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Zukaufkanäle deutscher Anlagenbetreiber im EU-Emissionshandel

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Zukaufkanäle deutscher Anlagenbetreiber im EU-Emissionshandel

Auswertung einer Umfrage unter allen deutschen Anlagenbetreibern zu ihren Zukaufstrategien in der zweiten und dritten Handelsperiode

Publikation
Zitiervorschlag

Grünig, Max; Sabine Lund; Jan Weiß et al. 2014: Zukaufkanäle deutscher Anlagenbetreiber im EU-Emissionshandel, Berlin.

Dieser Bericht wertet die Ergebnisse einer Umfrage unter den deutschen Anlagenbetreibern aus, die das Ecologic Institut mit der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) in einem Umweltforschungsvorhaben im Sommer 2013 durchgeführt hat. Dabei wird deutlich, dass es in der dritten Handelsperiode zu Verschiebungen im Kohlenstoffmarkt kommt und die kosteneffiziente Organisation des Handels für Anlagenbetreiber an Bedeutung gewinnt.

Insgesamt beteiligten sich an der Befragung 235 der 995 angeschriebenen deutschen Anlagenbetreiber. Es konnten die Angaben von 196 Anlagenbetreibern für die vorliegende Untersuchung genutzt werden, dies entspricht einer Rücklaufquote von 20 Prozent.

Ergebnisse:

  • In der zweiten Handelsperiode waren nur etwa die Hälfte der antwortenden Unternehmen am Markt als Nachfrager aktiv.
  • Die gewählte Zukaufstrategie war in der zweiten Handelsperiode insbesondere von der Höhe des Zukaufvolumens abhängig und erst nachrangig von der Unternehmensgröße.
  • Die konzerninterne Verrechnung und die Nutzung von Intermediären waren in der zweiten Handelsperiode die mit Abstand am intensivsten genutzten Zukaufkanäle der antwortenden Unternehmen.
  • Unternehmen, die in der zweiten Handelsperiode eine große Menge an Emissionsberechtigungen kauften, nutzten hierfür überwiegend den OTC-Markt, die Teilnahme an Auktionen und den Sekundärhandel an der Börse.
  • Die finanzielle Gesamtbelastung für die Handelsteilnahme lag bei einem Großteil der antwortenden Nicht-Börsenteilnehmer in der zweiten Handelsperiode im Jahresdurchschnitt in einem Bereich von unter 20.000 Euro.
  • Die Gesamtbelastung durch den Handel überschritt hingegen bei einigen Börsenteilnehmern die Marke von 100.000 Euro pro Jahr, ohne dass hier etwaige Gebühren und Entgelte für Clearing-Banken bereits enthalten wären.
  • Für die dritte Handelsperiode erwarten die Unternehmen eine deutliche Ausweitung des Zukaufbedarfs.
  • Knapp die Hälfte aller antwortenden Unternehmen plant ihr bisheriges Zukaufportfolio in der dritten Handelsperiode anzupassen. Damit dürfte es künftig zu Verschiebungen am Kohlenstoffmarkt kommen.
  • Im Hinblick auf den Bedeutungszuwachs der Versteigerungen ist festzustellen, dass sich bislang insgesamt 53 Prozent der antwortenden Unternehmen nicht ausreichend zur Auktionierung im EU-ETS informiert fühlen.
  • Die Vorteile der "Auction Only"-Mitgliedschaft für die Teilnahme an den Primärauktionen an der Leipziger Energiebörse EEX sind bislang lediglich 15 Prozent der befragten Unternehmen bekannt.

Der Bericht steht als Download zur Verfügung.

In der dritten Handelsperiode kommt es zu Verschiebungen im Kohlenstoffmarkt; die kosteneffiziente Organisation des Handels gewinnt für Anlagenbetreiber an Bedeutung.

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Sprache
Deutsch
Autorenschaft
Max Grünig
Sabine Lund
Jan Weiß (DEHSt)
Nadine Pauly (DEHSt)
Jahr
2014
Umfang
53 S.
Projekt
Projekt-ID
Inhaltsverzeichnis
Schlüsselwörter
Emissionshandel, Anlagenbetreiber, Kohlenstoffmarkt
Deutschland, Europa
Umfrage