Spring in an intercropped almond orchard
|Trentin, M. (2026). Green spring in a intercropped almond orchard. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.20160347
Die europäische Landwirtschaft steht zunehmend unter Druck, widerstandsfähiger zu werden, die biologische Vielfalt zu fördern und zum Klimaschutz beizutragen, während sie zugleich für Landwirt:innen wirtschaftlich tragfähig bleiben muss. Agroforstwirtschaft, also die Integration von Bäumen in landwirtschaftliche Nutzungssysteme auf derselben Fläche, bietet einen praktischen Ansatz, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie kann die Produktivität landwirtschaftlicher Betriebe, die biologische Vielfalt, das Wassermanagement und die Bodengesundheit unterstützen und ist insbesondere für kleine und mittlere Betriebe relevant.
Dieses Potenzial spiegelt sich auch in aktuellen politischen Prioritäten der EU wider, unter anderem in den Bereichen Wiederherstellung der Natur, Landnutzung und Klimapolitik sowie in den übergeordneten Zielen des Europäischen Grünen Deals. Diese Rahmenwerke zielen auf gesündere Ökosysteme, biodiversitätsreichere Agrarlandschaften, eine ökologisch verantwortungsvolle Pflanzung von Bäumen und Wiederherstellungsmaßnahmen ab, die auch dazu beitragen können, die Auswirkungen von Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen zu verringern. Trotz ihrer Vorteile wird eine breitere Anwendung der Agroforstwirtschaft weiterhin durch verschiedene Hindernisse erschwert, darunter begrenztes praktisches Wissen, fehlende skalierbare Geschäftsmodelle, uneinheitliche regulatorische Unterstützung, hohe Anfangsinvestitionen, unzureichende finanzielle Anreize sowie geringes Vertrauen und begrenzte Bekanntheit bei relevanten Akteuren.
Das Projekt AF4VALUE adressiert diese Hindernisse, indem es Ansätze entwickelt und erprobt, die agroforstwirtschaftliche Wertschöpfungsketten stärken und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Agroforstwirtschaft für Landwirt:innen und ländliche Räume verbessern können. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Innovationen, Geschäftsmodelle, finanzielle Anreize, zertifizierungsbezogene Technologien und politische Rahmenbedingungen, die den agrarökologischen Wandel unterstützen können.
Zu den zentralen Aktivitäten des Projekts gehören:
- Entwicklung innovativer agroforstwirtschaftlicher Praktiken, die Produktivität, biologische Vielfalt, Wassernutzung und Bodenwiederherstellung unterstützen;
- Bewertung von Messtechnologien und Modellierungsinstrumenten, um Zertifizierungskosten zu senken und die Zuverlässigkeit zu verbessern;
- Untersuchung wirtschaftlicher Anreize und Wertschöpfungsketten, die Landwirt:innen honorieren und die ländliche Entwicklung unterstützen;
- Entwicklung von Geschäftsmodellen und Innovationen im Bereich der Kohlenstofffinanzierung, um Agroforstwirtschaft für Landwirt, Investor und weitere Akteure praktikabler zu machen;
- Bewertung des politischen Rahmens und seiner Abstimmung mit EU-Anreizsystemen, Zertifizierungssystemen und regulatorischen Strukturen.
Das Ecologic Institut ist Teil des Projektkonsortiums und leitet das Arbeitspaket zur Umsetzung der Living Labs. In dieser Rolle entwickelt das Ecologic Institut den gemeinsamen Rahmen und die unterstützenden Umsetzungsinstrumente für drei regionale Agroecosystem Living Labs in Spanien, Frankreich und Deutschland. Die Living Labs dienen als Plattformen für Ko-Kreation und Innovation in der Agroforstwirtschaft: Sie bringen regionale Akteure zusammen und ermöglichen es zugleich, dass jeder Standort auf seinen spezifischen agrarökologischen Kontext eingeht.
Als Leitung von WP2 unterstützt das Ecologic Institut einen harmonisierten, aber flexiblen Ansatz für die Living Labs. Die Arbeit umfasst Leitlinien zu Governance-Rollen, Qualitätskriterien und Prozessstandards, Unterstützung bei der regionalen Stakeholder-Kartierung und Umsetzungsplanung sowie die Koordination des Peer-Learnings zwischen den Standorten. Dadurch wird sichergestellt, dass die Living Labs auf Ko-Kreation, transdisziplinärer Zusammenarbeit, Transparenz und ortsbezogener Innovation aufbauen.
Das Projekt wird im Rahmen des zweiten kofinanzierten Calls der Agroecology Partnership gefördert, unter Topic 2, das sich auf die Transformation von Wertschöpfungsketten, Unternehmen und politischen Rahmenbedingungen zur Förderung des agrarökologischen Wandels konzentriert. Dazu gehören neue Geschäftsmodelle, die Koordination von Akteuren, soziale Innovationen und unterstützende politische Rahmenbedingungen.