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Akteurskoalitionen, Frames und politischer Zeitrahmen in der EU-Kunststoffpolitik

Photo: Linda Mederake, 2026

Akteurskoalitionen, Frames und politischer Zeitrahmen in der EU-Kunststoffpolitik

Präsentation
Datum
Ort
Friedrichshafen, Deutschland
Vortrag

Linda Mederake präsentierte erste Ergebnisse ihrer Promotionsforschung zur EU-Plastikpolitik auf der Dreiländertagung 2026, der gemeinsamen Tagung der deutschen, österreichischen und schweizerischen politikwissenschaftlichen Fachgesellschaften (DVPW, ÖGPW, SVPW), die vom 17. bis 19. Juni 2026 an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen stattfand. Ihr Vortrag war Teil des Panels „Governing Europe's Ecological Transition – Actors, Ideas, Institutions“.

Der Vortrag ging der Frage nach, warum die EU-Plastikgesetzgebung zwischen 2015 und 2019 erheblich ausgeweitet wurde, obwohl die EU-Umweltpolitik insgesamt in diesem Zeitraum von Stagnation und zum Teil sogar Rückschritten geprägt war. Das zentrale Argument des Vortrags: Diese Ausweitung wurde dadurch möglich, dass die Europäische Kommission zwei unterschiedliche Problem-Frames – Plastikverschmutzung und Ressourcenineffizienz – gezielt mit dem Lösungs-Frame der Kreislaufwirtschaft verknüpfte und dadurch Unterstützung unterschiedlicher Akteursgruppen bündelte, während Akteure gleichzeitig zeitliche Handlungsspielräume innerhalb der EU-Verfahren nutzten, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Am Beispiel der Einwegkunststoffrichtlinie von 2019 zeigt die Analyse im Detail, wie dieses Zusammenspiel von Framing und Timing verlief.

Die Ergebnisse tragen zur politikwissenschaftlichen Debatte darüber bei, unter welchen Bedingungen ambitionierte Umweltregulierung in der EU auch gegen einen deregulierungsfreundlichen politischen Trend erreicht werden kann.

Die Forschung ist Teil eines laufenden Dissertationsprojekts. Sie stützt sich auf 31 Experteninterviews mit EU-Akteuren, unter anderem aus Europäischer Kommission, Parlament, Rat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, sowie auf eine Dokumentenanalyse.

Die gezielte Verknüpfung konkurrierender Frames und der strategische Umgang mit zeitlichen Verfahrensregeln erklären, wie die Europäische Kommission und verbündete Akteure die Ausweitung der EU-Plastikpolitik zwischen 2015 und 2019 vorantrieben.

Kontakt

Veranstaltung
veranstaltet von
Vortrag
Datum
Ort
Friedrichshafen, Deutschland
Sprache
Englisch
Schlüsselwörter
Kunststoffregulierung, Kunststoffpolitik, politische Zeit, Akteurskoalitionen, diskursiver Institutionalismus, Richtlinie über Einwegkunststoffe, Kunststoffstrategie
Europa
Experteninterviews, Dokumentenanalyse, qualitative Inhaltsanalyse, Prozessanalyse