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Ökonomische Instrumente zwischen Kyoto und Kopenhagen – Quo vadis Klimaschutz?

Ökonomische Instrumente zwischen Kyoto und Kopenhagen – Quo vadis Klimaschutz?

Am 15. und 16. Oktober 2009 veranstaltete das Zentrum für Außenwirtschaftsrecht am Institut für öffentliches Wirtschaftsrecht der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster den 14. Außenwirtschaftsrechtstag, der in diesem Jahr Energie und Klimawandel zum Thema hatte. Auf dieser Konferenz hielt Benjamin Görlach, Ökonom des Ecologic Instituts, einen Vortrag zum Thema "Ökonomische Instrumente zwischen Kyoto und Kopenhagen: quo vadis Klimaschutz?" Dieser Vortrag ist nun als Artikel in einem Tagungsband erhältlich.

Wirtschaftliche Instrumente können auf verschiedene Art und Weise dazu beitragen, den Klimawandel zu begrenzen. Zum einen können preisbasierte Instrumente wie Umweltsteuern dazu beitragen, Energieverbrauch und den Ausstoß von Treibhausgasen gezielt zu verteuern. Solche Instrumente sind in vielen OECD-Staaten gang und gäbe. Zum anderen können mengenbasierte Instrumente zum Einsatz kommen, die die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen zu begrenzen, und Emissionsrechte auszugeben, die zwischen den teilnehmenden Unternehmen gehandelt werden können. Das größte und bekannteste dieser Systeme ist das EU-Emissionshandelssystem, das seit 2005 besteht. Indem vergleichbare Systeme auch in anderen Industriestaaten entwickelt werden, ergibt sich die Möglichkeit diese zu einem „globalen Kohlenstoffmarkt“ zu verbinden.

Allen ökonomischen Klimaschutzinstrumente gemein ist, dass sie einen Preis für CO2–Emmissionen schaffen, entweder direkt durch Preissteuerung oder indirekt durch Mengensteuerung. Auf diese Weise begegnen ökonomische Instrumente dem Marktversagen, dass dem Klimawandel (aus ökonomischer Sicht) zu Grunde liegt: in ihren Entscheidungen berücksichtigen wirtschaftliche Akteure nicht die vollen, sozialen Kosten, die durch die Treibhausgasemissionen verursacht werden. Indem ökonomische Instrumente diese Anreize korrigieren, helfen sie, Emissionen dort zu vermeiden wo dies am günstigsten möglich ist. Auf diese Weise wird gleichzeitig sichergestellt, dass die Emissonsminderung insgesamt zu den geringsten gesellschaftlichen Kosten erreicht wird. Eine weitere wesentliche Funktion von ökonomischen Instrumenten ist, dass sie Aufkommen erzeugen – sei es als Steueraufkommen, oder als Erlös aus dem Verkauf von Emissionsberechtigungen – das z.B. eingesetzt werden kann, um weitere Minderungsmaßnahmen zu unterstützen.

Benjamin Görlachs Artikel behandelt die Rolle ökonomischer Instrumente im Klimaschutz in Theorie und Praxis, liefert Beispiele und Trends beim Einsatz solcher Instrumente, diskutiert die Abwägung zwischen Preissteuerung und Mengensteuerung, diskutiert, welchen Einfluss die Kopenhagener Klimakonferenz auf den Einsatz ökonomischer Instrumente im internationalen Klimaregime haben. Sein Artikel ergänzt die anderen Beiträge dieses Tagungsbands, welche sich mit Themen wie z.B. nationaler und europäischer Energiepolitik, Energiekartellen im Licht des WTO-Rechts, Emissionsrechtehandel mit Entwicklungsländern u. a. energie- und klimapolitischen Themen beschäftigen.

Der Artikel ist im Sammelband „Energie und Klimawandel“ erschienen und beim Recht und Wirtschaft Verlag für 84 Euro erhältlich.  Die Präsentation [pdf, 1.7 MB, Deutsch] des zugrundeliegenden Vortrags kann ebenfalls heruntergeladen werden.


Zitiervorschlag

Görlach, Benjamin 2010: "Ökonomische Instrumente zwischen Kyoto und Kopenhagen - Quo vadis Klimaschutz?", in: Dirk; Wolffgang Ehlers, Han-Michael; Schröder, Ulrich Jan (Hg.): Energie und Klimawandel: Tagungsband zum 14. Münsteraner Außenwirtschaftsrechtstag 2009. Frankfurt am Main: Recht und Wirtschaft, 125-141.

Sprache
Deutsch
Jahr
2010
Umfang
16 S.
Inhaltsverzeichnis

A.    Das Ziel: Transformation zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft
B.    Ökonomische Instrumente in der Theorie
C.    Preis- oder Mengensteuerung
D.    Umwelt- und Energiesteuern
E.    Emissionshandel
F.    Ökonomische Instrumente und die internationale Klimapolitik
G.    Fazit: Ökonomische Instrumente in der Klimapolitik

Schlüsselwörter
Klima, Energie, ökonomische Instrumente, Kopenhagen