Bewertung der Kohärenz grüner Architektur
Erkenntnisse aus dem Good Practice Workshop des EU CAP Network
- Präsentation
- Datum
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- Ort
- Larnaca, Zypern
- Vortrag
Beim Good Practice Workshop zur Bewertung der grünen Architektur (GA) der GAP-Strategiepläne im März 2026 in Larnaca stellte Dr. Josselin Rouillard zentrale Aspekte zur Kohärenz von GAP-Instrumenten vor. Der Workshop, organisiert vom EU CAP Network mit Unterstützung des European Evaluation Helpdesk for the CAP, brachte Evaluator:innen, politische Entscheidungsträger:innen und Fachleute zusammen, um Erfahrungen und Ansätze zur Bewertung der GA auszutauschen.
Warum Kohärenz entscheidend ist: Weg von der Einzelbewertung
Die isolierte Bewertung einzelner Instrumente greift zu kurz. Entscheidend ist, wie gut Politiken und Maßnahmen zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken oder behindern.
Die Bewertung der Kohärenz hilft:
- widersprüchliche Signale und Anreize für landwirtschaftliche Betriebe zu vermeiden
- die Gesamtwirkung der GAP-Instrumente besser auszuschöpfen
- unnötige Komplexität zu reduzieren
- Beiträge zu Umwelt- und Klimazielen auf EU- und nationaler Ebene zu stärken
Kohärenz über Politikebenen hinweg: Zusammenspiel von Instrumenten und Rechtsrahmen
Kohärenz zeigt sich auf mehreren Ebenen:
- zwischen GA-Instrumenten (z. B. Öko-Regelungen, GLÖZ, Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, nicht-produktive Investitionen)
- zwischen GA- und Nicht-GA-Instrumenten der GAP (z. B. Direktzahlungen, gekoppelte Einkommensstützung, produktive Investitionen)
- in der Abstimmung mit EU-Umwelt- und Klimarecht sowie nationalen Strategien und Maßnahmen
Diese Verknüpfungen bestimmen, ob die Instrumente in dieselbe Richtung wirken oder sich gegenseitig abschwächen.
Von der Theorie zur Anwendung: Vorgehen zur Bewertung der Kohärenz
Für die Bewertung wurde ein klarer Ablauf vorgestellt:
- Evaluierungsrahmen und zentrale Fragestellungen festlegen
- Datenquellen und Methoden auswählen
- Wechselwirkungen analysieren sowie Synergien, Lücken und Zielkonflikte herausarbeiten
So lässt sich nachvollziehen, wie Instrumente tatsächlich zusammenwirken.
Systemisch denken: Wechselwirkungen sichtbar machen
Eine zentrale Herausforderung ist der Perspektivwechsel: weg von einzelnen Maßnahmen, hin zum Gesamtsystem. Erst die Kombination von Instrumenten zeigt, welche Wirkungen tatsächlich entstehen. Wechselwirkungen mit anderen Politikbereichen – etwa im Wasser- oder Klimaschutz – können Ergebnisse deutlich verstärken oder abschwächen und müssen daher einbezogen werden.
Bedeutung für Politik und Evaluierung: Ansatzpunkte für Verbesserungen
Die Diskussionen im Workshop haben gezeigt: Die Analyse von Kohärenz macht sichtbar, wo Instrumente nicht zusammenpassen, sich überschneiden oder Potenziale ungenutzt bleiben. Diese Erkenntnisse liefern konkrete Ansatzpunkte, um die Ausgestaltung und Umsetzung der grünen Architektur zu verbessern.