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Erhalt der Biodiversität in der Agrarlandschaft – Erfahrungen und Weiterentwicklung

Erhalt der Biodiversität in der Agrarlandschaft – Erfahrungen und Weiterentwicklung

Timeloc
12. Januar 2011
Berlin
Deutschland

Die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft geht seit Jahren zurück. Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) kann einen entscheidenden Beitrag leisten, um diesen Rückgang zu stoppen. Dafür muss die EU bei der aktuell stattfindenden Reformdebatte die Weichen richtig stellen, hin zu einer naturverträglicheren Landwirtschaft in Europa. In Deutschland, Österreich und der Schweiz finden sich Beispiele für Förderinstrumente und Maßnahmen, die die Artenvielfalt in Agrarlandschaften schützen. Wie die EU aus diesen Erfahrungen lernen kann, diskutierten 80 Fachleute aus Wissenschaft, Behörden und Verbänden am 12. Januar 2011 in Berlin im Workshop "Erhalt der Biodiversität in der Agrarlandschaft – Erfahrungen und Weiterentwicklung“. Der Workshop wurde unter Mitwirkung des Ecologic Instituts vom Bundesamt für Naturschutz organisiert.

Der Erhalt der Agrarbiodiversität kann maßgeblich durch die Ausgestaltung der GAP beeinflusst und gestärkt werden. Derzeit befindet sich die GAP im Umbruch und bietet damit eine große Chance Belange des Naturschutzes stärker und effektiver innerhalb der Agrarpolitik für den Zeitraum nach 2013 zu verankern. Ziel sollte es sein, die neue GAP stärker auf EU Biodiversitäts- und Umweltziele auszurichten. In der Mitteilung der EU-Kommission vom 18. November 2010 "Die GAP bis 2020: Nahrungsmittel, natürliche Ressourcen und ländliche Gebiete – die künftigen Herausforderungen" sind einige begrüßenswerte Schritte in die richtige Richtung vorgeschlagen worden. Diese gilt es entsprechend auszugestalten und weiterzuentwickeln.

Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmer die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Optionen und erarbeiteten fachliche Empfehlungen zur Weiterentwicklung des agrarumweltpolitischen Instrumentariums der Europäischen Agrarpolitik. In den durchgeführten Arbeitsgruppen sowie der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass der Erhalt der Biodiversität in der Agrarlandschaft nur gewährleistet werden kann, wenn eine ökologische Grundsicherung auf allen bewirtschafteten Flächen gegeben ist. Des Weiteren befürwortete die Vielzahl der Teilnehmer eine Ausweisung von ökologischen Vorrangflächen, auf welchen zielgerichtete spezifische Maßnahmen zur Förderung bestimmter Arten und traditioneller Bewirtschaftungsverfahren, dem Erhalt wertvoller Lebensräume und deren Vernetzung umgesetzt werden sollen. Eine umfassendere Dokumentation zu dieser Veranstaltung wird Mitte März 2011 verfügbar sein.