Direkt zum Inhalt

Does the Common Agricultural Policy 2023–2027 Support the Restoration of Freshwater Ecosystems?

Titelbild © Nature Conservation, 2026; Foto via Canva, 2026

Does the Common Agricultural Policy 2023–2027 Support the Restoration of Freshwater Ecosystems?

Publikation
Zitiervorschlag

Rouillard J, Meier J, Blackstock KL, Matthews KB, Birk S (2026) Does the Common Agricultural Policy 2023–2027 support the restoration of freshwater ecosystems? In: Kaden US, Schmid S, Wulf S, Marsden K, Klusmann C, Bonn A, Tockner K, Scholz M (Eds) Wetlands in a Changing Climate: Restoring Coasts and Floodplains. Nature Conservation 62: 337-354. https://doi.org/10.3897/natureconservation.62.148845 

Während Europa versucht, seine geschädigten Süßwasserökosysteme wiederherzustellen, rückt eine zentrale Frage in den Fokus: Wird die wichtigste Agrarpolitik der EU ihren Umweltversprechen tatsächlich gerecht? In einem neuen Beitrag für die Sonderausgabe „Wetlands in a Changing Climate: Restoring Coasts and Floodplains" untersucht Dr. Josselin Rouillard, ob die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) 2023–2027 die Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen wirksam unterstützt.

Große Ambitionen auf dem Papier, begrenzte Wirkung in der Praxis

Mit einem Budget von 307 Milliarden Euro gehört die GAP zu den wichtigsten politischen Instrumenten der EU zur Gestaltung von Land- und Wassernutzung. Ihre sogenannte „grüne Architektur“ kombiniert verpflichtende Standards, etwa zum Schutz von Feuchtgebieten und Gewässerrandstreifen, mit freiwilligen Öko-Regelungen zur Förderung nachhaltigerer Bewirtschaftungspraktiken. Die Ergebnisse zeigen jedoch eine deutliche Lücke zwischen politischem Anspruch und tatsächlicher Umsetzung. Trotz vorhandener Instrumente setzen viele Mitgliedstaaten diese nur wenig ambitioniert um. Öko-Regelungen konzentrieren sich häufig eher auf die Fortführung bestehender Praktiken als auf großflächige Renaturierungsmaßnahmen, während finanzielle Anreize oft nicht ausreichen, um grundlegende Veränderungen anzustoßen.

Strukturelle Hürden für die Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen

Gleichzeitig begünstigt die Politik weiterhin technische beziehungsweise „graue“ Lösungen wie Entwässerungssysteme anstelle naturbasierter Ansätze, die Wasserrückhalt stärken und Ökosysteme wiederherstellen könnten. Dadurch entsteht ein struktureller Lock-in-Effekt: Bestehende Praktiken tragen weiterhin zur Degradierung von Feuchtgebieten bei, statt deren Regeneration zu fördern.

Auch zentrale Schutzmaßnahmen weisen Einschränkungen auf. Instrumente zum Schutz von Feuchtgebieten und Mooren konzentrieren sich häufig stärker auf den Erhalt von Kohlenstoffspeichern als auf eine aktive Wiederherstellung von Ökosystemen. Insgesamt befinden sich weniger als 40 Prozent der europäischen Oberflächengewässer in einem guten ökologischen Zustand, und die Fortschritte stagnieren seit mehr als einem Jahrzehnt. Jüngste politische Anpassungen haben die Umweltambitionen zusätzlich abgeschwächt und verdeutlichen den politischen und wirtschaftlichen Druck, unter dem die Umsetzung der GAP steht.

Ein entscheidender Moment für Reformen

Mit Blick auf die bevorstehende Halbzeitbewertung der GAP unterstreicht der Beitrag die Notwendigkeit einer ambitionierteren Umsetzung und gezielterer Anreizsysteme. Ohne eine stärkere Ausrichtung auf ergebnisorientierte Ansätze und naturbasierte Lösungen droht Europa eine zentrale Chance zur Wiederherstellung seiner Süßwasserökosysteme zu verpassen. Die zentrale Botschaft lautet: Entscheidend für echte Umweltwirkungen ist nicht allein die Ausgestaltung der Politik, sondern vor allem, wie ambitioniert sie umgesetzt wird.
 

Entscheidend für echte Umweltwirkungen ist nicht allein die Ausgestaltung der Politik, sondern vor allem, wie ambitioniert sie umgesetzt wird.

Kontakt

Sprache
Englisch
Autorenschaft
Kirsty Blackstock (The James Hutton Institute)
Keith B. Matthews (The James Hutton Institute)
Sebastian Birk (University of Duisburg-Essen)
Jahr
Umfang
17 S
DOI
Schlüsselwörter
Gemeinsame Agrarpolitik 2023–2027, Umweltauswirkungen der GAP, Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen in der EU, Umweltaspekte der EU-Agrarpolitik, Wiederherstellung von Feuchtgebieten in Europa, Wasserwirtschaft in der EU-Landwirtschaft, „grüne Architektur“ der GAP, Öko-Programme in der Landwirtschaft, Biodiversität und Landwirtschaft in der EU, Politik für nachhaltige Landwirtschaft in Europa, Renaturierung von Flüssen und Auen, EU-Wasserpolitik, naturbasierte Lösungen in der Landwirtschaft, Analyse der Umweltpolitik im Rahmen der GAP, europäische Wasserresilienz, ländliche Entwicklung
Europa
Analyse politischer Maßnahmen