Erste I-CITE Studienreise: Erneuerbare Energien und Möglichkeiten der Stromerzeugung in der Landwirtschaft
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- Deutschland, Österreich
Die Rolle von erneuerbaren Energien bei der Energietransformation und ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Agrarwirtschaft sind sowohl in Europa als auch in den USA zu wichtigen Themen geworden. Jedoch unterscheiden sich die Methoden zur Förderung erneuerbarer Energien auf beiden Seiten des Atlantiks grundsätzlich voneinander. Demzufolge gibt es noch großen Bedarf für einen transatlantischen Erfahrungsaustausch zum Thema Erneuerbare Energien.
Mit der Organisation und Durchführung von Studienreisen, die Entscheidungsträger und andere relevante Stakeholder von beiden Seiten des Atlantiks zusammenbringen, deckt das "I-CITE"-Projekt diesen Bedarf. Ziel ist es, gemeinsam innovative Strategien zur Förderung von Erneuerbaren Energien auf kommunaler Ebene zu untersuchen und zu besprechen.
Die erste I-CITE-Studienreise fand vom 21. bis 26. August 2011 in Bayern und Oberösterreich statt und brachte 15 US-Amerikaner (überwiegend aus Colorado und South Dakota) und fünf Europäer (aus Deutschland, Lettland und Schweden) zusammen. Gemeinsam wurde untersucht, wie politische Maßnahmen, Visionen und politische Führung genutzt werden können, um Unternehmen beim Übergang zu einem Energiesystem anzuspornen, das sich überwiegend aus erneuerbaren Energiequellen speist. "Deutschland und Österreich haben sich ehrgeizige Ziele für die Installierung und Nutzung von erneuerbaren Energien gesetzt, was Europas Bekenntnis zur Förderung erneuerbarer Energie demonstriert", sagte Timo Kaphengst, Senior Fellow und Koordinator für Wald und Biodiversität am Ecologic Institut Berlin. Die Reise wurde mit der Absicht konzipiert, Gespräche mit Unternehmern, Landwirten, Förstern, Wissenschaftlern und Politikern zu führen, um unterschiedliche Herangehensweisen kennenzulernen, wie diese Ziele verwirklicht werden können. "Wir haben einen besonderen Schwerpunkt auf das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz gelegt, da es eine wichtige Rolle bei der Förderung von neuen Energietechnologien in Deutschland gespielt hat", fügte Kaphengst hinzu. „Die Teilnehmer aus den USA waren besonders daran interessiert, wie die Einspeisevergütung und andere Politikmaßnahmen zu einer steigenden Zahl an EE-Anlagen und positiver wirtschaftlicher Entwicklung geführt haben“, sagte Stephanie Wunder, Senior Fellow und Koordinatorin des Bereiches Bioenergie und Landwirtschaft am Ecologic Institut Berlin. „Wir haben eine lebendige Diskussion über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten einer Übertragung der Einspeisevergütung und anderer Politikmaßnahmen in den US-amerikanischen Kontext geführt. Die Vielfalt von Teilnehmern bereicherte die Diskussionen und führte zu einer umfassenden Betrachtung der Möglichkeiten, Vorteile und Herausforderungen bei der Entwicklung von erneuerbaren Energien.“
Während des fünftägigen Kurses konnten die Teilnehmer etliche Erneuerbare-Energie-Anlagen besuchen. "Die Teilnehmer waren beeindruckt von den unternehmerischen Aktivitäten, die durch die politische Unterstützung für erneuerbare Energie auf regionaler, staatlicher und europäischer Ebene vorangebracht werden", sagte Dominic Marcellino, Fellow am Ecologic Institut Washington. "Die Gruppe war besonders von den unternehmerischen Erfolgsgeschichten, die wir am Straßkirchener Solarpark und bei ÖkoFEN (einer Pelletheizkesselfirma aus Oberösterreich) gehört haben, beeindruckt."
"Wir konnten den Teilnehmern integrierte erneuerbare Systeme im Bioenergiedorf Ascha und auf dem Biolandhof Braun in Freising zeigen", sagte Andreas Graf, Transatlantic Intern am Ecologic Institut Berlin. "Bei jedem Besuch besprachen die Teilnehmer, wie sie die betrachteten Projekte zuhause umsetzen könnten."
Die Studienreise ist die erste in einer vom Ecologic Institut durchgeführten Reihe, die sich auf die Entwicklung von transatlantischen Netzwerken konzentriert, um Erfahrungen und Best Practices bei verschiedenen umweltpolitischen Maßnahmen auszutauschen. „Unser Ziel ist es, regionalen und lokalen Führungskräften zu helfen, die große Anzahl an existierenden politischen Optionen zu verstehen und Entscheidungen aufgrund schon gemachter Erfahrungen zu treffen. Die Studienreisen ermöglichen es uns, Europäer und Amerikaner an einen Tisch zu bringen, um zu besprechen, was möglich ist und was nicht“, sagte Marcellino.
Während der Tour diskutierten die Teilnehmer Methoden zum Übertragen von wirksamen Maßnahmen und Best Practices in ihre jeweiligen regionalen Gegebenheiten. Die Teilnehmer konnten diese Themen mit mehreren Politikern gründlich diskutieren: Hans-Josef Fell (Mitglied des deutschen Bundestags), Christina Kamm (Mitglied des Bayerischen Landtags) und Rudi Anschober (Landesrat für Umwelt, Energie, Wasser und KonsumentInnenschutz). Der Oberösterreichische Energiesparverband organisierte das Programm in Österreich und veranstaltete ein Dinner für die Gruppe am 24. August 2011, wo sie sich mit Dr. Gerhard Dell, Vorsitzendem des Verbandes, und Hannes Herndl, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, austauschen konnten.
Das I-CITE-Projekt wurde gemeinsam vom Ecologic Institut und dem Atlantic Council of the United States organisiert und finanziell vom Europäischen Auswärtigen Dienst, dem Auswärtigen Amt, dem World Future Council und der Sopris Foundation unterstützt.
I-CITE bedeutet "Gemeinschaftsentwicklung für Wirtschafts- und Umwelttransformation". Dieser zivilgesellschaftliche Dialog wurde von der Europäischen Union (EU) finanziert. Die Studienreisen widmeten sich verschiedenen Aspekten einer umweltgerechten wirtschaftlichen Transformation und der Begründung und Etablierung des Netzwerkes Emerging Leaders in Environmental and Energy Policy Network (ELEEP).