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Naturbasierte Lösungen – Ein Thema in der europäischen und nationalen Politik?

Naturbasierte Lösungen – Ein Thema in der europäischen und nationalen Politik?

TimeLoc
25. Oktober 2017
Tallinn
Estland

Naturbasierte Lösungen (NBS; engl. nature based solutions) gewinnen zunehmend an Bedeutung, wenn es um die Bewältigung von verschiedenen städtischen Herausforderungen und die Erreichung von politischen Zielen geht. Deshalb stellt sich die Frage inwiefern die aktuellen politischen Rahmenbedingungen die Implementierung von NBS unterstützt oder diese sogar hemmt. Auf der internationalen Konferenz "Nature-based solutions: From Innovation to Common-Use", befasste sich McKenna Davis vom Ecologic Institut mit dieser Frage in einer Session zu grüner und blauer Infrastruktur in "smart cities". Die Konferenz fand vom 24. bis 26. Oktober 2017 in Tallinn (Estland) statt und war eine Flaggschiffkonferenz der estnischen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union.

McKenna Davis stellte die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Studie vor, die analysiert ob und wie EU-Politiken und Politiken in EU-Mitgliedstaaten NBS fördern. Die Studie wurde im Rahmen des H2020-Projekts "Nature-based Urban Innovation" (NATURVATION) durchgeführt und hat ausgewählte sektorale Politiken der EU sowie Politiken in sechs Mitgliedstaaten dahingehen überprüft, inwieweit diese explizit und implizit NBS und verwandte Konzepte aufgreifen und in welcher Art und Weise NBS unterstützt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen in Mitgliedsstaaten und auf EU-Ebene grundsätzlich eine unterstützende Basis für die Umsetzung von NBS bieten, aber auch dass quantitative und messbare Ziele für den Einsatz von NBS und ihre Qualität noch immer weitestgehend fehlen. Dies liegt auch daran, dass relevante Politiken in diesem Bereich keine oder nur freiwillige Aktivitäten fordern. Die überprüften Politiken vernachlässigen zudem weitgehend die städtischen Bereiche in ihrer Betrachtung von NBS, und in denFällen, in denen städtische Bereiche explizit genannt werden, liegt der Fokus häufig auf dem Erhalt oder der Renaturierung existierender grüner und blauer Infrastrukturen, im Gegensatz zur Schaffung neuer Grün- und Wasserflächen. Zusammenfassend bedeutet das, dass die aktuellen politischen Rahmenbedingungen einen ersten Ansatzpunkt für die Umsetzung von NBS bieten, gleichzeitig bleibt aber ein großes, bisher ungenutztes Potential auf EU-Ebene und in den Mitgliedsstaaten das Ambitionsniveau und den Grad der Unterstützung über verschiedene sektorale Politiken hinweg zu steigern, um so bestehende (städtische) Maßnahmen zur Umsetzung von NBS zu verbessern und neue NBS zu ermöglichen. Die vorgestellte Studie wird Ende 2017 auf der NATURVATION-Website zum Download bereitgestellt.

Insgesamt nahmen an der Konferenz über 350 internationale Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger, Planer, Praktiker und Unternehmer teil, die im großen Plenum, bei Podiumsdiskussionen und auf Grundlage von Präsentationen über aufkommende Themen und zukünftige Herausforderungen im Zusammenhang mit NBS diskutierten. Dabei diente die Konferenz insbesondere als Plattform zum Erfahrungsaustausch über innovative NBS und den Einsatz von ökologisch-innovativen Technologien, um nachhaltige Entwicklung und grüne Jobs zu fördern. Während der Konferenz wurden in diesen Bereichen viele gute Praxisbeispiele herausgestellt.


Sprecher
Veranstalter
Republic of Estonia, Ministry of the Environment, Estonia
Datum
25. Oktober 2017
Ort
Tallinn, Estland
Sprache
Englisch
Schlüsselwörter
Biodiversität, Städte, Politikevaluierung, Mainstreaming, naturbasierte Lösungen, Grüne Infrastruktur