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Multilaterale Governance in der Arktis durch den Arktischen Rat und seine Beobachter - eine arktische Gemeinschaft?

Multilaterale Governance in der Arktis durch den Arktischen Rat und seine Beobachter - eine arktische Gemeinschaft?

TimeLoc
6. Mai 2013
Venedig
Italien
Beobachterstaaten des Arktischen Rats könnten in sektorspezifischen internationalen Abkommen und möglicherweise mit einer ergänzenden Kooperation durchaus Einfluss ausüben.

Arne Riedel, Researcher des Ecologic Instituts, sprach über die institutionellen Rahmenbedingungen und Veränderungen in der Arktis sowie über Einflussmöglichkeiten der Beobachterstaaten des Arktischen Rates. Er ging mit Blick auf die Ausweitung der regionalen Interessen auch auf die Interessen anderer Staaten und die Rolle der Beobachterstaaten des Arktischen Rats in einer solchen "Arktischen Gemeinschaft" ein. Er skizzierte die Einwirkungsmöglichkeiten der Beobachterstaaten auf die Politik der Arktisanrainer innerhalb und außerhalb des Arktischen Rates und konstatierte (auch weiterhin) eine Rolle als "demandeurs". Die Vortragsfolien stehen als Download zur Verfügung.

Die Arktis ist ein durch ein komplexes rechtliches und institutionelles Geflecht durchdrungenes Gebiet. Der Arktische Rat bringt nicht nur die arktischen Staaten sondern auch einen zunehmenden Kreis an Beobachterstaaten zu arktisrelevanten Themen zusammen. Der Vortrag wirft die Frage auf, ob und inwieweit sich auf dieser Ebene eine "arktische Gemeinschaft" abzuzeichnen beginnen könnte.

Der vom International Center for Climate Governance (ICCG) veranstaltete Workshop richtete sich an die an der Arktis interessierte Öffentlichkeit aus unterschiedlichen Fachrichtungen. In drei Teilen wurden durch jeweils zwei Teilnehmer die Einflüsse des Klimawandels in der Arktis, die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Chancen und Risiken sowie gegenwärtige und künftige Politikoptionen dargestellt und anschließend in einer moderierten Runde diskutiert.

Im ersten Teil referierten Peter Wadhams (Universität Cambridge, Großbritannien) und Carlo Barbante (Ca' Foscari Universität Venedig, Italien) zum aktuellen Stand und den Mechanismen des zunehmenden Schwundes von Meereis sowie zu den Auswirkungen von Schadstoffen in der Arktis.

Der zweite Teil befasste sich mit den Klimawandel-bedingten Möglichkeiten wirtschaftlicher Nutzungen in der Region und einer geopolitischen Perspektive auf das Potential arktischer Rohstoffen und wurde von Katrin Rehdanz (Universität Kiel, Deutschland) sowie Klaus Dodds (Royal Holloway, University of London, Großbritannien) gestaltet.

Video: The Governance Patchwork in the Arctic

Im Rahmen des dritten Teils zu Policy-Optionen in der Arktis trugen Olav Schram Stokke (Fridtjof Nansen Institut, FNI, und Universität Oslo, Norwegen) zur Governance im Bereich der Arktisumwelt und Arne Riedel (Ecologic Institut) speziell zu institutionellen Rahmenbedingungen und Veränderungen in der Arktis sowie zu den Einflussmöglichkeiten der Beobachterstaaten des Arktischen Rates vor.

In seinem Vortrag wandte sich Arne Riedel zunächst der Frage nach dem Wandel von internationaler hin zu regionaler Governance in der Arktis zu. Durch die jüngst unter der Ägide des Arktischen Rats beschlossenen Abkommen (Search and Rescue, Oil Spill Pollution Prevention and Response) seien bereits gemeinsame sektorale Interessen kodifiziert worden. Eine mögliche künftige Behandlung von Fischerei könne einen Griff nach weiteren Themen darstellen, die bislang insbesondere international (auf Hoher See) bzw. national oder bilateral (bei grenzüberschreitenden Gewässern) geregelt sind.

Arne Riedel ging mit Blick auf die Ausweitung dieser regionalen Interessen auf die Interessen anderer Staaten auch auf die Rolle der Beobachterstaaten des Arktischen Rats in einer solchen "Arktischen Gemeinschaft" ein. Diesbezüglich skizzierte er die Einwirkungsmöglichkeiten derselben auf die Politik der Arktisanrainer innerhalb- und außerhalb des Arktischen Rates hin und konstatierte (auch weiterhin) eine Rolle als "demandeurs". In sektorspezifischen internationalen Abkommen und möglicherweise mit einer ergänzende Kooperation innerhalb des Arktischen Rates könnten sie jedoch durchaus Einfluss ausüben.

Video: Future Governance Challenges in the Arctic


Veranstalter
Datum
6. Mai 2013
Ort
Venedig, Italien
Sprache
Englisch
Schlüsselwörter
Umweltpolitik, Stakeholder, internationale Beziehungen, Governance, Fischerei, Energie, Verkehr, Arktischer Rat, Riedel, Arktis, Nordpolarmeer