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Co-Design der ökonomischen Bewertung von Klimafolgen

Co-Design der ökonomischen Bewertung von Klimafolgen

TimeLoc
29. Mai 2019
Lissabon
Portugal
Präsentationen auf der European Climate Change Adaptation Conference (ECCA) 2019

Forscherinnen des Ecologic Instituts präsentierten Zwischenergebnisse des Projekts COACCH (CO-designing the Assessment of Climate Change Costs) auf der European Climate Change Adaptation Conference (ECCA) 2019 in Lissabon (Portugal). Die Präsentationen beinhalteten erste Erfahrungen des COACCH Co-Design-Prozesses sowie eine kürzlich erarbeitete Zusammenfassung der Kosten des Klimawandels und von Klimawandelanpassung in Europa.

Katriona McGlade gab einen Überblick über den innovativen Co-Design-Prozess des COACCH Forschungsprojekts, welcher das Ziel hat, wissenschaftliche Erkenntnisse zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Entscheidungsträgern zu generieren. Seit Januar 2018 arbeitet das Team daran, Kommunikationsbarrieren abzubauen und Akteure aus dem öffentlichen Sektor, der Industrie, der Wirtschaft, der Forschung und der Zivilgesellschaft in das Projekt zu integrieren. Die Methode zum Co-Design basiert auf einer Literaturanalyse zu Co-Creation und Co-Produktion. Der Literaturüberblick identifizierte acht Schlüsselfaktoren, welche als Basis für die Entwicklung eines vierstufigen Co-Produktionsprozesses mit einem detaillierten Protokoll dienten. Die Präsentation auf der ECCA beinhaltete erste Schlussfolgerungen aus den ersten anderthalb Jahren dieses Kooperationsprozesses, einschließlich des Feedbacks der verschiedenen Anspruchsgruppen sowie des Projektteams.

Eine Synthese der ökonomischen Kosten des Klimawandels sowie der Klimaanpassung in Europa wurde von Jenny Tröltzsch vorgestellt. Im Rahmen des COACCH-Projekts wurden die neuesten Erkenntnisse über die Kosten der Klimafolgen in Europa und damit zusammenhängende politische Herausforderungen sowie Kosten und Nutzen der Klimaanpassung zusammengefasst. Die Analyse umfasste 13 Sektoren.

Die Bewertungen der Klimawandelkosten ist am besten abgedeckt für Küstenzonen und Binnenhochwasser, für welche bereits umfassende Modellierungsansätze verfügbar sind. In den Bereichen Landwirtschaft, Energie, Forstwirtschaft, Fischerei, Verkehr und Tourismus gibt es eine gute Abdeckung mit Kostenabschätzungen, aber einige wesentliche Lücken sind noch zu schließen. Für den Sektor Biodiversität & Ökosysteme liegen wenige ökonomische Studien zu Klimawandelkosten vor. Darüber hinaus zeigt die Synthese höhere wirtschaftliche Kosten, insbesondere unter High-end Klimaszenarien, als frühere Studien. Darüber hinaus ist eine Verteilung zwischen den europäischen Regionen zu erkennen, wobei für einige Gebiete besonders starke ökonomische Auswirkungen zu erwarten sind. Die in diesem Bericht ermittelten Erkenntnisse und Lücken fließen ebenfalls direkt in den COACCH-Co-Design-Prozess ein, bei dem Forschungsfragen gemeinsam mit Interessensgruppen definiert werden.

Das Ziel des COACCH Projekts ist es die ökonomische Bewertung der Klimawandelkosten und -risiken weiter zu entwickeln und auf die regionale Ebene herunterzubrechen. Die Bewertungen sollen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Endnutzern wie der Wissenschaft, Unternehmen, Investoren und der politischen Entscheidungsträgern angepasst sein, und von diesen einfach zu nutzen sein. Mit diesem Ziel wirken in COACCH Europas führende Forschungsteams zur ökonomischen Modellierung der Klimawandelauswirkungen mit Vertretern aus unterschiedlichsten Interessensgruppen zusammen. Gemeinsam entwickeln sie innovative Forschungsmethoden und -ansätze.