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Marjal dels Moros: a model site for the structural, functional, and socioeconomic assessment of managed Mediterranean marshes
- Publikation
- Zitiervorschlag
Morant, D., Picazo, A., Rochera, C., et al. (2025). Marjal dels Moros: A model site for the structural, functional, and socioeconomic assessment of managed Mediterranean marshes. EarthArXiv (Preprint). https://doi.org/10.31223/X5GN1P
Obwohl Küstenfeuchtgebiete wichtige Ökosystemleistungen erbringen, sind sie durch menschliche Eingriffe und klimatische Belastungen stark gefährdet. Diese Studie analysiert den Marjal dels Moros, ein bewirtschaftetes mediterranes Küstenfeuchtgebiet mit Brackwassereinfluss im Osten Spaniens, durch eine integrierte Bewertung, die strukturelle, funktionale und sozioökonomische Aspekte umfasst. Das Ziel ist es, die Effektivität von Renaturierungsmaßnahmen zu bewerten und Erkenntnisse für ein klimafreundliches Management zu gewinnen. Dazu wurden sechs Teilgebiete betrachtet, die jeweils einen guten Zustand, einen veränderten und einen renaturierten Zustand repräsentieren. Untersucht wurden die Merkmale von Wasser und Sediment, die Struktur der mikrobiellen Gemeinschaften und die Treibhausgasflüsse. Verschiedene Renaturierungsszenarien wurden zudem einer multikriteriellen sozioökonomischen Bewertung unterzogen.
Die Ergebnisse belegen eine starke Heterogenität der Umweltbedingungen, die hauptsächlich durch das Hydroregime und variierende Salzgehalte beeinflusst wird. Im Vergleich dazu haben die renaturierten Flächen Sedimenteigenschaften, die zwischen denen von Natur- und Kulturland liegen, sowie geringere Werte für Indikatoren pathogener Bakteriengattungen. Durch die Ordinationsanalyse der mikrobiellen Gemeinschaften wird der Einfluss der hydrologischen Bedingungen auf die funktionellen Gruppen des Methankreislaufs deutlich. Ein klarer funktionaler Gradient ist auch bei den Treibhausgasflüssen zu beobachten: Dauerhaft überflutete, nährstoffreiche Gebiete haben hohe CO₂- und CH₄-Flüsse, während saisonal austrocknende und salzreichere Gebiete nahezu neutral sind oder CH₄-Emissionen unterdrücken.
Die Muster belegen, dass die Kontrolle über das Hydroregime und den Salzgehalt die funktionellen mikrobiellen Gruppen und die Kohlenstoffdynamik prägt und somit direkt die klimaregulierenden Funktionen des Feuchtgebiets beeinflusst. Die sozioökonomische Analyse belegt, dass die Stakeholder bevorzugen, dass Maßnahmen ergriffen werden, die naturnahe hydrologische Verhältnisse herstellen, eine größere Habitatvielfalt schaffen und Risiken minimieren, was entsprechende Renaturierungsstrategien unterstützt.
Die Ergebnisse heben hervor, wie wichtig es ist, Renaturierungsstrategien zu verfolgen, die hauptsächlich die Hydrologie berücksichtigen, ein integriertes Monitoring funktionaler Indikatoren einzurichten und eine inklusive Governance zu schaffen. Um ökologische Integrität, Klimaschutz und sozioökonomischen Zusatznutzen miteinander zu verknüpfen, sind diese Ansätze von großer Bedeutung. Der Bewertungsrahmen, der hier vorgeschlagen wird, ist eine übertragbare Orientierungshilfe für eine politisch relevante Renaturierung mediterraner Küstenfeuchtgebiete, die zahlreichen Nutzungsansprüchen und Belastungen ausgesetzt sind.