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Ist Grünes Wachstum möglich?

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Ist Grünes Wachstum möglich?

Presse-Briefing

Präsentation
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online
Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Doris Fuchs (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Dr. Steffen Lange (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischen Universität Berlin)

Die Frage nach den Grenzen des Wachstums ist aktueller denn je. Historisch betrachtet ging Wirtschaftswachstum fast immer mit steigenden Umweltschäden einher. Die Politik europäischer Staaten will diesen historischen Zusammenhang nun durch "Grünes Wachstum" aufbrechen. Die Wirtschaft soll weiterwachsen, jedoch ohne negative Folgen für die Umwelt. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist jedoch umstritten, ob eine solche Entkopplung realistisch ist. Über diesen scheinbaren Widerspruch zwischen Politik und Wissenschaft diskutierte Dr. Michael Jakob vom Ecologic Institut mit Prof. Dr. Doris Fuchs und Dr. Steffen Lange während eines Presse-Briefings am 25. Februar 2022.

Kann unsere Wirtschaft beständig weiterwachsen – angesichts der Klimakrise, des Artensterbens und der Umweltverschmutzung, die sich überall auf der Welt verschärfen? Das bezweifelte schon Anfang März vor 50 Jahren der Club of Rome in seinem Bericht "Die Grenzen des Wachstums" und prognostizierte, dass bei anhaltendem Wachstum schließlich ökologische und soziale Systeme kollabieren.

Heute ist die Frage nach den Grenzen des Wachstums aktueller denn je. Historisch betrachtet ging Wirtschaftswachstum fast immer mit steigenden Umweltschäden einher. Die Politik europäischer Staaten will diesen historischen Zusammenhang nun durch "Grünes Wachstum" aufbrechen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien, die Kreislaufwirtschaft und eine immer effizientere Nutzung von Ressourcen sollen Wirtschaftswachstum und Umweltschäden voneinander entkoppeln. So soll es gelingen, dass die Wirtschaft weiterwachsen kann und gleichzeitig negative Folgen für die Umwelt zurückgehen.

Aus wissenschaftlicher Perspektive ist jedoch umstritten, ob eine solche Entkopplung realistisch ist – zumindest zu dem Maße, das notwendig wäre, um planetaren Grenzen nicht zu überschreiten. Eine absolute Entkopplung – also steigendes Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei sinkenden Umweltschäden – wurde empirisch kaum je beobachtet und wenn, dann nur in zeitlich klar begrenzten Perioden. Darum bezweifeln einige Forschende, ob "Grünes Wachstum" dauerhaft überhaupt möglich ist.

Diesen scheinbaren Widerspruch zwischen Politik und Wissenschaft diskutierten die Experten und Expertinnen während eines Presse-Briefings. Kann "Grünes Wachstum" durch Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und effiziente Ressourcennutzung gelingen? Oder verlagern solche Maßnahmen Umweltschäden nur – etwa, wenn in der Energiewende Treibhausgas-Emissionen sinken, aber zugleich kritischer Rohstoffabbau gefördert wird? Liegt die Lösung des Dilemmas womöglich darin, uns von Wirtschaftswachstum als Wohlstandsindikator zu trennen – das Wohlergehen einer Nation und somit Wachstum also anders zu definieren?

Diese Fragen beantworteten in einem 50-minütigen Presse-Briefing:

  • Prof. Dr. Doris Fuchs, Professorin für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Dr. Michael Jakob, Senior Fellow am Ecologic Institut, Berlin und Fellow am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, Berlin und
  • Dr. Steffen Lange, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, affiliierter Wissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Technischen Universität Berlin

 

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Prof. Dr. Doris Fuchs (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Dr. Steffen Lange (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischen Universität Berlin)
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