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Analyse des Deutschen Aktionsplans für erneuerbare Energie

Analyse des Deutschen Aktionsplans für erneuerbare Energie

TimeLoc
27. Oktober 2010
Berlin
Deutschland

Nehmen die nationalen Aktionspläne für erneuerbare Energie zu den Zielen der Mitgliedstaaten bis 2020 den langfristigen Umbau der Stromerzeugung in Angriff? Berücksichtigen Sie dabei die Möglichkeiten der europäischen Kooperation? Diese Fragen hat das Ecologic Institut in seiner Analyse des Deutschen Aktionsplans im Auftrag der European Green Foundation untersucht. Die Ergebnisse stellte Stephan Sina, Senior Fellow am Institut, am 27. Oktober 2010 im Rahmen einer Podiumsdiskussion bei der Heinrich Böll Stiftung vor.

Richtlinie 2009/28/EG verpflichtet Deutschland, bis 2020 seinen Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 18% zu steigern und in einem Aktionsplan darzulegen, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Die Kurzstudie [pdf, 2.35 MB, Deutsch] gibt einen Überblick über den Deutschen Aktionsplan für erneuerbare Energie für den Stromsektor und untersucht anschließend zunächst, ob Deutschland seine Ziele für 2020 voraussichtlich erreichen wird.

Für den Schwerpunkt der Analyse, ob der Deutsche Aktionsplan über 2020 hinaus denkt und die Möglichkeiten europäischer Kooperation in Betracht zieht, wird das kürzlich verabschiedete Energiekonzept der Bundesregierung einbezogen. Ergänzende Maßnahmenvorschläge schließen die Studie ab. Die Analyse kommt im Wesentlichen zu dem Ergebnis, dass Deutschland sein Ziel für den Stromsektor bis 2020 voraussichtlich erreichen oder übertreffen wird, wenn die geltenden und im Aktionsplan angekündigten Rahmenbedingungen eingehalten werden. Maßnahmen zu einer längerfristigen Umgestaltung der Stromerzeugung sieht vor allem das Energiekonzept mit seiner strategischen Ausrichtung bis 2050 vor. Dabei bleibt jedoch unklar, wie sich der konventionelle Kraftwerkspark in einem veränderten Stromsystem mit zunehmend dezentraler und fluktuierender Erzeugung weiterentwickeln soll. Maßnahmen zur europäischen Zusammenarbeit werden überwiegend im Energiekonzept berücksichtigt. Sie können die Sicherheit der Energieversorgung erhöhen und die Kosten senken, müssen aber schnellstmöglich realisiert werden, um die erhoffte Wirkung bis 2050 zu erzielen.

Die Analysen des deutschen und des schwedischen Aktionsplans wurden am 27. Oktober 2010 im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Energie für die Zukunft Europas – ergeben 27 Nationale Aktionspläne 1 Europäische Energiepolitik?“bei der Heinrich Böll Stiftung vorgestellt. Über die Ergebnisse diskutierten anschließend Stephan Sina, Fellow am Ecologic Institut und Mats Abrahamsson, Leiter von factwise Stockholm mit Andree Böhling (Greenpeace) und Carsten Pfeiffer (Bündnis 90/Grüne) unter Moderation von Bastian Hermisson (Heinrich Böll Stiftung). Dabei wurde unter anderem deutlich, dass für die zukünftige Energieversorgung durch erneuerbare Energien sowohl der Auf- und Ausbau großer überregionaler und transeuropäischer „Stromautobahnen“ als auch der intelligente Stromeinsatz („smart grids“) in kleinräumigen Strukturen notwendig ist. Die Veranstaltung schloss mit einem Empfang. Die Analyse des Deutschen Aktionsplans für erneuerbare Energie wird demnächst mit Untersuchungen von Aktionsplänen anderer Mitgliedstaaten in englischer Sprache in einem Sammelband der European Green Foundation erscheinen.


Sprecher
Veranstalter
Heinrich Böll Stiftung (Böll Stiftung), Deutschland
Datum
27. Oktober 2010
Ort
Berlin, Deutschland
Schlüsselwörter
Energiepolitik, Erneuerbare Energien, Erneuerbare-Energien-Richtlinie, Heinrich Böll Stiftung, Green European Foundation, Nation