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Europäisches Jugend-Event (EYE2018)

Europäisches Jugend-Event (EYE2018)

TimeLoc
1. Juni 2018
Straßburg
Frankreich

Am 1. und 2. Juni 2018 nahmen Lina Röschel, Hugh McDonald und Philipp Voß vom Ecologic Institut als geladene ExpertInnen am European Youth Event des Europäischen Parlaments teil. Bei der Veranstaltung trafen sich mehr als 8000 junge EuropäerInnen zwischen 16 und 30 Jahren, um voneinander zu lernen, zu diskutieren und Ideen für den Wandel in Europa zu entwickeln. Philipp Voß, Hugh McDonald und Lina Röschel saßen auf drei verschiedenen Podien unter dem Schwerpunktthema "Protecting our Planet" und konnten bei den Diskussionen zu Ozeanen, Süßwasser und Klimawandel auf ihre Expertise aus den Forschungsprojekten des Ecologic Instituts zurückgreifen.

Mit Blick auf die 2019 anstehenden Wahlen lud das Europäische Parlament ExpertInnen und das Publikum ein, neue Ideen für Europa vorzuschlagen und zu diskutieren. Hugh McDonald, Lina Röschel und Philipp Voss stellten als DiskussionsteilnehmerInnen zwei Ideen zur Bewältigung der jeweiligen Umweltherausforderung ihres Panels vor und diskutierten diese dann mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments, die jeweils moderierten, und anderen Gesprächspartnern.

Am 1. Juni 2018 diskutierte Philipp Voß die "brennende Frage", ob die EU eine Führungsrolle im globalen Klimaschutz übernehmen sollte. Er war damit Teil einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, an der zwei Mitglieder des Europäischen Parlaments, Jakob Dulunde und Karima Delli, sowie der junge Unternehmer Lennart Budelmann und die Greenpeace-Aktivistin Anna-Maria Renner teilnahmen. In einer breiten Diskussion über die Möglichkeiten zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, der Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und über grüne Innovationen präsentierte Philipp Voß zwei Ideen: eine (A) zum Ende des Kohleabbaus in Europa, und eine weitere (B) zur Beschleunigung der Transformation hin zu einem nachhaltigen System im Transportsektor. Er schlug vor, dass (A) das Europäische Parlament einen klaren Zeitplan für den europäischen Ausstieg aus der Kohle festlegen sollte, der mit einer abschließenden "Kohleausstiegsparty" gefeiert werden sollte. Dieser Zeitplan solle mindestens ein genaues Enddatum sowie verschiedene Meilensteine beinhalten. Er betonte auch die Relevanz eines gerechten Übergangs mit finanzieller Unterstützung früherer Kohleabbauregionen. Des Weiteren schlug Philipp Voß vor, dass (B) eine europäische Kohlenstoffsteuer auf Transportemissionen nach Schwedischem Vorbild eingeführt werden soll. Solch eine Kohlenstoffsteuer zielt darauf ab die negativen Externalitäten von Transportemissionen zu internalisieren. Damit würde sie gleichzeitig dazu beitragen, den Anteil nachhaltiger Fahrzeuge (wie beispielsweise Elektroautos) in der EU zu erhöhen und sie könnte finanzielle Möglichkeiten zur Förderung nachhaltiger Innovationen bereitstellen.

In einer Podiumsdiskussion über Wasserqualität, -quantität und -verfügbarkeit forderte Hugh McDonald inter- und transdisziplinäre Ansätze zum Schutz der biologischen Vielfalt und diskutierte die Notwendigkeit wirtschaftspolitischer Instrumente zur Bekämpfung der Wasserverschmutzung und -knappheit in Europa. Er nahm an einem Panel mit Clara Cuartero de Frías, einer Lehrerin für Wasserarmutsprojekte in Spanien und Nicaragua, und Antonella Vagliente, Mitbegründerin und Geschäftsführerin der internationalen NGO Young Water Solutions, teil. Das Panel wurde von der irischen Europaabgeordneten Lynn Boylan moderiert. Hugh McDonald stützte sich auf das EU-Forschungsprojekt AQUACROSS, das vom Ecologic Institut geleitet wird, um zu argumentieren, dass der Schutz der Biodiversität nicht nur die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen verschiedener Disziplinen – darunter Ökologen, Biologinnen, Soziologen, Ökonominnen und andere – erfordert, sondern auch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Stimmen örtlicher Gemeinschaften. Außerdem forderte er das Europäische Parlament auf, wirtschaftspolitische Instrumente einzusetzen, um sicherzustellen, dass diejenigen, die Wasser nutzen und verschmutzen, dafür entsprechend bezahlen.

Im Rahmen des Panels "Ocean Protection: Hooked on heavenly habitat" diskutierte schließlich Lina Röschel mit Marcella Hansch, der Gründerin des Pacific Garbage Screening, Eugene Kitsios, einem Naturfotografen, der durch visuelle Stimulation über die Umwelt informieren will, und Tiemo Wölken, dem jüngsten Mitglied des Europäischen Parlaments. Lina wurde als Expertin für Überfischung eingeladen, die nach wie vor die größte Bedrohung für die europäischen Meere darstellt. Lina Röschel betonte, dass das Europäische Parlament die zurzeit ausbeuterische Fischerei aus Verbrauchersicht stärker regulieren sollte. Wenn es ein EU-weites, leicht lesbares Label für Fisch und andere Meerestiere gäbe, würden VerbraucherInnen dazu neigen, beim Kauf dieser Produkte bessere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Aktuell würden die VerbraucherInnen zwar gerne nachhaltige Produkte kaufen, aber die derzeitigen Kennzeichnungssysteme seien entweder zu verwirrend, nicht EU-weit anwendbar oder sie berücksichtigten nicht alle wichtigen Variablen. Ein von der Europäischen Union finanziertes EU-weites Label für Produkte aus europäischen Meeren sowie für importierte Produkte würde den EU-BürgerInnen die Wahl eines nachhaltigen Lebensstils erleichtern. 


Veranstalter
Datum
1. Juni 2018
Ort
Straßburg, Frankreich
Sprache
Englisch, Französisch, Deutsch
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Kohle, Energie, Transport, Wasserqualität, Ozean, Marine, Biodiversität, Überfischung, Europa