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Ein globales Abkommen zu Plastikmüll – Perspektiven aus Asien

Richard Whitcombe | Fotolia.com

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Ein globales Abkommen zu Plastikmüll – Perspektiven aus Asien

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Plastikverschmutzung ist zu einem der drängendsten Umweltproblemen geworden. Die Rufe nach einem globalen Vertrag zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung haben in den letzten Jahren zugenommen, die Diskussionen werden auf der nächsten Sitzung der UN-Umweltversammlung im Februar 2022 fortgesetzt. Nachdem die Ad Hoc Open-Ended Expert Group on Marine Litter and Microplastics im November 2020 ihre Arbeit beendet hat, haben verschiedene Länder begonnen, Verhandlungspositionen vorzubereiten und Allianzen zu schmieden, um sich auf diese anstehenden Diskussionen vorzubereiten.

In diesem vom World Wide Fund for Nature (WWF) ins Leben gerufenen Projekt konzentriert sich das Ecologic Institut auf die asiatische Perspektive, indem es regionale Bedürfnisse und Herausforderungen sowie mögliche Verhandlungspositionen in Bezug auf die Verschmutzung durch Plastik im Meer identifiziert. Das Projekt wird auch die Chancen eines globalen Abkommens und mögliche nächste Schritte für Regierungen in der Region aufzeigen.

Zu diesem Zweck wird das Ecologic Institut gemeinsam mit der Alternative Law Group Philippines, der University of Philippines, der National University of Singapore und der Thammasat University Thailand Informationen von Regierungen aus ganz Asien sammeln. Dieser Input wird genutzt, um einen Bericht zu erstellen, der im Herbst 2021 veröffentlicht werden soll. Der Bericht wird sich auf mögliche Ziele, Prinzipien und Instrumente eines globalen Abkommens konzentrieren und die asiatische Perspektive hervorheben.

Herausforderungen der Plastikverschmutzung

Plastikverschmutzung ist ein globales Problem – einmal ins Meer gelangt, kann Plastikmüll um die ganze Welt transportiert werden. Der größte Teil des Plastikmülls in den Ozeanen kommt vom Land. Durch den internationalen Handel mit Plastikmüll in Länder mit unzureichendem Abfallmanagement sind einige Regionen – darunter der asiatische Raum – stärker von der globalen Plastikkrise betroffen. Um die Meeresverschmutzung zu beseitigen, müssen alle Phasen des Lebenszyklus von Plastik angegangen werden.

Mit Blick auf Asien ist die Situation sehr divers und hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nachdem China 2017 eine Importbeschränkung für Plastikmüll angekündigt hatte, verlagerte die EU ihren Export auf andere Länder in Asien. Vietnam und Thailand sind gefolgt und hatten für 2018 ähnliche Importbeschränkungen angekündigt. Auf der anderen Seite hat Südkorea, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Kunststoffen in Asien, Beschränkungen für den Export von Kunststoffen in Kraft gesetzt, während Japan einer der führenden Exporteure von Kunststoffabfällen ist, wobei eine beträchtliche Menge in andere asiatische Länder exportiert wird.

Debatte um ein globales Abkommen

Es ist weithin anerkannt, dass die globale Plastikkrise nur durch ein rechtsverbindliches globales Abkommen ganzheitlich und umfassend gelöst werden kann, das die bestehenden nationalen, regionalen und freiwilligen internationalen Initiativen ergänzt und nutzt. Im Jahr 2017 hat die UN-Umweltversammlung die offene Ad-hoc-Expertengruppe für Meeresmüll und Mikroplastik eingesetzt. Sie untersuchte unter anderem verschiedene Reaktionsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen, wobei sich die Fachexperten auf die wachsende Unterstützung für ein rechtlich bindendes globales Abkommen als Weg in die Zukunft einigten.

Die Unterstützung für ein neues globales Abkommen zur Bewältigung der Plastikkrise wächst. Verschiedene Länder - und sogar der private Sektor - haben ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht. Bei der nächsten Sitzung der UN-Umweltversammlung, die im Februar 2022 stattfinden wird, erwarten viele Länder, dass sie ein Mandat erhalten, um mit den Verhandlungen über die Ausgestaltung eines Abkommens zu beginnen. Es ist daher an der Zeit, dass die Länder ihre Bedürfnisse identifizieren, Positionen vorbereiten und ihre Kräfte bündeln. Länder aus Asien können mit gutem Beispiel vorangehen, vor allem in Anbetracht ihrer Vielfalt.

Über das WWF-Projekt

Um effektiv zu sein, muss ein neues globales Abkommen die Bedürfnisse, Perspektiven und Herausforderungen der Regierungen in Asien berücksichtigen. Um dies zu erreichen, führt das Ecologic Institut gemeinsam mit der Alternative Law Group Philippines, der University of Philippines, der National University of Singapore und der Thammasat University Thailand ein partizipatives Projekt durch, um wertvolle Perspektiven von Regierungen aus ganz Asien zu Bedürfnissen, Herausforderungen und Positionen zur Plastikverschmutzung zu sammeln.

Das Projekt wurde vom WWF zusammen mit seinen verschiedenen Büros in Asien ins Leben gerufen, um die Länder in der Region zu mobilisieren, damit sie im Vorfeld der nächsten Sitzung der UN-Umweltversammlung im Februar 2022 eine führende Rolle auf internationaler Ebene bei der Erteilung eines Mandats für ein neues rechtsverbindliches globales Abkommen übernehmen. Das Projekt wird vom deutschen Bundesumweltministerium (BMU) unterstützt.

Die Informationen der asiatischen Regierungen werden in einen Bericht einfließen, der im Herbst 2021 veröffentlicht werden soll. Der Bericht wird sich darauf konzentrieren, die asiatische Perspektive in Bezug auf mögliche Ziele, Prinzipien und Schlüsselelemente eines globalen Abkommens hervorzuheben und als Input in den internationalen Prozess zur Gestaltung eines effektiven globalen Abkommens einzubringen.

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