in Berlin der Fachworkshop „Potenziale von Seegrasökosystemen als Kohlenstoffspeicher“ statt. Mehr als 30 Teilnehmende kamen zusammen, um laufende Projekte zum Kohlenstoffspeicherpotenzial von Seegras in Nord- und Ostsee zu verbinden. Ziel war es, Methoden, Datengrundlagen und bisherige Ergebnisse systematisch zu vergleichen. Der Workshop fand im Rahmen der ANK-Themenwoche statt.
Modellierung und Eutrophierung im Fokus
Zum Auftakt stellten Projekte ihre Ansätze vor: „Potential Seegras“ (AquaEcology), Seaguard (IOW) und CEASolF (Universität Oldenburg). Das Umweltbundesamt gab einen Überblick zur Eutrophierung als einem der größten Probleme von Nord- und Ostsee. Ergänzt wurden die Vorträge durch Beiträge zu Sedimenttransport und Morphodynamik (HEREON), zu KI-gestütztem Monitoring von Seegrasbeständen (WWF Ostsee) und zum ANK-Modellprojekt Moorklimaschutz an der Ostseeküste (Ostseestiftung).
In den moderierten Diskussionen wurde deutlich, dass es nicht den einen richtigen Modelltyp gibt. Je nachdem, ob Kohlenstoffbilanzen, kumulative Belastungen oder die Auswahl konkreter Wiederansiedlungsflächen im Mittelpunkt stehen, sind unterschiedliche Ansätze und Daten gefragt. Die Teilnehmenden betonten, dass Annahmen, Unsicherheiten und Modellgrenzen nachvollziehbar dargestellt werden müssen und dass langfristiges Monitoring eine verlässliche Datenbasis schafft. Beim Thema Eutrophierung zeigte sich: Weniger Nährstoffeinträge und bessere Lichtverhältnisse sind eine wichtige Voraussetzung für die Rückkehr von Seegras, garantieren sie jedoch nicht, da weitere Belastungen mitwirken. Diskutiert wurden außerdem Zielkonflikte, etwa mit Nutzungsinteressen, sowie die Frage, wie Kohlenstoff aus Seegras von Einträgen aus anderen Ökosystemen unterschieden werden kann.
Auf dem Weg zu gemeinsamen Botschaften
Im zweiten Teil des Workshops sammelten die Teilnehmenden in Tischgruppen zentrale Themen für einen gemeinsamen Policy Brief. Dabei wurde unter anderem diskutiert, wie stark sich Komplexität für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger reduzieren lässt und welche Rolle neben dem Klimaschutz auch Biodiversität und Küstenschutz spielen sollen. Wichtig war den Teilnehmenden zudem, dass der Brief an bestehende Projekte und Empfehlungen anknüpft und einen erkennbaren Mehrwert bietet.