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Aktualisierte Bestandsaufnahme und Bewertung von Politikinstrumenten zum Bodenschutz in EU-Mitgliedsstaaten

Projekt

Aktualisierte Bestandsaufnahme und Bewertung von Politikinstrumenten zum Bodenschutz in EU-Mitgliedsstaaten

Böden sind in der EU eine wichtige natürliche Ressource, die Ökosystemdienstleistungen bereitstellt. Allerdings sind Böden vielseitig bedroht durch Erosion, Verlust von organischer Substanz oder Bodenversieglung. Die Bodenqualität verschlechtert sich weiterhin durch Trends wie Urbanisierung oder landwirtschaftliche Intensivierung und spiegelt das Fehlen eines übergreifenden und integrierten Politikrahmens zu Bodenschutz in Europa wieder.

Das vom Ecologic Institut geleitete Projekt inventarisiert bestehende Bodenpolitikinstrumente um deren Lücken zu identifizieren und den Entscheidungsprozess für weitere Politikmaßnahmen zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit Experten aus 28 EU-Mitgliedsstaaten entstehen im Projekt ein Wiki-basiertes Inventar und eine aktuelle Bewertung von EU-Bodenpolitikinstrumenten.

Hintergrund

Böden liefern viele Funktionen und Ökosystemdienstleistungen z.B. bei der Lebensmittelproduktion, der Regulierung von Wasser- und Nährstoffkreisläufen und der Bereitstellung von Baugrundlagen oder Lebensräumen für vielfältige Arten. EU-Böden sind jedoch von Erosion, Überflutungen und Landrutschen, Verlust von organischer Substanz und Biodiversität, Verunreinigung, Verdichtung und Versiegelung bedroht. Bodendegradation wird verstärkt durch Trends wie die Landflucht, landwirtschaftliche Intensivierung und zunehmende Bebauung.

Die EU-Kommission schlug 2006 eine Bodenrahmenrichtlinie vor, welche 2014 aufgrund von Argumenten zu Subsidarität und Verwaltungskosten zurückgezogen wurde. Obwohl Bodenschutz auf nationaler und auf EU-Ebene direkt oder indirekt von vielen verschiedenen Politikinstrumenten angesprochen wird, ist die Einbindung dieser Instrumente hinsichtlich der Ziele zum Bodenschutz begrenzt. Es besteht weiterhin wenig Information zu Kohärenz und Effektivität von bestehenden Richtlinien. Mitgliedsstaaten adressieren Bodengefahren meist indirekt durch Instrumente wie Regulationen, Subventionen oder Anreize und Beratung in verschiedenen Sektoren wie Abfall, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasser oder industrielle Verschmutzung. Einige Gefahren für Boden wie Bodenversiegelung, -verdichtung oder –übersäuerung werden nicht oder nur von nicht-bindenden Maßnahmen abgedeckt.

Hauptziele

Das Projekt zielt auf:

  • Entwicklung eines Inventars von bestehenden und bevorstehenden Politikinstrumenten, inklusive Gesetzgebung, regulatorische und nicht-bindende Instrumente, Maßnahmen und Ziele in den 28 EU-Mitgliedsstaaten und ihren Regionen. Diese Information wird in einer kollaborativen Webanwendung zusammengefasst.
  • Sammeln von Informationen und Bewerten der Effektivität von Bodenpolitikinstrumenten bezüglich Bodengefahren und Bodenfunktionen in der EU sowie die Relevanz und Kohärenz der Instrumente einschätzen. Dafür wird eine ex-ante und ex-post Analyse genutzt. Die ressortübergreifende Analyse identifiziert außerdem Lücken in EU-Richtlinien und nationalen Gesetzgebungen hinsichtlich ihrer Abdeckung von Bodengefahren und –funktionen.
  • Fördern von Diskussionen zu derzeitigen und zukünftigen Politikinitiativen mit Experten aus Mitgliedsstaaten und auf EU-Ebene bezüglich des Bodenpolitik-Inventars und der Bewertungsergebnisse.

Ein klares Verständnis von bestehenden Politikinstrumenten und Lücken im Bodenschutz liefern eine Basis für zukünftiges politisches Handeln zu Böden in der EU.

Methodologie

Das Projekt etabliert eine Typologie von Bodenpolitikinstrumenten auf EU-Ebene. Auf deren Basis werden Daten für die Bewertung auf nationaler/regionaler Ebene in den 28 Mitgliedsstaaten gesammelt. Ein Politikinventar entsteht durch eine Wiki-Anwendung für jeden Mitgliedsstaat. Auf Basis dieses Inventars wird eine Lückenanalyse durchgeführt, welche die Hauptgefahren von Boden auf nationaler Ebene mit der Relevanz, Kohärenz und Effektivität von bestehenden Rahmenrichtlinien diese Gefahren zu adressieren, abgleicht. Eine Bewertung des Zustands von Bodendegradation und Trends in den verschiedenen Mitgliedsstaaten fasst die Politiklücken in den Mitgliedsstaaten, Bodengefahren und -funktionen zusammen. Am Ende des Projektes werden die Ergebnisse überprüft und nach Beratung mit Interessenvertretern aktualisiert.

Forschungsfokus des Ecologic Institut

Das Ecologic Institut leitet das Projekt und ist für die Entwicklung und Implementierung des Wiki-Inventars verantwortlich. Weiterhin führt das Ecologic Institut die Bewertung der Mitgliedsstaaten Deutschland, Österreich, Bulgarien, Zypern, Frankreich, Griechenland, Irland, Litauen, Slowenien und Spanien durch.


Finanzierung
Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt (GD Umwelt)
Partner
Ecologic Institut, Deutschland
Partner
Milieu, Belgien
Centre for Ecological Engineering Tartu (CEET), Estonia
University of Copenhagen (KU), Dänemark
Projektdauer
Dezember 2015 bis Oktober 2016
Projektnummer
2576
Schlüsselwörter
Boden, Gap-Analyse, Politikbewertung, Bodenrahmenrichtlinie, Europa